Ein starkes inneres Fundament ist für mich die Grundlage
der Liebe. Mich selbst zu schätzen, zu lieben und mich anzunehmen als der Mensch, der ich bin, ist in meiner Generation vielleicht eine Art „Trend“.
Gleichzeitig ist es in der Realität (für mich) so eine große Herausforderung. Ich möchte mich ihr jeden Tag stellen. Denn wenn ich für meine Mitmenschen Liebe geben will, meinen Nächsten lieben, so muss ich erst einmal den Blick auf mich selbst richten.
Diese kleine Challenge nehme ich mir im Advent vor. Einfach etwas machen, was allein mir und meinem Wohlbefinden dient. Einen Kaffee trinken, ohne erreichbar zu sein, schwimmen, mich selbst bekochen – Kleinigkeiten, so banal. Und doch so wirksam.
Bernhard von Clairvaux hat es schon vor 1000 Jahren erkannt:
„Wenn du weise bist, dann sei eine Schale, nicht ein Kanal.
Der Kanal lässt fast gleichzeitig durch, was er empfängt;
die Schale aber behält etwas zurück und gibt nur das aus,
was aus der Fülle überfließt.
Ich möchte nicht, dass du mehr den anderen hilfst als dir selbst.
Denn wenn du dich verausgabst, ohne dich selbst zu füllen,
wie willst du anderen nützen?“
Die Wurzel, die das Wasser braucht, um stark zu werden.
Die Schale, die erst gefüllt werden muss, um den Inhalt weiterreichen zu können.
Diese Quellen, aus denen ich leben will, muss ich füllen.
Es ist nicht egoistisch, auf sich selbst zu schauen.
Es ist notwendig, um mit den Nächsten das Gute zu teilen.
Rebecca Kobusch,
Referentin Christliches Orientierungsjahr