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Vom Entscheiden zum Entschließen

„Forum Berufungspastoral“ mit Pater Dr. Thomas Gertler SJ

„Am liebsten beides! – Vom Entscheiden zum Entschließen“, hieß das Thema beim „Forum Berufungspastoral“ mit Haupt- und Ehrenamtlichen in der Katholischen Akademie Schwerte. Dazu referierte Pater Dr. Thomas Gertler SJ (rechts).

„Forum Berufungspastoral“ in der Katholischen Akademie Schwerte (v.l.): Johannes Schäfers, Pater Dr. Thomas Gertler SJ, Schwester M. Gabriele Lüdenbach und Pastor Dr. Andreas Rohde.

Fotos und Text: Michael Bodin / pdp

Paderborn / Schwerte (pdp). „Am liebsten beides! – Vom Entscheiden zum Entschließen“, hieß am Dienstag das Thema beim „Forum Berufungspastoral“ zu dem die Diözesanstelle Berufungspastoral im Erzbistum Paderborn in die Katholische Akademie Schwerte eingeladen hatte. Vor den in der Pastoral tätigen Ehren- oder Hauptamtlichen referierte Pater Dr. Thomas Gertler SJ.
Dass viele Menschen sich heute mit Entscheidungen schwer tun würden, liege besonders an einem falsch verstandenen Verständnis von Freiheit, meinte der Jesuitenpater Dr. Thomas Gertler, der in Augsburg für die Gemeinschaft Christlichen Lebens tätig ist. Der Wunsch, bei vielen Wahlmöglichkeiten möglichst nichts zu verpassen und alles zu erleben und mitmachen zu können, führe zu einer hektischen Lebensweise. Entscheidungen würden immer wieder aufgeschoben. „Aus der Unentschiedenheit erwächst das Gefühl des Schwebenden, der Ortlosigkeit, des nirgends dazu Gehörens“, erklärte Pater Thomas Gertler. Dies sei das Lebensgefühl vieler junger Menschen. Die Folge sei häufig das Gefühl und die Erfahrung von Sinnlosigkeit.
Ausgehend von den „Regeln zur Unterscheidung der Geister“ von Ignatius von Loyola riet Pater Dr. Thomas Gertler zu einem Wandel des Blicks. Schon das Wort „Entscheidung“ verweise auf einen Verlust. Die Entscheidung für eine Möglichkeit schließe andere aus, was als ein Verlust an Möglichkeiten empfunden werde. Wer hingegen den Blick verändere, könne von „entschließen“ sprechen: „Beim Entschließen schließe ich mich gemäß der Wortbedeutung einer Möglichkeit auf.“ Es gelte, sich ansprechen zu lassen und Möglichkeiten als Chancen wahrzunehmen, nicht als Verlust und Verengung. Dabei solle der Mensch auf seine Träume und Sehnsüchte hören und darauf achten, was ihm wirkliche Freude bereite. „Die Freude ist der Kompass zu Gott“, betonte Pater Thomas Gertler. Sich selbst von Gott angenommen und geliebt zu sehen, könne Kräfte freisetzen, aus der eigenen Unentschiedenheit herauszukommen und selbst ein liebender Mensch zu werden.
Zum Thema „Entscheidungen“ bietet die Diözesanstelle Berufungspastoral im Erzbistum Paderborn noch zwei weitere Veranstaltungen an: „Die Bibel ist ein Drehbuch“ – (d)eine Rolle schon entdeckt?“, heißt die Überschrift für einen Tag im Kloster am 6. Mai im Mutterhaus der Franziskanerinnen Salzkotten. Vom 17. Bis 20. Juli 2017 gibt es außerdem eine Kompaktwoche zur individuellen Berufungsklärung in Neuenbeken für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe.

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