Diesen Tag haben wir zum Anlass genommen, um einen kurzen Impuls für alle Erzieher:innen und Lehrer:innen zu veröffentlichen:
Für alle Erzieher:innen und Lehrer:innen
Manche Menschen prägen unser Leben, ohne dass sie es vielleicht selbst voll und ganz wissen. Sie sehen etwas in uns, bevor wir es selbst erkennen können. Sie trauen uns etwas zu. Sie ermutigen, begleiten, fordern heraus. Und trösten aber auch, erklären noch einmal, halten Spannungen aus und bleiben manchmal gerade dann an unserer Seite, wenn wir uns selbst nicht viel zutrauen.
Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer tun genau das: Ihr Dienst am Menschen ist weit mehr als Wissensvermittlung oder Betreuung. Sie arbeiten mit dem, was noch wächst. Mit Fragen, mit Unsicherheiten, mit Begabungen, mit Hoffnungen, mit Brüchen und mit all dem, was einen Menschen ausmacht. Wer junge Menschen begleitet, braucht nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch ein waches Herz: den Blick für das, was in einem anderen Menschen angelegt ist und werden will.
Darin liegt aus unserer Sicht etwas, dass zutiefst mit Berufung zu tun hat. Denn Berufung beginnt oft dort, wo ein Mensch spürt: Da ist jemand, der mich sieht. Da ist jemand, der mir etwas zutraut. Da ist jemand, der mir hilft, meinen eigenen Weg zu entdecken. Erziehung und Bildung können so zu Räumen werden, in denen Menschen ihrer Würde, ihren Fähigkeiten und vielleicht sogar ihrer Sendung näherkommen.
Zugleich kann auch der Dienst als Erzieherin, Erzieher, Lehrerin oder Lehrer selbst Ausdruck einer Berufung sein. Nicht im Sinn eines romantischen Ideals, das alle Mühe ausblendet. Sondern als tiefe innere Antwort auf die Aufgabe, für andere da zu sein, Entwicklung zu ermöglichen und Verantwortung für das Wachsen von Menschen zu übernehmen. Wer in diesem Feld arbeitet, weiß: Nicht jeder Tag ist leicht. Gerade deshalb ist es so kostbar, wenn Menschen diesen Weg mit Ausdauer, Menschlichkeit und Hingabe gehen.
Wir beten heute für alle Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer. Für alle, die Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene begleiten. Für alle, die Talente entdecken helfen, Vertrauen stärken und Orientierung geben. Und wir beten darum, dass sie selbst immer wieder spüren dürfen: Ihr Dienst ist wichtig. Ihr Einsatz trägt Frucht. In ihrem Beruf kann Gottes Ruf hörbar werden.
Gott, begleite die Entfaltung deiner Gaben. Amen
Gedanken aus dem Team der Diözesanstelle Berufungspastoral zum monatlichen Gebetstag