Interview zum Tag des gottgeweihten Lebens

2. Februar 2022
Gemeindereferentin Daniela Reineke hat im Jahr 2008 die Jungfrauenweihe erhalten. Da die geweihten Jungfrauen eine ständige Form des geweihten Lebens in der Kirche bilden, haben wir den Tag des geweihten Lebens (02. Februar 2022) zum Anlass genommen und mit Daniela Reineke gesprochen.

Daniela Reineke ist Gemeindereferentin im Pastoralverbund Büren. Im Jahr 2008 hat Sie die Jungfrauenweihe erhalten und ist damit eine von ca. 150 Frauen bundesweit, die ihr Leben in einem feierlichen Ritus an Jesus Christus gebunden haben.

Was bedeutet gottgeweihtes Leben für Sie persönlich?

Vor mehr als 13 Jahren habe ich entschieden, mein Leben Gott zu weihen. Das bedeutet für mich, mein Leben mit allem, was mich als Mensch / als Frau ausmacht, Gott anzuvertrauen. Meine Vergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft.

Letztlich ist dies kein einmaliger, abgeschlossener „Vorgang“, sondern etwas, wofür ich mich jeden Tag neu entscheide.

Die katholische Kirche kennt dafür seit der Antike den Begriff / den Ritus der Jungfrauenweihe. Für mich drückt (zu Beginn des 3. Jahrtausends) der Begriff „Lebensweihe“ viel treffender aus, worum es geht.

Dem Bischof gegenüber habe ich versprochen,

dem Herrn und seiner Kirche bis zum Ende meines Lebens zu dienen.

die Nachfolge Jesu Christi so zu verwirklichen, dass mein Leben zu einem Zeugnis der Liebe und zu einem Zeichen des künftigen Gottesreiches wird.

mich mit Jesus Christus auf immer zu verbinden.

Jesus Christus im Stand der Ehelosigkeit nachzufolgen.

Große Worte!

Für mich bedeutet das, dass Jesus Christus die Mitte meines Lebens ist. Wie in einem Labyrinth bin ich immer auf dem Weg zur Mitte. Mal weiter weg, mal näher dran. Entscheidend ist, auf dem Weg zu bleiben und die Mitte nicht zu verlieren bzw. immer wieder zurück zur Mitte zu finden.

Die Beziehung zu Jesus Christus ist die wichtigste in meinem Leben, so etwas wie der rote Faden (um ein anderes Bild zu gebrauchen), mit dem ich verbunden bin, der mich hält und mir den Weg zeigt.

Welche Rolle spielt der Tag des gottgeweihten Lebens für Sie persönlich?

Mein persönlicher Weihetag und der Tag des gottgeweihten Lebens sind für mich Tage der Vergewisserung. Ich erinnere mich bewusst an meine Versprechen und an die Feier der Weihe. Erinnerungen, die im Alltag natürlich nicht immer präsent sind.

Der Tag des gottgeweihten Lebens stellt meine persönliche Berufung und Entscheidung in einen größeren Zusammenhang: Ich bin nicht allein auf diesem Weg, sondern verbunden mit Mitschwestern und Ordenschristen auf der ganzen Welt – auch durch die Geschichte hindurch, bis hin zurück zu Simeon und Hanna.

Können Sie in Bezug auf diesen Tag näher auf die Begriffe: Gott, Weihe und Leben eingehen?

Gott ist für mich                   der/die/das ganz Andere.

die Quelle des Lebens.

die Liebe.

das Ziel meines Lebens.

Weihe heißt für mich:         Ich schenke Gott / Jesus mein Leben, und gebe ihm damit einen Sinn.

Ich vertraue mein Leben Gott / Jesus an und lebe aus dieser Beziehung.

Ich binde mich in Freiheit.

Mein Leben ist das,              was mich als Mensch ausmacht.

meine Erinnerungen, Gedanken und Gefühle.

mein Handeln.

die Menschen, mit denen ich in Familie, Freundschaften, im Beruf

und anderen Beziehungen verbunden bin.

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