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„Gott spricht durch Menschen und Ereignisse“

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Schwester Martina Werthmann

Mein Name ist Schwester Martina Werthmann, ich gehöre zur Gemeinschaft der Franziskusschwestern der Familienpflege aus Essen. Wir, als Franziskusschwestern, sind seit 1920 in Paderborn in der Familien- und Altenpflege tätig.

Seit Dezember letzten Jahres lebe ich mit drei Mitschwestern in einem Konvent am Tegelweg. Zuvor war ich 20 Jahre in Harsewinkel in der Seelsorge. Der Wechsel nach Paderborn ist mir nicht leicht gefallen, doch sehe ich eine Chance im Neubeginn hier vor Ort. Ich bin offen und gespannt darauf.
Wenn ich nun mit 80 Jahren einen kurzen Rückblick in die Vergangenheit zu meiner Kindheit und Jugendzeit mache, so kann ich sagen, dass ich Gottes Führung auf vielerlei Weise gespürt und erfahren habe.
Aufgewachsen bin ich als Einzelkind in Essen, im Ruhrgebiet, in der Kriegs-und Nachkriegszeit. Meine Familie war nicht besonders religiös, es gab weder Priester noch Ordensleute in unserer Verwandtschaft. Meine Mutter vermittelte mir die Grundlagen des Betens. Als junges Mädchen verbrachte ich meine Freizeit in der Pfarrgemeinde mit Kinder- und Jungendarbeit, die mir viel Freude gemacht hat. Dadurch bekam ich auch einen näheren Kontakt zur Kirche und zu den Seelsorgern.

Gott spricht durch Menschen und Ereignisse
Ein altes Sprichwort heißt: „Not lehrt beten“, das habe ich durch den Tod eines geliebten Menschen erfahren. Meine Beziehung zu Gott wuchs, aber zu gleich haderte ich mit Ihm.
Als ich spürte, Gott hat für mich einen anderen Weg vorgesehen als eine Familie zu gründen, verwarf ich den Gedanken, doch er ließ mich nicht mehr los. Gott krempelte mein Leben total um. Den Beruf und schöne Sachen aufgeben, Freunde und Familie verlassen. Das Letzte war mir besonders schwer, denn: wie sag ich es meinen Eltern? Es gab nur wenige Menschen die mich unterstützten, es schien zu ungewöhnlich zu sein, in ein Kloster zu gehen. Drei Jahre habe ich gebraucht, um die Entscheidung zu treffen. Während dieser Zeit habe ich intensiv gebetet und gerungen.

Aber wo gehe ich hin?
Nachdem ich einige Ordensgemeinschaften kennen gelernt hatte, traf ich eine Franziskusschwester und kam so zu meiner  Gemeinschaft. Das Miteinander der Schwestern und die Atmosphäre waren stimmig. Über das Wie dieses Lebens machte ich mir nicht zu große Gedanken, ich musste diesen Weg gehen. Gegen den Willen meines Vaters trat ich mit 24 Jahren in die Gemeinschaft der Franziskusschwestern der Familienpflege ein.
Mit der franziskanischen Spiritualität machte ich mich vertraut. Kurz vor meinem Eintritt fuhr ich nach Assisi zu Franz und Klara, um mir ihren besonderen Segen zu holen.
Den Weg der Nachfolge in einer franziskanischen Gemeinschaft zu gehen, heißt: nach dem Beispiel des hl. Franziskus das Evangelium zu leben. Es ist für mich bis heute immer wieder eine neue Herausforderung, denn es ist nicht einfach, einfach zu leben! Es bedarf regelmäßig einer Korrektur und ein neues „Ja“ zu dieser Lebensform. Auf diesem Fundament gehe ich den Weg nun seit 55 Jahren.

Auf meine Tätigkeit in den letzten 20 Jahren in der Kranken- und Altenseelsorge schaue ich gerne zurück. Jetzt versuche ich meine Erfahrungen mit den alten Menschen zu teilen und Zeit für sie zu haben.
Als Gemeinschaft sind wir  zuversichtlich, dass Gott auch heute auf krummen Linien gerade schreiben kann und tun das, was uns möglich ist. Wir versuchen auch in Zukunft die Zeichen der Zeit zu deuten im Geiste des Evangeliums und nach dem Vorbild des hl. Franziskus unsere Antwort darauf zu geben.

Auch heute, im 21. Jahrhundert, ist ein Leben in der Nachfolge möglich, wenn auch anders.

Impuls:
Ich kann weghören, wenn Christus mich ruft.
Ich kann weglaufen, wenn er mich braucht.
Ich kann auch warten und schweigen, hören und aufbrechen,
seine Spur suchen und mein Leben finden.

Es lohnt sich, Jesus zu suchen und sich auf ihn einzulassen.

 

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