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„(Kirchen)Musik – eine Möglichkeit, Glauben(serfahrungen) auszudrücken“

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Sebastian Waßmuth

Hallo Sebastian, wie bist Du zur Kirchenmusik gekommen?

Zu Hause hatten meine zwei Schwestern und ich die Möglichkeit – mit der nötigen Unterstützung unserer Eltern – ein Instrument zu erlernen. Über die klassische Station Klavier hat sich jeder dann auf ein Nachfolgeinstrument spezialisiert. Ich war schon immer großer Orgelfan. Fasziniert vom Klang und von der besonderen Stimmung, die von ihr ausgeht.

Nicht zuletzt nach unzähligen Gottesdiensten, bei denen ich als Messdiener bei Liturgie und Gebet helfen durfte, stand für mich fest: „Ich möchte die liturgische Hilfeseite wechseln und Orgelspiel lernen!“.

Durch Orgel- und Liturgieunterricht vorbereitet, durfte ich meine ersten Messen in der Klosterkapelle St. Vincenz in Kirchborchen begleiten. Auch, wenn sonntags um sieben Uhr sicherlich nicht die Traumanfangszeit für einen Wochenendtermin eines Dreizehnjährigen darstellt, bin ich rückblickend sehr froh über die Erfahrung, die ich dort machte.

Kurze Zeit später ergab sich ein akuter Organistenbedarf in unserer Pfarrkirche St. Michael – ich durfte auch dort spielen und bin bis heute im Nebenamt immer noch da.

Die anfangs drei, später zwei Gottesdienste an den Wochenenden haben neben der Spielpraxis auch immer mehr Freude am liturgischen Orgelspiel gebracht. Während dieser Zeit bekam die Pfarrgemeinde eine neue Orgel, deren Planung und Bau mich noch einmal mehr hinter die Kulissen haben blicken lassen.

 

Was begeistert Dich persönlich an der Musik? Wie wichtig ist die Musik im Gottesdienst aus Deiner Sicht?

Mich begeistert vor allem, dass dem Hörer ein „Hineinfallenlassen“ in die Musik möglich ist. Was meine ich damit? Ohne große Vorbereitung kann eine direkte Teilnahme stattfinden. Man muss nicht unbedingt ein Instrument spielen können… Die Fähigkeit zum Empfinden für „mich ansprechende“ Musik hilft jedem beim Hörerlebnis, das die eigene Stimmung unterstützt bzw. bildet. Und das trifft in ganz besonderem Maße bei der Kirchenmusik zu.

Die Musik im Gottesdienst bildet für mich einen fundamentalen Teil. Auf einfache Weise werden in unseren Chorälen Worte und Klangbilder zusammengelegt, die die jeweiligen Stimmungen ausdrücken. Das macht direkt etwas mit den Teilnehmern, die ja aktiv mitklingen oder auch nur zuhören können. Und das hilft mit bei der Atmosphäre den einzelnen Elementen des Gottesdienstes. So wird hoffentlich aus dem Zusammenspiel von Musik und den anderen Elementen eine runde Sache.

 

Ist die Musik für Dich eine Möglichkeit, Deinen Glauben auszudrücken?

Zu den Herausforderungen von Familie und Beruf ist für mich das Orgelspielen ein toller „Gegenpol“. Die Vorbereitung auf die Gottesdienste und das Spielen selbst bilden die Rahmenbedingungen, dass ich mich einmal mehr mit den eigenen Glaubensfragen beschäftige.

Durch das Üben und Spielen von Literatur, aber auch von Improvisationen kann man die Glaubensfragen und -antworten verschiedener Komponisten erfahren. Projiziert auf die eigenen Fragestellungen, kommen einem sicherlich hier und da Parallelen in den Sinn bzw. entstehen neue Fragen.

Wenn man dann die Musik in dieser Hinsicht als Vehikel sieht, ist es möglich, diese Glaubensfragen bspw. an der Orgel auszudrücken. Es ist für mich interessant festzustellen, dass es keine epochalen Grenzen in Bezug auf diese Fragestellungen gibt. So ist Orgelliteratur aus dem Barock und der Moderne vom Hören her zwar sehr unterschiedlich – allerdings vom Grundthemenbezug und die damit verbundene Auseinandersetzung sicherlich gleich motiviert.

 

Du bist verheiratet und hast Kinder. In Deiner Familie spielt der Glaube eine wichtige Rolle. Warum ist Euch als Familie das wichtig?

Auf der Grundlage unserer persönlichen Kindheitserfahrung innerhalb unserer Familien möchten wir eine Plattform für ein glaubhaftes Zusammenleben für Heute schaffen.

Der Begriff „Heimat“ beschreibt für uns sehr treffend das Gesamtbild vom Zusammenhang zwischen Familienleben und Glaube. Unter dem Einfluss der vielen gesellschaftlichen Anforderungen gibt der Glaube Hilfestellung und Orientierung, die wesentliche Marschrichtung nicht aus dem Blick zu verlieren. Vielleicht gelingt es ja, dass unsere Kinder heimatlich aufwachsen?

 

Wie würdest Du junge Menschen für das Orgelspielen bzw. die Kirchenmusik begeistern?

Ich versuche zu helfen, dass sie fasziniert von dem Instrument Orgel sind. Diese Faszination kann man meiner Meinung nach durch zwei Themenbereiche untermauern.

Erstens durch die Musik selbst. Durch das Musikspielen im Gottesdienst ist man Teilnehmer und Mitgestalter zugleich. Neben der Auseinandersetzung mit den gottesdienstlichen Zusammenhängen und dem Üben der musikalischen Grundfertigkeiten ist es ein schönes Ziel, eigene Impulse mit einbauen zu dürfen.

Und zweitens auch durch die Technik. Die Orgel als komplexes Konstrukt vereint viele technische Feinheiten, ohne die die große klangliche Varianz nicht darstellbar wäre. Es gilt, Neugierde für das zu wecken, was sich neben der Musik zum Beispiel hinter den Begriffen wie: Abstrakte, Wellenbrett, Wind, Lade und Setzer verbirgt.

Der Theologe Johann Ulrich Sponsel sagt zusammenfassend: „Die Orgel bleibt das vollständigste unter allen Instrumenten.“ Na, wenn das keine Motivation und Herausforderung ist …

 

Sebastian Waßmuth, Jg. 1977, ist seit 24 Jahren in seiner Gemeinde Kirchenmusiker. Er ist verheirateter Familienvater und wohnt in Borchen bei Paderborn.

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