Mit Büchern bin ich aufgewachsen – sie gehören zu meinen Wurzeln. Schon als Kind begleiteten mich Enid Blytons Famous Five, die tolle Abenteuer erlebten, Timm Thaler, der sein Lachen dem Teufel verkaufte, Winnetou, immer „edel, hilfreich und gut“.
Oder Michel aus Lönneberga, der mit viel Herz und Fantasie die Welt in Ordnung brachte. Und nicht zuletzt Krabat von Otfried Preußler, den die Liebe befreit – stärker als jede Zauberkunst… Großartig!
Diese Geschichten erzählten vom Guten im Menschen, von Mut, Gerechtigkeit, Kampf, Freundschaft und Neuanfang. Später kamen andere Bücher hinzu, die vielleicht wichtiger waren – in Schule, Studium und Leben. Doch prägend blieben diese ganz frühen Lektüren: Sie machten das Lesen für mich zu einem Ort der Verwurzelung, einer Schule des Herzens. Denn in jeder guten Geschichte leuchtet etwas von dieser Liebe auf, die die Welt im Innersten zusammenhält.
Diese Liebe zu Büchern möchte ich – auch in Zeiten von KI – weitergeben: an meinen Sohn, an andere. Denn sie ist für mich wie ein adventliches Zeichen dafür, dass die Liebe Mensch geworden ist und deswegen in jedem guten Wort neu aufscheint.
Matthias Micheel,
Theologe, Sozialarbeiter