"Ich muss diesen Weg nicht gehen. Aber ich weiß: Ich kann ihn gehen!"

Studium der katholischen Theologie (Mag. theol.) mit Berufsziel Pastoralreferent (m/w/d)

Glaube, Leben und Beruf miteinander verbinden, nah dran an Gott und den Menschen: Kaum eine andere Tätigkeit bietet dieses abwechslungsreiche Modell.

Als Pastoralreferentin oder Pastoralreferent trägst du zur Entfaltung der pastoralen Arbeit in der Kirche bei. Gemeinsam mit anderen pastoralen Berufsgruppen befähigst du Getaufte zu einem christlichen Zeugnis in Kirche und Welt. Du regst zur Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens und der christlichen Lebensorientierung an und bietest Hilfen an, wie das Evangelium in den unterschiedlichen persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Lebenssituationen verwirklicht werden kann. Zu deinen Aufgaben gehören die pastorale Konzeptentwicklung, die Bildungsarbeit, die Begleitung kirchlicher Entwicklungsprozesse und das Sprechen von Gott in der Verkündigung. Mit deiner Befähigung zur Kommunikation suchst du Wege, den Glauben an Jesus Christus in unserer pluralen Gesellschaft zu verkünden. Auch in umgekehrter Richtung machst du das, was in der Welt von heute gut und wertvoll ist, für das Leben der Kirche fruchtbar.

Die Ausbildung zur Pastoralreferentin oder zum Pastoralreferenten im Erzbistum Paderborn gliedert sich in eine fünfjährige Studien- und eine anschließende zweijährige Berufseinführungsphase. Bereits während der Studienphase unterstützen und begleiten wir dich seitens des Erzbistums Paderborn durch verschiedene studienbegleitende Maßnahmen wie zum Beispiel das Pastorale Studienpraktika.

Ich muss diesen Weg nicht gehen. Aber ich weiß: Ich kann ihn gehen! Interview mit Pastoralassistentin Leonie Wulf

Leonie, von welcher Arbeit halten wir dich gerade ab?

Ich habe gerade erst vor zwei Wochen nach dem Theologiestudium meine Tätigkeit im Geistlichen Zentrum bei den Franziskanerinnen in Salzkotten angetreten. Alles ist also neu hier, das Geistliche Zentrum und vor allem ich. Für heute war geplant, dass ich mich bei weiteren Bewohnerinnen und Bewohnern in dem Altenheim vorstelle und versuche, sie und ihre Bedürfnisse besser kennenzulernen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Das mache ich seit einigen Tagen, es ist Teil meiner Einarbeitung. Ich gehe heute später noch ins Altenheim rüber.

Du sprachst von dem Kloster der Franziskanerinnen als einem Neuen Geistlichen Zentrum. Was hat es damit auf sich?

Das Geistliche Zentrum ist ein Ergebnis des Zukunftsbildes im Erzbistum Paderborn. Ziel ist, zusätzlich zu den Gemeinden neue Orte der Seelsorge zu schaffen. Die Franziskanerinnen von Salzkotten sind hier im Erzbistum in der Pflege und Betreuung alter Menschen in zwei Altenheimen tätig. Dazu kommen die Seelsorge für unterschiedliche Zielgruppen und die Fürsorge für politisch, ethnisch oder religiös verfolgte Menschen, für Geflüchtete und für Menschen in besonderen sozialen Notlagen. Diese Arbeit wie auch das Engagement im Ausland findet sozusagen innerhalb des Ordens statt. Das Geistliche Zentrum bedeutet nun eine Öffnung nach außen. Das Kloster soll noch stärker als bisher zu einem Ort der Begegnung werden. Zum Beispiel gibt es hier ein Trauercafé und einen Gesprächskreis für Eltern, die ihr Kind nach der Geburt verloren haben. Hier werden Missionarinnen und Missionare auf Zeit für ihre Aufgaben vorbereitet, es gibt Tage der Stille und Mitlebezeiten im Kloster, also Kloster auf Zeit und das freiwillige Ordensjahr. Dazu kommen Besuche in den Schulen und Angebote für Besuchergruppen verschiedener Altersklassen. Meine Aufgaben als Pastoralassistentin und später als Pastoralreferentin bestehen darin, bei der Gestaltung dieser vielfältigen Angebote mitzuarbeiten.

Und wie verhält es sich mit dem Praxisschock?

Mir war schon an der Uni bewusst, dass meine Tätigkeit vielfältig und herausfordernd sein wird. Es ist ein Unterschied, ob man etwas über das Gebiet der Seelsorge liest oder ob man Menschen im Altenheim begegnet und eine Beziehung zu ihnen aufbaut. Etwas wie einen Praxisschock habe ich trotzdem bisher nicht erlebt. Mir ist aber klar geworden, wie viel ich noch lernen muss. Das empfinde ich aber als bereichernd und als Geschenk – dafür ist die Pastoralassistenzzeit ja auch da.

Du zählst zu den Ersten, die im Erzbistum Paderborn nach einem Theologiestudium als Pastoralassistentin mit Berufsziel Pastoralreferentin angefangen haben. Wie kam es zu deinem bisherigen Werdegang?

