© freestocks | Unsplash
© freestocks | Unsplash
Adventskalender 2025 Impuls 24. Dezember

In der Liebe verwurzelt

Weihnachten – das Fest der Liebe!
Doch was bedeutet diese Aussage eigentlich, die wir in der Adventszeit so oft zu hören bekommen? Bezieht sie sich auf die heilige Familie: Vater, Mutter und Kind einträchtig beisammen? Zumindest gaukelt uns das die Krippenidylle auf den ersten Blick vor:

Maria, Josef und das Jesuskind erstrahlen im Lichterkranz, die Hirten fallen beim Anblick der drei voller Demut auf die Knie und selbst die aufgestellten Tiere erstarren voller Ehrfurcht vor diesem lieblichen Anblick. Mehr Emotion geht nicht!

Doch der allzu helle Schein trügt, nicht alles ist Gold, was glänzt! Dieser Idealzustand, den dann auch noch die Werbung zur Vermarktung ihrer Produkte in herzzerreißenden Spots instrumentalisiert, ist bei weitem nicht unter jedem Tannenbaum Realität. Ein zweiter Blick deckt schonungslos andere Wirklichkeiten auf, die die Festtage am liebsten ungeschehen machen möchten. Zumindest für einige von uns. Da finden sich tiefe Einsamkeit, die sich nicht nur im Alleinsein äußert, Kinder und Enkelkinder, auf die so sehnsüchtig gewartet wird, haben andere Verpflichtungen oder Vorstellungen, den Heiligabend zu verbringen oder wohnen schlichtweg am anderen Ende der Welt, Enttäuschungen, Konflikte und Streit in Familien bis hin zu Kontaktabbrüchen. All das kann unendlich schmerzen und das Fest in dem besagten „Krippen–Goldglanzetikett“ erhellen. Hat das doch rein gar nichts mit weihnachtlicher Harmonie, Frieden und Freudentaumel zu tun.

So betrachtet, kann nicht nur die heilige Familie gemeint sein, die vereint zusammen sitzt?! Da muss es Weihnachten doch noch mehr geben, sonst wäre Gott nicht Gott! Ich glaube nicht, dass er die Menschen allein lässt, die diese „heile Welt“ nicht erleben dürfen, frei nach dem Motto selbst schuld, wenn du deine Beziehungen und Gefühle nicht auf die Reihe kriegst.

Die Botschaft ist eine andere, eine größere, die sich unabhängig von all den Lebensschwierigkeiten bahnbrechend zeigen möchte. Gott hat den Wunsch, in unseren Herzen anzukommen und darüber hinaus noch viel mehr: Seine bedingungslose Liebe zu uns, in unsere Körperzellen und Seelen einzupflanzen.

Diese göttliche und universelle Liebe darf Wurzeln schlagen, damit wir aus ihr Kraft für den Alltag schöpfen. Und darüber hinaus für das Leben, mit alldem, was es uns vor die Füße wirft.

Das Fest der Liebe bedeutet dann, unser Dasein in dieser göttlichen Liebe zu gründen, Liebe als Quelle, Sinn und Richtung zu verstehen. Das schenkt tiefen inneren Frieden, weil man sich getragen weiß, ganz unabhängig von den äußeren Umständen.

 

Ute Paschedag,
Kur- u. Reha-Klinikseelsorgerin, Gemeindereferentin

Tagesimpuls 24. Dezember 2025
Adresse: Leostraße 21 | 33098 Paderborn
berufungspastoral@erzbistum-paderborn.de
05251 206-5400
Instagram
Facebook