Abenteuer Berufung  Junge Erwachsene auf der Fazenda da Esperança bei Zürich

2. September 2021
Durch ein Abenteuer der eigenen Berufung auf die Spur kommen - das erlebten sieben junge Erwachsene gemeinsam mit uns während unserer Sommerreise 2021.

Die beiden Studentinnen Laura und Linda berichten in diesem Beitrag über ihre Erlebnisse und Erfahrungen während der Zeit auf der Fazenda da Esperança Wattwil bei Zürich. Laura studiert Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und Linda studiert Sonderpädagogik.

Zuerst einmal stellt ihr euch sicher die Frage, warum wir so ein großes Interesse an der Sommerreise des Teams Berufungspastoral hatten. Wir wollten gerne das Leben auf einer Fazenda kennenlernen, Gemeinschaft erfahren und die Möglichkeit bekommen, mit anderen jungen Menschen den Glauben zu leben und zu feiern. Und genau das haben wir auf dieser Reise erfahren dürfen. Lest gerne unsere Erfahrungen und Eindrücke:

Linda Barbezat und Laura Hennercke

Nach einer Verabschiedung von unseren neuen Freunden auf der Fazenda Gut Neuhof sind wir in die Schweiz aufgebrochen. Im Anschluss an eine recht flotte und problemlose Fahrt, haben wir am Ankunftsort einen schönen Spaziergang am Fluss entlang gemacht. Danach saßen wir mit unserer Truppe zusammen und tauschten uns über unsere Eindrücke und Erlebnisse aus.

Pastor Cornel Huber, der Leiter der Fazenda Wattwil zeigte uns das Grundstück und die Umgebung

Pastor Cornel Huber, der Leiter der Fazenda Wattwil, hat uns herzlich in Empfang genommen und uns eintauchen lassen in das Leben und die Arbeit auf der Fazenda. Während unserer Zeit in der Schweiz begegneten wir Thomas, einen ehemaligen Rekuperanten. Dieses Zusammentreffen war sehr bewegend. Er schilderte uns seine Geschichte und seinen Glaubensweg auf eine sehr detailreiche und emotionale Art und Weise.
Natürlich durfte während unserer Reise auch ein kurzer Abstecher zum See und in die Berge nicht fehlen.

Neben den Freizeitaktivitäten haben wir, wie auch in Nauen, bei der Arbeit unterstützt. So hatten wir die Möglichkeit, das Leben und die Menschen vor Ort kennenzulernen.

Außerdem besuchten wir das Dorf Flüeli, wo der Mystiker Niklaus von Flüe (Bruder Klaus) geboren wurde. Hier sind wir zur St. Niklaus Kapelle gewandert. Auf dem Rückweg haben wir am Fluss ein kontemplatives Gebet abgehalten und sind in einem Bergsee mit wunderbarem Panoramablick geschwommen.

Der Besuch in der Schweiz war neben den Begegnungen geprägt von Wanderungen. Einige von uns mussten bei diesem Abenteuer über ihren Schatten springen. Aber wir können nun aus Erfahrungen sagen, dass sich diese Anstrengung gelohnt hat. Am Ziel wurden wir mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Doch nicht nur dieser Ausflug in die schöne Schweizer Natur war fesselnd. Zudem besuchten wir einen Wasserfall, der nur etwa 20 Gehminuten von der Fazenda entfernt war. Definitiv eines unser Highlights der Reise! Wir tauchten unter dem Wasserfall her und haben das Gefühl sehr genossen, vor diesen gewaltigen Wassermassen zu stehen. Gekrönt wurde dieser Ausflug durch ein emotional bewegendes Ereignis: Nachdem ein dort auch anwesendes Pärchen ein Gruppenfoto von uns machte, wurde Sarah von dem jungen Mann, gebeten, „einfach draufzuhalten“. Als die beiden dann vorne am Wasserfall standen, ging er auf die Knie und machte seiner Freundin einen Heiratsantrag, den sie annahm, was wir natürlich mit großem Applaus kommentierten. Es war wirklich ein sehr erfüllender Tag!

Im Anschluss an diesen Tag haben wir noch kontemplativ gebetet und sind hinterher in einen äußerst bereichernden Austausch gekommen. Wir sprachen über Kind-Gottes-Sein, Leichtigkeit und Glück.

Bruder Mathias zeigte uns das Christenhüsli in Zürich

Zum Abschluss unserer Reise besuchten wir das Christenhüsli in Zürich. In diesem Haus werden Essen und Getränke an randständige Menschen verteilt. Das Christenhüsli bietet zudem spontane und unbürokratische Beratung. Drogensüchtige Menschen erhalten Hilfe zum Entzug und zum Ausstieg aus der Sucht sowie aus dem Milieu. Zusätzlich besteht dort für Flüchtlinge die Möglichkeit an Deutschkursen teilzunehmen.

Insgesamt können wir sagen, dass das Zusammenleben auf der Fazenda in Wattwil geprägt war von Herzlichkeit, Friedlichkeit und Lebensfreude. Wir werden uns im Anschluss an diese Reise in unserem Alltag intensiver an das Evangelium erinnern und es dann auch probieren zu leben – so wie wir es auf der Fazenda gemacht haben. Was wir lernen durften war, dass uns das gemeinsame Essen und Arbeiten, aber insbesondere auch die gemeinsame Messfeier und das gemeinsame Beten viel Freude, aber auch Kraft für den Alltag und die bevorstehenden Aufgaben schenkt.

Für uns war diese Reise wichtig, um das Leben auf der Fazenda kennenzulernen. Wir haben die Zeit dort als sehr bereichernd empfunden, sowohl das Leben dort mit kleinen Arbeiten, mit Rosenkranzgebeten als auch in tiefen Gesprächen mit den Menschen dort oder untereinander. Aus der Reise heraus haben wir Motivation gefunden, unseren Glauben auch in unseren Alltagsleben stärker zu etablieren – vor allem durch das kontemplative Gebet. Alle Begegnungen, Ausflüge, die auch oft etwas stark Spirituelles hatten, waren ein wichtiger Input, um uns in unserer Gottesbeziehung bewusster zu werden. Zugleich konnten wir uns auch ein Stück weit zurück besinnen, auf das was wir sind und wer bzw. was für ein Mensch wir sein wollen. Mit großer Faszination haben wir das Leben auf das Fazenda betrachtet und die Art und Weise, wie offen über den Glauben und Menschlichkeit gesprochen werden kann.

 

Text: Linda Barbezat und Laura Hennercke

Weitere Eindrücke zu unserem zweiten Stopp der Sommerreise 2021 findest du in dem folgenden Video:

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Alles rund um den ersten Stopp unser Sommerreise 2021 findest du hier.

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