Stellt Euch zu Beginn gerne vor:
Jessica Bohn: 42 Jahre alt, Studium Lehramt und Theologie in Paderborn, Referentin am Rektorat der Theologischen Fakultät Paderborn
Benedikt Bohn: 42 Jahre alt, Studium der Theologie in Paderborn und Rom, Koordinierender Leiter Bereich Schule und Hochschule Erzbischöfliches Generalvikariat Paderborn
Was hat Euch dazu bewegt, Theologie zu studieren?
Jessica Bohn: In meinem Lehramtsstudium hatte ich als Schwerpunktfach das Fach Katholische Religionslehre. Die Auseinandersetzung mit der Theologie hat mir dabei so großen Spaß gemacht, dass ich zusätzlich angefangen habe, an der Theologischen Fakultät Theologie zu studieren. Relativ schnell wurde mir dann klar, dass ich nicht im Bereich Schule, sondern eher im Bereich der Bildungsarbeit / Hochschule als Theologin arbeiten möchte.
Benedikt Bohn: Nach meinem Abitur konnte ich mir vorstellen, den Beruf des Priesters zu ergreifen. Dazu gehört unter anderem das Studium der katholischen Theologie als Zugangskriterium. Aus diesem Grund habe ich mein Studium in Paderborn begonnen. Obwohl mein Berufs-/ Berufungsweg letztlich in eine andere Richtung geführt hat, bin ich sehr glücklich und dankbar für dieses interessante und vielfältige Studium, das meinen Glauben und mein Leben nachhaltig bereichert hat.
Was war das Besondere an Eurem Weg?
Wir beide sind zunächst mit einem anderen Berufswunsch in unser Studium gestartet, haben uns dann aber beruflich nochmal umorientiert.
Sind Euch auf eurem Weg Herausforderungen begegnet?
Wir denken, es ist immer die Herausforderung, sich selbst ehrlich zu fragen, ob man auf dem richtigen Weg ist. So war es auch bei uns. Wenn man ehrlich zu sich selbst ist und Fragen, Unsicherheiten oder Zweifel im Gebet vor Gott trägt, stehen die Chancen gut, dass man für sein Leben einen guten Weg findet, der einen glücklich sein lässt.
An welchen Orten und wie tankt Ihr neue Kraft?
In unserer Familie tanken wir neue Kraft. Wir haben vier Kinder im Alter von fünf bis 13. Unser Alltag ist dadurch nicht immer ganz ruhig und täglich voller bereichernder Überraschungen. Das fordert uns heraus, erfüllt uns aber auch immer neu mit Motivation und Kraft. Kraft tanken wir als Familie auch, wenn wir gemeinsam den Gottesdienst besuchen und zusammen Zeit verbringen.
Was bedeutet Berufung für Euch persönlich?
Berufung bedeutet für uns, den Ruf zu verspüren, in seinem Leben einen bestimmten Weg zu gehen. Wenn man sich zu etwas berufen fühlt, verspürt man bei dem Gedanken daran, in dieser Berufung leben zu können, großes Glück.
Was möchtet Ihr Personen mitgeben, die den Wunsch verspüren, ihre Berufung intensiver zu leben?
Alle die den Wunsch verspüren, ihre Berufung intensiver zu leben, möchten wir ermutigen, ehrlich zu ihrer Berufung zu stehen. Vor sich selbst und vor anderen. Das ist nicht immer leicht, weil eine Berufung ein persönlicher Ruf ist, den nicht immer alle nachvollziehen können. In jedem Berufungsweg darf es auch Umwege geben. Wichtig ist, dass man ehrlich ist und sich nicht verstellt, um scheinbar wichtige Erwartungen zu erfüllen.
Liebes Ehepaar Bohn, vielen Dank für das Gespräch, und alles Gute Euch und Eurer Familie!