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„Dass wir das Schöne um uns erkennen und gestalten können, ist mit Sicherheit ein Gottesgeschenk an uns Menschen.“

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Tanja und Stephan Münnich

Wer seid Ihr und was macht Ihr so?

Stephan Münnich, 42 Jahre, geboren und aufgewachsen in Wuppertal. Gelernter Bankkaufmann. Seit 2003 erste fotografische Jobs. Nach der Konfirmation jahrelang eher kirchenfern, als Pate eines mittlerweile 13jährigen Patenkindes seit 2005 wieder näher dran an Kirchenthemen.

Tanja Münnich, 41 Jahre, aus Dortmund. Studium der Kommunikationswissenschaft in Bochum, journalistische Arbeit, nach dem Abschluss Marketingreferentin in der Erwachsenenbildung. Seit der ersten Elternzeit 2007 immer mehr fotografische Arbeit. Als Jugendliche engagiert in der Kirche (Kinder- und Jugendchor, Jugendtreff), mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen in sowohl katholischer Vorort-Gemeinde als auch – durch Schüleraustausch – amerikanischer Baptistenkirche.

Stephan: Wir sind Hochzeits- und Familienfotografen und dürfen Menschen an ihren glücklichsten Tagen begleiten.

Tanja: Von ganz besonderen Tagen wie Hochzeiten, Taufen, Familienfeiern jeder Art bis zu den ganz normalen Alltagsmomenten, die wir in dokumentarischen Reportagen erzählen, halten wir Erinnerungen fest. Wir bringen Momente in eine greifbare Form – das Bild an der Wand, das Fotobuch auf dem Wohnzimmertisch hält viele Erinnerungen lebendig. Und ganz davon abgesehen, sind wir bei vielen „unserer“ Familien auch ein fester Punkt im Jahresablauf. Manche Familien buchen jedes Jahr um die gleiche Zeit einen Fototermin, für viele ist das Weihnachtskarten-Shooting ein fester Programmpunkt im Herbst…

Ihr seid beide Fotografen. Welche Rolle spielt Ästhetik für Euren Beruf? 

S: Ohne Ästhetik ist ernsthafte Fotografie sicher nicht möglich – die Distanz zum Menschen ist bei einer Reportage sehr klein und man ist mittendrin im Geschehen.

T: Es ist immer spannend, wenn der Wunsch nach Ästhetik und die ungeschminkte Realität, gerade in Familienreportagen, aufeinander prallen. Sicherlich versuchen wir, die Situationen „schön“ abzulichten. Aber viel wichtiger, als einer aktuellen Mainstream-Ästhetik zu entsprechen (denn die ist oft gefragt, wenn man „zum Fotografen geht“), ist es, die Menschen wirklich wahrzunehmen. Auch wenn das Wohnzimmer in Eiche rustikal der Familie, die ich fotografiere, nicht meiner persönlichen Ästhetik oder irgendwelcher Hochglanzmagazine entspricht, ist es doch wichtig, das Umfeld der Menschen nicht zu verändern, echt zu belassen. Zumindest ist das so bei dem Ansatz der Fotografie, den wir verfolgen. Zum Glück haben unsere Paare und Familien aber oft einen ähnlichen Stil wie wir – schließlich werden wir auch deswegen gebucht, weil den Menschen gefällt, was sie bei uns sehen.

Wie passen Religion und Ästhetik zusammen?

S: Beides sind Werte, die auf Respekt und Wertschätzung beruhen, also sehe ich da keinen Widerspruch sondern eher Gemeinsamkeiten/Schnittmengen.

T: Religion als Inspiration oder Triebfeder künstlerischen Ausdrucks ist so alt wie die Menschheit. Versteht man Ästhetik zudem als die Orientierung am Schönen, Geordneten, so ist man sehr schnell bei dem, was viele Menschen in der Religion (auch) suchen. Ritualisierte, liturgische Abläufe, die Ruhe und Sicherheit schenken. Die besondere Erhabenheit geistlicher Musik. Dass wir das Schöne um uns erkennen und gestalten können, ist mit Sicherheit ein Gottesgeschenk an uns Menschen.

Ihr seid oft bei Hochzeiten oder nach der Geburt eines Kindes ganz nah bei Menschen. Nehmt ihr solche Momente auch als religiöse Momente wahr? …und Eure Kunden?

S: Durchaus, man merkt den meisten Menschen die Anspannung und die Bedeutung dieses Tages sehr an. Es sind teilweise lange Vorbereitungen auf diesen einen Moment. Es ist aber auch sehr unterschiedlich. Da gibt es ein breites Spektrum. Manchmal ist es eher Tradition oder der Gedanke ‚das macht man halt so‘.

T: Wenn ich bei einer Hochzeit oder Taufe, gerade in der Kirche, fotografiere, bin ich immer „mit im Gottesdienst“. Ich spreche Gebete mit, ich singe mit, ich achte den Ablauf des Gottesdienstes und versuche, Störungen zu vermeiden. Natürlich will und muss ich meine Fotos machen – doch ist mir immer ganz bewusst, was dort gerade passiert. Das sind für mich ganz klar kirchlich-religiöse Momente. Bei Fotos von Neugeborenen gibt es ähnliche Augenblicke. Wenn ich die ersten Familienbilder mache und die Eltern ihr Baby, das vielleicht gerade fünf oder sechs Tage alt ist, auf dem Arm halten, entsteht eine ganz besondere Innigkeit. Ich halte mich dann ganz deutlich zurück, rede nicht mehr und bin nur noch Zeugin dessen, was passiert. Die Blicke der Eltern, die Liebe, die sich dann im Raum ausbreitet – das ist ganz sicher spirituell.