Ich bin katholisch sozialisiert, war Messdienerin und in der Gemeinde in der Jugendarbeit unterwegs. Aus meinem Glauben kam der Wunsch auf, Theologie zu studieren, zuerst auf Lehramt, dann bin ich in ein Vollstudium hinübergewechselt. Ich wollte noch mehr über meinen Glauben wissen.

War der Wechsel des Studienfachs nicht riskant?

Ich sehe das anders. Theologie ist eine Geisteswissenschaft, daher stehen den Absolventinnen und Absolventen die üblichen Berufswege offen, also die bekannten Jobs in den Medien. Dazu kommt der wachsende Bereich der Wirtschaftsethik. Mir persönlich wurde aber klar, dass ich nach dem Studium einen helfenden, seelsorgerischen Beruf innerhalb der Kirche ergreifen möchte. 

Fühlst du dich von Gott berufen? Was liebst du an dieser Berufung?

Ja, ich fühle mich von Gott bestärkt auf diesem Weg. Meine Berufung ist gewachsen, ich habe gespürt, dass ich meinem Glauben an Jesus Christus immer stärker Raum geben muss. Ich finde es faszinierend und bereichernd, Menschen zu begegnen und ein Stück ihres Lebens begleiten zu dürfen. An meine Berufung hingeführt haben mich viele Glaubenserfahrungen in meiner Kirchengemeinde und später in der Hochschulgemeinde. Durch Gespräche, Gebete und Exerzitien ist mir bewusst geworden: Ich muss diesen Weg nicht gehen. Aber ich weiß: Ich kann ihn gehen!

Dein Weg zum Berufsziel

Die Ausbildung zur Pastoralreferentin oder zum Pastoralreferenten im Erzbistum Paderborn gliedert sich in eine fünfjährige Studien- und eine anschließende zweijährige Berufseinführungsphase. Bereits während der Studienphase unterstützen und begleiten wir dich seitens des Erzbistums Paderborn durch verschiedene studienbegleitende Maßnahmen.

Das Studium

Zum Beruf einer Pastoralreferentin oder eines Pastoralreferenten führt in erster Linie das Studium der Katholischen Theologie. Der Studiengang besteht aus einer sechssemestrigen Grundlegungsphase in Theologie, Philosophie und Psychologie. Darauf folgen eine viersemestrige Vertiefungsphase sowie der Magister-Abschluss. Den Magister-Abschluss kannst du deutschlandweit an jeder Hochschule, die den Studiengang anbietet, erwerben. Solltest du in Paderborn studieren wollen, bietet dir die Theologische Fakultät Paderborn die Möglichkeit, den Magister-Studiengang zu absolvieren.

Uns ist es uns wichtig, dich bereits während deines Studiums in studienbegleitenden Veranstaltungen und Praktika auf die Berufseinführung als Pastoralreferentin oder Pastoralreferent vorzubereiten. Zusammen mit weiteren Studierenden nehmen wir dich in unseren Kreis der Interessierten auf. Hier beraten wir dich zur Wahl deiner studienbegleitenden Praktika. Falls der Beruf der Pastoralreferentin oder des Pastoralreferenten in unserem Erzbistum für dich infrage kommt, folgt in den letzten zwei Jahren deines Studiums die Bewerberkreisphase. Über den Kreis der Interessierten und Bewerbenden erhältst du die Möglichkeit, an begleitenden Veranstaltungen zur spirituellen und pastoral-praktischen Vorbereitung auf den Beruf teilzunehmen. Außerdem kannst du dich in den von uns organisierten diözesanen Veranstaltungen bereits mit anderen Leuten aus dem Erzbistum vernetzen.

Mit Abschluss der Bewerberkreisphase steht deiner Berufseinführung als Pastoralreferentin oder Pastoralreferent nichts mehr entgegen.

Du hast dein Lehramtsstudium Katholische Theologie für Gymnasium/Gesamtschule (mit Ergänzungsprüfung) erfolgreich abgeschlossen. Der Beruf der Lehrerin oder des Lehrers fühlt sich für dich jedoch noch nicht nach dem richtigen Weg an? Du willst näher an den Menschen sein und in der Kirche etwas bewegen? Nimm gerne Kontakt zu uns auf, sodass wir gemeinsam mit dir einen möglichen Einstieg in die Berufseinführungsphase zur Pastoralreferentin oder zum Pastoralreferenten besprechen können.

Die Berufseinführung

Im Anschluss an das Studium schließt sich eine zweijährige Berufseinführungsphase im Erzbistum Paderborn an. Die Berufseinführung zur Pastoralreferentin oder zum Pastoralreferenten beginnt jedes Jahr im Herbst. Während dieser Assistenzzeit arbeitest du in zwei Einsatzbereichen des Berufsfelds, etwa in kategorialen Seelsorgebereichen, in Bildungshäusern und Akademien, auf Dekanatsebene oder im Bereich der katholischen Erwachsenen- und Familienbildung. Dabei begleiten dich erfahrene Kolleginnen und Kollegen. Du besuchst Seminare zur Berufseinführung, bekommst Supervision und lernst bei Studientagen und Exerzitien andere Leute aus kirchlichen Berufsfeldern kennen.

