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„Ich möchte, kann und muss als Lehrer viel mehr sein als nur ‘Lehrer’.“

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Tobias Klaholz

Hallo, Tobias! Erzähl uns ein wenig von Dir. Wo kommst Du her? Was machst Du gerade?

Hi, mein Name ist Tobias Klaholz (34), geboren in Brilon. Seit ca. 8 Jahren wohne ich in Paderborn. Von Beruf bin ich stellv. Schulleiter und Klassenlehrer an der Kilian-Grundschule in Lichtenau. 

Dein ganzes Leben prägt Dich schon die Pfadfinderarbeit. Was fasziniert Dich so daran?

Na ja, heutzutage wirst du oft nur daran gemessen, wo du herkommst, was du oder deine Eltern verdienen und was du leistest. In den Pfadfindergruppen, in denen ich bisher aktiv war, war das alles egal: Möchtest du Gemeinschaft erleben und bist du bereit, deinen kleinen Teil dazu beizutragen, dann sei herzlich willkommen. Das ist schon fast zu einfach, oder?

Würdest Du sagen, dass Du “Lehrer aus Berufung“ bist? 

Ehrlich gesagt, habe ich am Anfang meiner Laufbahn immer gesagt, dass „Lehrer“ mein Beruf, aber nicht meine Berufung ist. Mittlerweile hat sich das komplett geändert, und ich kann guten Gewissens von „Berufung“ sprechen. Ich bin der Überzeugung, dass Kinder mehr und mehr einen zuverlässigen Halt im Leben brauchen. Es ist leider keine Seltenheit, dass sich Partner trennen, Ehen geschieden werden, Eltern überfordert sind oder Kinder auch schon in sehr jungen Jahren (teilweise unglaublich) schlimme Sachen erleben müssen. Ich möchte, kann und muss da als Lehrer viel mehr sein als nur „Lehrer“… vielleicht, wo es nötig ist, auch einer der wenigen zuverlässigen Felsen, die für das Kind in der Brandung stehen.

Sollte es aus Deiner Sicht weiterhin Religionsunterricht an Schulen geben?

Ich finde es wichtig, dass Menschen die freie Wahl haben, an was oder ob sie glauben. Wie aber soll sich ein Mensch für oder gegen etwas entscheiden, wenn er/sie gar nicht weiß, was ihn oder sie bewegen oder tief erfüllen könnte und was nicht. Deshalb bin ich definitiv der Meinung, dass es weiterhin Religionsunterricht an Schulen geben sollte. 

Aber nicht falsch verstehen: Ich rede hier nicht nur von christlichem Religionsunterricht. Denn es sind schon sehr lange nicht mehr nur katholische und evangelische, sondern auch muslimische Kinder Teil unserer Schulgemeinschaft und sie sollten genauso die Möglichkeit haben, ihren Glauben oder den Glauben ihrer Eltern kennenzulernen, wie alle anderen.   

Was bedeutet Dir im Leben der Glaube?

Tja, mit dem lieben Gott und mir war es nicht immer einfach und es gab auch Zeiten, in denen wir uns lieber nicht über den Weg gelaufen sind……bis zwei Menschen dafür gesorgt haben, dass wir uns langsam wieder angenähert haben: Meine Oma und ein guter Freund. 

Heute bedeutet mir meine Beziehung zu Gott sehr viel. Ich bete zwar nicht jeden Tag und gehe auch nicht jeden Sonntag in die Kirche, aber wenn ich dies tue, dann aus einem sehr tiefen Bedürfnis heraus und voller Überzeugung. Und obwohl er mit mir viel aushalten muss, ich ihn manchmal kritisiere oder auch hinterfrage, weiß ich, dass Gott mein ständiger Begleiter ist, auf den ich mich immer verlassen kann.  

Wenn Du Dir die Kirche in 25 Jahren vorstellst, wie, hoffst Du, sieht die Kirche dann aus?

Mhm, gute Frage. Oft wird die Tatsache, dass sich die Kirchen in Deutschland leeren damit gleichgesetzt, dass die Menschen nicht mehr glauben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass heutzutage unglaublich viele Menschen weiterhin das Bedürfnis nach Glaube und Spiritualität haben, sie dafür aber nicht den passenden Ort oder das passende Angebot finden. 

Für die Zukunft erhoffe ich mir, dass die Kirche diese Bedürfnisse sieht und den „Suchenden“ kreative und offene Angebote bietet. Da die Zahl der Priester und die der Kirchengänger weiterhin abnimmt, wird dies jedoch kaum in jeder Gemeinde möglich sein. Ich stelle mir dafür gerne Leuchtturm-Projekte vor, wie zum Beispiel die Bildungsstätten, die es im Bistum gibt. Die Menschen müssten dann zwar ein paar Kilometer fahren, aber ich denke, das ist zumutbar, wenn man weiß, dass dort genau der richtige Ort und das richtige Angebot ist, das man im Glauben sucht.

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