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„Als Mit-Mensch sehnsüchtig nach einem Leben in Fülle.“

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Johannes Schäfers

Ich bin einfach ein Mensch. Und wenn ich mir Menschen anschaue, denke ich manchmal: Wir sind einfach nur Menschen. Diese simple Erkenntnis ist für mich schon eines der schlüssigsten Argumente für meinen Glauben. Ich kann mir vorstellen, dass es Gott gibt: größer, weiter, liebender als es der Mensch sein kann. Und weil wir nur Menschen sind, kann weder ich noch ein anderer allein Gott vollends begreifen. Aber gemeinsam, in der Begegnung mit Menschen, kann man sich Gott annähern.

Nun aber ein wenig chronologisch: Ich hatte schon als kleines Kind ziemliches Glück. Meine Eltern hatten ein gutes Gespür für „Mehrwerte“, die ich brauchte. Ich durfte so viel spielen und träumen wie ich wollte, hatte die Möglichkeit, Musikinstrumente zu lernen und bin jede Woche mit in unsere Dorfkirche in Reelsen genommen worden. Damals konnte ich jede Woche neu das Deckenbild unserer Kirche entdecken und hinterfragen. Messdienerwerden war noch normal (bleiben, jedoch selten) und Pfadfindersein mein Lernort für die meisten zwischenmenschlichen Fertigkeiten. Gebet und Segen im Rhythmus des Tages gehörten zu meinem Leben.

Mein Glaube hatte es nicht immer so leicht wie in meinen Kindheitstagen: Bis zur Klasse zehn war ich Realschüler. Das war für meinen Glauben keine einfache Zeit. Im bedeutendsten sozialen Umfeld war nicht viel Religiöses zu finden. Mitschüler können grausam sein, wenn es um Dinge geht, die man nur „glauben“ kann. Und nicht alle Lehrpersonen haben die nötige Strahlkraft. Nach der Realschulzeit wollte ich Tischler werden. Aber es kam anders. Ein Meister in einem Tischlerbetrieb sagte damals zu mir: „Mach erstmal Abi, das packste bestimmt.“ Und so bin ich an das Gymnasium Sankt Xaver in Bad Driburg gekommen – ein Gymnasium, damals noch in Trägerschaft der Steyler Missionare. Und irgendwie fügte sich nach und nach alles anders und meine Frage zur Beziehung zwischen Glauben und Mitmenschen entstand.

Für mich wurde Erstaunliches klar: Es gibt Mitmenschen, die auch 16 sind und trotzdem noch Messdiener, die mit zum Gottesdienst gehen und die Bibelseiten zum Lesen und nicht zum Kiffen benutzen. Und das beste für mich als Jugendlicher: Diese Mitmenschen stehen noch nicht einmal am Rande der Gesellschaft, sondern sind voll akzeptiert.

Ich muss zugeben, in dieser Zeit hatte ich (und mein Glaube) ziemlich viele gute Mitmenschen: Ein Heimatpfarrer, der mich mit nach Paraguay in ein Hilfswerk für Rechte ungeborener Kinder nahm und später mit mir nach Santiago de Compostella pilgerte, ein Priester und Religionslehrer, der andere Glaubende oder „Sehnsüchtige“ regelmäßig zum Essen und Reden eingeladen hat und immer wieder Begegnungen mit Menschen, die Hoffnung und Vertrauen auf Jesus Christus ausstrahlten.

Als ich dann zum Religionspädagogikstudium kam, wurde alles noch potenziert. Wir waren viele, zwar alle irgendwie mit unterschiedlichen Zugangswegen: Aus Jugendarbeit oder Glaubensgemeinschaft, direkt nach der Schule oder nach dem „Kinder-auf-eigene-Beine-bringen“, aber aus meiner Sicht heraus alle irgendwie mit der Sehnsucht nach dem Mehr.

Nach dem Studium und dem Anerkennungsjahr im Pastoralverbund Castrop-Rauxel-Süd habe ich gut zwei Jahre als Gemeindereferent im Pastoralverbund Nethegau bei Brakel im Kreis/Dekanat Höxter gearbeitet. Eine spannende Zeit, in der ich oftmals überraschend intensiv mit Menschen in Beziehungen treten konnte.

Im August 2010 haben meine Frau Julia und ich geheiratet. Julia und ich haben uns während des Studiums kennengelernt und irgendwie war uns damals schon klar, dass wir nur aufgrund unseres Glaubens zusammengefunden haben. Neben der Ehe bin ich 2010 noch ein weiteres Abenteuer angegangen. Zum Dezember habe ich meinen Dienst für das Erzbistum Paderborn unterbrochen und habe für 20 Monate beim Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken gearbeitet. Ich war Referent der Initiative GlaubensMobil und bin als solcher von März 2011 bis Mai 2012 im rapsgelben Transporter, dem „GlaubensMobil“, durch ganz Deutschland getourt, sprach mit tausenden von Menschen in Schulen, Kirchengemeinden, auf Marktplätzen, am Küchentisch, im Flughafen… um missionarisch zu wirken, aktives Christsein im alltäglichem Leben zu fördern – und um herauszufinden, wie Menschen zum Glauben kommen. Sicherlich hat viel mit Begegnungen zu tun. Diese Reise hat auch meinen Glauben noch einmal stark geprägt. Ich hatte das Glück vielen Glaubenszeugen zu begegnen, musste aber selbst auch oft meinen eigenen Glauben ins Wort fassen.

Mittlerweile bin ich Vater einer kleinen Tochter. Auch dieser neue Mensch zeigt mir, dass wir Teil von etwas Größerem sind, das wir verstandesmäßig allein nicht begreifen können.

Und ich hab noch soviel mehr zu erzählen … Vielleicht sollten wir uns einmal begegnen …

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