02.07.2026
monatliche Gebetstage um geistliche Berufungen

Im Gespräch mit Gemeindereferentin Annkathrin Tadday

Der heutige monatliche Gebetstag um geistliche Berufungen trägt die Intention „Für alle, die eine Gemeinde leiten“. Diesen Tag haben wir zum Anlass genommen, um mit der Gemeindereferentin Annkathrin Tadday aus Detmold zu sprechen, die auch zur Pastoralen Koordination beauftragt ist.

Liebe Frau Tadday, stellen Sie sich zu Beginn gerne vor:

Mein Name ist Annkathrin Tadday. Ich bin 59 Jahre alt, verheiratet, habe 4 Kinder und 2 Enkelkinder. Mein Beruf ist Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Lippe-Detmold und ich bin nun fast zwei Jahre mit der Pastoralen Koordination beauftragt. Nach meinem Religionspädagogik-Studium hat mich mein Weg in die damalige „Gegliederte Gesamtgemeinde Detmold“ geführt. Seit 35 Jahren gestalte ich Kirche in unterschiedlichen Strukturen und Aufgaben mit. In der Gemeindearbeit, im Pastoralteam, im Dekanatsteam Lippe, in der Ausbildung und Praxisbegleitung, beim Radio – nah bei den Menschen und mit dem Blick auf das, was heute und morgen wichtig ist.

 

 

 

Was hat Sie dazu bewegt, Gemeindereferentin zu werden und Verantwortung in der Gemeindeleitung zu übernehmen?

Mich hat schon früh begeistert, dass Kirche von Menschen lebt, die ihre unterschiedlichen Begabungen einbringen. Ich wollte einen Beruf, in dem ich Menschen begleiten, Gemeinschaft stärken und Glauben mitgestalten kann. Verantwortung in der Gemeindeleitung bedeutet für mich vor allem Teamarbeit. Gute Leitung entsteht dort, wo verschiedene Perspektiven zusammenkommen und Entscheidungen gemeinsam getragen werden. Dazu gehört für mich selbstverständlich auch, dass Frauen ihre Kompetenzen und ihre Berufung in Leitungsverantwortung einbringen – denn Kirche braucht die Gaben aller!

 

Was war das Besondere und Prägende an Ihrem Weg?

Prägend waren vor allem Begegnungen. Zum einen die Momente – kleine Sternstunden – in denen Gottes Geist spürbar wurde. Zum anderen auch solche, aus denen treue Freundschaften und Lebensbegleitungen entstanden sind. Diese Erfahrungen haben mich gelehrt, dass Berufung kein fertiger Plan ist, sondern ein Weg, auf dem Gott Schritt für Schritt begleitet.

Ich bin in einer kleinen Diasporagemeinde aufgewachsen, da gab es einen Pfarrer und viele ehrenamtlich Engagierte. In Detmold und Lippe lernte ich das Arbeiten in einem großen Team mit Menschen aus verschiedenen Berufen. Hier bin ich über lange Zeit, ausgehend als Praktikantin, hineingewachsen in den Dienst der Gemeindeleitung. Gott führt nicht nur auf geraden Wegen, sondern lädt immer wieder neu ein, sich auf Veränderungen einzulassen und den nächsten Schritt zu wagen.

 

Was fasziniert Sie an Ihrer Aufgabe als Pastorale Koordination?

Mich begeistert, Menschen und Ideen miteinander zu vernetzen und Entwicklungen zu begleiten. Meine Aufgabe besteht oft darin, zu kommunizieren, zu koordinieren, Kooperationen zu ermöglichen und dabei den Blick auf das große Ganze zu behalten. Ich erlebe, wie viel entstehen kann, wenn Haupt- und Ehrenamtliche ihre unterschiedlichen Begabungen einbringen, wenn Sie gemeinsam „an einem Strang ziehen“ und Verantwortung teilen. Kirche wird dort lebendig, wo Menschen gemeinsam gestalten.

 

An welchen Orten und wie tanken Sie neue Kraft und Zuversicht?

In der Ruhe liegt die Kraft – im Rückzug aus dem Trubel des Alltags. Das finde ich unterwegs in der Natur. Besonders mein Garten erinnert mich daran, dass Leben immer wieder neu wächst – manchmal ganz leise und unscheinbar. Hier ist ein wunderbarer Ort für meine Gebetszeit. Begegnungen mit Familie, Freundinnen und Freunden geben mir Halt und Freude.

 

Was bedeutet Berufung für Sie persönlich?
Berufung ist für mich ein lebenslanger Weg des Vertrauens und Wachsens. Es bedeutet, die eigenen Talente für andere einzusetzen. Sie ist nicht auf einen bestimmten Beruf beschränkt, sondern zeigt sich überall dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Hoffnung schenken und ihren Glauben im Alltag leben.

 

Was möchten Sie Personen mitgeben, die den Wunsch verspüren, ihre Berufung intensiver zu leben?

Sei Sie offen für das, was Gott Dir zutraut. Vertraue darauf, dass Gott jedem Menschen eigene Gaben schenkt, die in dieser Welt gebraucht werden!

Berufung beginnt oft nicht mit großen Antworten, sondern mit einem offenen Herzen und dem nächsten kleinen Schritt – in einer Begegnung, einer Aufgabe oder einem Gedanken, der nicht mehr loslässt.
Niemand muss den eigenen Weg allein gehen. Im Gespräch mit anderen, im Gebet und im Vertrauen auf Gott kann wachsen, wozu wir berufen sind. Der Glaube schenkt dabei Wurzeln, die tragen, und Flügel, die den Mut geben, Neues zu wagen.

 

Liebe Frau Tadday, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen alles Gute!

 

 

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