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„Ich muss bereit sein, mich anfragen zu lassen, bereit sein, Zeugnis zu geben.“

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Thomas Klöter

„Ich aber habe Euch Freunde genannt“

Ich wurde 1961 in einer Bergbaustadt am östlichen Rand des Ruhrgebietes geboren. Sowohl mein Vater, als auch meine Groß- und Urgroßväter waren Bergleute.
Eigentlich war alles klar.
Gesellschaftlich – alles hatte seine Ordnung,
Kirchlich – die Volkskirche hatte selbst im Ruhrgebiet noch feste Wurzeln und fußte auf lange bestehenden Riten und Grundausrichtungen,
Biographisch – der Junge wird sicher mal Bergmann, oder sogar Büroangestellter auf der Zeche.

Doch dann entwickelt sich mein Leben ganz anders.

Das II. Vatikanische Konzil veränderte die Kirchengestalt grundlegend.
Gesellschaftlich erlebten wir emanzipatorische Prozesse, die uns bis heute prägen.
Zuguterletzt gab es eine Bildungsreform, in dessen Folge ich mich auf dem Gymnasium wiederfand und Abitur machen durfte.

Mein Leben entwickelte eine Unordnung, die bis heute anhält. Da waren zunächst die Jahre in der Schule, als Messdiener und Gruppenleiter in der Jugendarbeit und als Schüler in einem kommunalen Gymnasium, in denen Christsein nur eine Randnotiz war.

Durch das Engagement über viele Jahre in der Pfarrgemeinde wurde mir klar: mein Leben steht nicht nur auf eigenen Füßen, sondern ist getragen vom Wort Jesu, der mich Freund nennt und von mir erwartet, dass ich mich auch als sein Freund verhalte (Joh. 15,15). Dieses Wort hat mich schon sehr früh angerührt und begleitet mich seitdem.

Freundschaft setzt auf Vertrauen, gegenseitige Achtung und Wertschätzung. Ich nehme das, was du sagst und denkst, ernst und es bedeutet mir etwas. Freundschaft basiert auf Gegenseitigkeit.

Gerade in den Jugendjahren stellte sich oft die Frage: Warum engagierst du dich in der Kirche und nicht woanders? Ich war früh herausgefordert, Stellung zu beziehen und für mich zu klären, warum ich das tue.

Diese Herausforderungen ziehen sich durch mein Leben bis heute. Sie haben mich immer wieder auf die Grundfrage zurückgeführt: was machst Du aus deinem Leben, auf welchem Grund lebst du? Ich kann nur sagen, dass im Rückblick diese Auseinandersetzungen grundlegend für mein heutiges Denken und Handeln sind.

Heute arbeite ich als Theologe für die Kirche von Paderborn, und vieles erinnert mich an die Jahre im Ruhrgebiet. Nur wenig scheint verlässlich zu sein, vieles im Fluss und die Zukunft unklar und unsicher. Nur wenig scheint so unreflektiert einfach so weiter zu gehen. Es ist nötig, sich selbst zu fragen: Warum bin ich Christ, warum ist mir Glaube wichtig, und was bin ich bereit, für diesen Glauben zu tun?

Ich muss bereit sein, mich anfragen zu lassen, bereit sein, Zeugnis zu geben, auch wenn es schwer oder unmodern scheint. Dabei kann ich auf die Zusage Jesu bauen, denn Freunde lassen sich nicht allein und stützen sich.

Mit dieser Grundhaltung erscheinen die Herausforderungen der heutigen Zeit nicht mehr so unüberwindlich und bedrohlich. Ich sehe sie eher als notwendige Klärungen für die zukünftige Gestalt der Kirche. Darauf vertraue ich.

Zuguterletzt konnte ich während des Theologiestudiums insgesamt ein Jahr als Bergmann unter Tage arbeiten, das war ich meiner Familie und meiner Herkunft schuldig.

Thomas Klöter, Paderborn

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