Nach Ablegung der Prüfung im pastoralen Bereich, die jeweils aus einer schriftlichen Hausarbeit, einer praktischen Prüfung und einem Abschlusskolloquium besteht, hast du den Abschluss als Pastoralreferentin oder Pastoralreferent in der Tasche und erhältst durch unseren Erzbischof Hans-Josef Becker die kanonische Beauftragung zum pastoralen Dienst.

Dein Entgelt während der Berufseinführung

Dein monatliches Entgelt (brutto) beträgt im ersten Jahr der Berufseinführung 3.508,11 Euro. Im zweiten Jahr erhöht sich dein monatliches Entgelt auf 3.856,11 Euro (brutto). Weitere Entgeltbestandteile bilden das Weihnachtsgeld, die pauschale Jahreszahlung sowie vermögenswirksame Leistungen.

Interessen und Voraussetzungen

Du möchtest aus deinem Glauben heraus die Kirche von heute und morgen mitgestalten? Die Beziehung zu Gott ist eine Kraftquelle für dich? Das Gebet, die Orientierung am Evangelium und die Teilnahme am kirchlichen Leben sind dir nicht fremd? Du bist gerne im Kontakt mit Menschen und interessierst dich für ihre Themen und Lebensfragen? Wenn du diese Fragen mit Ja beantworten kannst, dann ist der Beruf der Pastoralreferentin oder des Pastoralreferenten eine gute Wahl für dich.

Deine zukünftigen Arbeitsfelder

Deine Aufgabenfelder als Pastoralreferentin oder Pastoralreferent sind vielfältig und liegen

  • in kategorialen Seelsorgebereichen (Krankenhaus-, Gefängnis-, Schul-, Hochschul-, Jugend- und Familienseelsorge),
  • in Bildungshäusern und Akademien,
  • in der katholischen Erwachsenen- und Familienbildung,
  • auf Dekanatsebene,
  • auf Diözesanebene, etwa im Bereich Rätearbeit oder des Bereichs Mission – Entwicklung – Frieden,
  • in der Schulpastoral oder
  • in weiteren pastoralen Projekten

Aufnahme in den Kreis der Interessierten und Bewerbenden

Bitte nimm bereits zu Beginn deines Studiums Kontakt mit uns auf, um in den Kreis der Interessierten aufgenommen zu werden. Wir laden dich dann zu einem Bewerbungsgespräch ein. Darin geben wir dir die Möglichkeit, dich vorzustellen, und erläutern dir anschließend die ausbildungs- und berufsrelevanten Rahmenbedingungen.

Sofern du dich für den Beruf der Pastoralreferentin oder des Pastoralreferenten entschieden hast, ist es wichtig, dass du während der letzten zwei Jahre deines Theologiestudiums bereits in unseren Bewerberkreis aufgenommen wirst. Die Bewerberkreisphase ist Voraussetzung für die Bewerbung zur anschließenden zweijährigen Berufseinführung.

Pastorale Studienpraktika

Was dir wirklich Spaß macht, findest du nur heraus, wenn du es ausprobierst

Glaube, Leben und Beruf miteinander verbinden, nah dran an Gott und den Menschen.

Das Praktikum

Speziell für Studierende der Katholischen Theologie bieten wir Praktika in vielen pastoralen Aufgabenfeldern, darunter

  • in kategorialen Seelsorgebereichen (Krankenhaus-, Gefängnis-, Schul-, Hochschul-, Jugend- und Familienseelsorge),
  • in Bildungshäusern und Akademien,
  • in der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung,
  • auf Dekanatsebene,
  • auf Diözesanebene, etwa im Bereich der Rätearbeit oder dem Bereich Mission – Entwicklung – Frieden,
  • in der Schulpastoral oder
  • in weiteren pastoralen Projekten.

Praktikumsarten: Vorpraktika, studienbegleitende Pflichtpraktika, freiwillige Praktika

Bewerbungszeitraum: ganzjährig

Deine Bewerbung

Bitte bewirb dich per E-Mail. Damit es bald losgehen kann, sollte deine Bewerbung vor allem vollständig sein. Bitte reiche uns dazu ein kurzes Anschreiben und einen Lebenslauf ein. Erreichte Abschlüsse und absolvierte Praktika kannst du gern durch das Einreichen einer Kopie des entsprechenden Zeugnisses belegen. Bitte gib außerdem an, in welchem Einsatzgebiet du dein Praktikum machen möchtest, für welche Dauer und wann du mit dem Praktikum beginnen willst.

Kontakt

Cordula  Picht

Telefon: 05251 125-1624

“Du möchtest mehr über die diözesane Begleitung während des Studiums wissen?”

Maren Gödde

Telefon: 05251 125-1737

“Du möchtest mehr über die Berufseinführung nach dem Studium wissen?”

Adresse: Leostraße 21 | 33098 Paderborn
berufungspastoral@erzbistum-paderborn.de
05251 206-5400
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