Abenteuer Berufung  Junge Erwachsene auf der Fazenda da Esperança bei Berlin

25. August 2021
Fazenda Gut Neuhof
Durch ein Abenteuer der eigenen Berufung auf die Spur kommen - das erlebten sieben junge Erwachsene gemeinsam mit uns während unserer Sommerreise 2021.

Im Nachgang an diese Reise setzten wir uns mit den Teilnehmerinnen Sarah und Elisabeth zusammen und sprachen über ihre Erlebnisse zu unserem ersten Stopp. Die erste Station unser Sommerreise 2021 war die Fazenda Gut Neuhof bei Berlin. Während unseres Aufenthalts in Nauen besuchten wir die Missionaries Of Charity (Schwestern Der Mutter Teresa) in Berlin Kreuzberg und die Frauen-Fazenda in Riewend. Die beiden Studentinnen Sarah und Elisabeth teilen in diesem Beitrag ihre Eindrücke mit dir:

Als Gast auf der Fazenda Gut Neuhof wurden wir umgehend in eine große Familie aufgenommen. Nach dem Frühstück wurde zusammen gebetet oder die heilige Messe gefeiert. Was für ein grandioser Start in den Tag!

Sarah Erhard, Studentin der Sozialen Arbeit

Wir waren nicht nur Besucher auf Gut Neuhof, sondern haben den Alltag miterleben dürfen und haben beispielsweise die Rekuperanten bei der täglichen Arbeit unterstützt. Du fragst dich jetzt sicherlich, was hinter dem Wort „Rekuperanten“ steckt. Wir möchten es dir kurz erläutern:
Die Therapie auf der Fazenda da Esperança wird als Rekuperation bezeichnet. Das Wort kommt aus dem Portugiesischen und bedeutet ursprünglich in Latein „sich wieder gewinnen/finden“. Die Personen auf den Fazendas werden nicht als Klienten oder Patienten bezeichnet, sondern als „Rekuperanten“. Denn das Ziel des Fazenda-Aufenthaltes ist es, sich selbst und ein gelingendes, gemeinschaftliches Leben wieder zu entdecken.
Bei unserer gemeinsamen Arbeit wurde schnell deutlich, dass diese nicht immer einfach ist, die Gemeinschaft aber im Vordergrund steht und Freude bereitet. Vor allem war am Ende des Tages sichtbar, was wir zusammen geschafft haben. Und ganz nebenbei entstanden beim Arbeiten die besten Gespräche.
Wir haben schnell wahrgenommen, dass auf Gut Neuhof jeder immer herzlich Willkommen ist. Besonders schön zu sehen war, dass am Sonntagnachmittag mehrere Menschen aus der Umgebung auf Gut Neuhof zum Hofcafé zusammen kamen und anschließend gemeinsam die heilige Messe feierten. Der Lebensstil auf der Fazenda ist geprägt von Begegnung!

Elisabeth Strüber, Studentin der Angewandten Theologie

Neben der Fazenda Gut Neuhof durften wir auch die Frauen-Fazenda in Riewend besuchen. Auch hier wurden wir herzlich empfangen.
Ein weiteres beindruckendes Erlebnis war der Besuch bei den Schwestern Der Mutter Teresa in Berlin Kreuzberg. Wir durften die Schwestern bei ihrer Arbeit in der Suppenküche unterstützen. Gemeinsam haben wir dafür gesorgt, dass Bedürftige eine warme Mahlzeit erhielten.

Besonders prägend während der Zeit auf der Fazenda Gut Neuhof war für uns, gemeinsam die heilige Messe zu feiern. Wir waren alle zusammen an Gottes Tisch als seine Kinder – und es war total egal, welche Geschichte man mitbringt, ob man Gast auf der Fazenda ist oder Freiwilliger. Wir waren alle zusammen einfach Gottes Kinder, die sich an seinen gedeckten Tisch setzen durften und das war jedes Mal so ein bewegendes Bild.

Auf der Fazenda konnten wir ganz konkrete Erfahrungen machen, was es bedeutet das Evangelium zu leben. Wir durften erleben, was es heißt so zu leben, dass  „Wort und Tat“ übereinstimmen. Wie oft hören wir Christen im Gottesdienst das Evangelium – ohne je zu verstehen, geschweige denn kompromisslos so zu leben, dass Wort und Tat tatsächlich übereinstimmen.
Die Sommerreise war für uns eine sehr wertvolle Ergänzung zu der Theorie im Studium. Während dieser Reise haben wir die christliche Nächstenliebe stark wahrgenommen und durften diese durch unsere Hilfe weitergeben.

Auf der Fazenda gibt es keine Therapeuten oder Sozialarbeiter. Es gibt eine besondere Gemeinschaft – und das wohl wichtigste: GOTT. Die Fazenda ist mehr als eine Therapie – sie ist eine Lebensschule. GANZHEITLICH + ECHT + NACHHALTIG sind wohl drei Stichpunkte, die wir wählen würden, um das Konzept der Fazenda zu beschreiben.

Pastor Christian Heim und Marcus (Teilnehmer der Sommerreise) bei der Arbeit auf der Fazenda Gut Neuhof

Sehr beeindruckt sind wir auch von dem Leiter der Fazenda Gut Neuhof, Pastor Christian Heim. Vor allem seine Klarheit und sein Wohlwollen in seiner Leidenschaft, den Mut zu haben Jesus zum König seines Lebens zu machen ergreift uns und ermutigt uns, es genauso konkret zu leben.

Aus all diesen Erfahrungen, nehmen wir in jedem Fall einen Perspektivwechsel mit. Im Anschluss an diese Reise ist uns bewusst geworden, wie viele Dinge unseren Alltag bestimmen, die gar nicht so wichtig sind. Gemeinschaft – Arbeit – Glaube. Das sind die Säulen der Fazenda und mehr braucht ein Mensch nicht. All die Kompensation, die unbewusst in unserem alltäglichen Leben stattfindet, ist so unnötig.
Oft genug fehlt es uns unseren eigenen Glauben in lebendiger und konkreter Form zu leben. Jedoch geht es gar nicht darum, etwas von anderen zu erwarten. Etwas zu tun beginnt immer mit uns selbst, um das zu leben was wir vom Evangelium verstehen.

Lebendigen Glauben, Bescheidenheit, Demut, Mut, Freude, Spaß, Fokus auf die relevanten Dinge! Das nehmen wir mit in unseren Alltag.

Text: Elisabeth Strüber und Sarah Erhard

Weitere Eindrücke unserer Sommerreise 2021 findest du in unserem Video:

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Alles rund um den zweiten Stopp unser Sommerreise 2021 findest du hier.

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