Ist Euer Beruf Eure Berufung? Warum?

S: Aus meiner Sicht ist unser Beruf eine Berufung, weil wir in dieser Tätigkeit die Menschen lebendig festhalten und  Meilensteine wie Taufe, Kommunion oder Hochzeit begleiten dürfen.

Weil wir in der Fotografie die Menschen so zeigen können, wie sie sind und wir machen Momente erlebbar und teilbar für alle, die nicht dabei sein konnten. Im Endeffekt erschaffen wir Erinnerungen.

T: Ich glaube, das handwerkliche Fotografieren ist ein Beruf wie jeder andere. Brennweite und Blende auswählen, Licht einrichten, Bildbearbeitung ist keine Frage von Talent, das kann man lernen. Die Arbeit mit Menschen vor der Kamera, gerade und vor allem mit Menschen in außergewöhnlichen, angespannten, oft auch sehr verletzbaren Situationen (wie z. B. bei Fotos von schwangeren Frauen), ist allerdings etwas, das bestimmt nicht jedem gleich gut liegt. Meistens hat unser Beruf mehr mit Psychologie zu tun als mit technischer Umsetzung. Reden mit Menschen, Stimmungen erspüren, zuhören, um sie dann so darstellen zu können, wie sie sind, ehrlich, aber mit einem liebevollen Blick, hat dann vermutlich doch etwas mit Berufung zu tun.

Anfang April 2018 feiern wir Ostern. Welche Bedeutung hat Ostern für Euch?

S: Ostern ist ein eigentlich eher trauriges und schönes Fest zu gleich.

T: Ostern ist für mich das alljährliche Versprechen, dass ein neuer Frühling, ein neuer Sommer kommt. Und mit diesem Frühling die Gewissheit, dass die Erde sich weiter dreht, das Leben weiter geht – und so auch Gott weiter, immer wieder aufs Neue, für uns Menschen da ist. Die Auferstehung ist für mich das ganz konkrete Bild dazu. Aus dem Dunkel ins Licht.

Was bedeutet Euch Euer Glaube im alltäglichen Leben? 

S: Der Glaube gehört zum Alltag dazu, ist mal mehr und manchmal auch weniger offensichtlich und dennoch ein steter Begleiter.

T: Glaube ist für mich im Alltag sehr eng verknüpft mit Gemeinde und Gemeinschaft. In den letzten Jahren ist unsere Familie sehr in die Gemeinschaft unserer Gemeinde hineingewachsen – durch die Erstkommunionvorbereitung unserer beiden älteren Kinder, die Mitarbeit als Katechetin, im Kinderkirchen-Team, bei der DPSG und in der Messdiener-Gemeinschaft. Überall haben wir Menschen getroffen, mit denen wir gerne Zeit verbringen, sei es bei ganz handfestem Anpacken, wenn eine Pfadfinder-Jurte auf- oder abgebaut werden soll oder die Sternsinger mit Mittagessen versorgt werden, aber auch im Gespräch über Glaube, Gott und Kirche, wenn Gottesdienste vorbereitet werden. Ich fühle mich sehr wohl und sehr zuhause unter all diesen Menschen – und diese Gemeinschaft miteinander ist für mich Gemeinschaft mit Gott. Außerdem gibt es natürlich die kleinen, offensichtlichen Dinge. Unsere Jüngste besteht immer wieder darauf, dass wir vor dem Essen beten. Wir zünden zu den Geburtstagen unsere Taufkerzen an. Wir haben Palmzweige vom Palmsonntag im Haus. In den Kinderzimmern hängen die Kreuze der Erstkommunion. Wir sprechen mit den Kindern über Religion und Glauben, wenn sie das möchten. Und wir machen auch gerne Witze darüber, ob man aus reiner Gottesfurcht so gerne zum Dienen kommt oder weil man Punkte in der messdienerinternen Scorerliste sammeln will… 😉

Welche Bedeutung hat Ehe für Euch?… und Glauben in der Ehe?

S: Die Ehe ist die Bestätigung unserer Liebe. Der Glaube hilft immer dann weiter, wenn man keine Antworten findet und man sich dann wiederum auf das Wesentliche besinnt.

T: Wir haben schon eine ganze Weile zusammengelebt, bevor wir geheiratet haben. Geändert hat sich mit unserer Hochzeit das Gefühl der Verbindlichkeit. Wir haben nicht nur für uns, sondern für alle – Freunde, Familie, Gesellschaft – ja zueinander gesagt. Wir haben zwar evangelisch geheiratet, aber mir (als katholischem Teil unserer Ehe) war es sehr wichtig, dass unsere Ehe auch nach katholischem Recht gültig ist. Ich wollte ausschließen, nach einer eventuellen Trennung noch einmal kirchlich heiraten zu können. Diese Verbindlichkeit, dieses unbedingte Ja sollte jeder, ohne Wenn und Aber, seinem Partner schenken können, wenn man das möchte. Glaube in unserer Ehe ist unaufgeregt. Genau wie oben beschrieben – es gehört dazu, nimmt einen großen Stellenwert ein, ohne dass wir viel darüber reden. Es ist einfach da.

Wofür seid Ihr dankbar?

  • für meine Familie (meine Frau und unsere drei Kinder) 
  • Gesundheit  
  • die Möglichkeit, unser Leben selbst zu gestalten

T: Drei gesunde und wunderbare, anstrengende, herausfordernde, liebevolle, empathische Kinder. Ein Mann, der mich im Alltag oft genug wahnsinnig macht, den ich aber mordsmäßig vermisse, sobald er mal länger als 24 Stunden weg ist. Das Gefühl, angekommen zu sein im Leben und genau das zu tun, was ich möchte, was ich kann, worin ich gut bin.

 

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