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„Schlüssel zur Wirklichkeit: Gott allein genügt.“

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Prof. Dr. Peter Schallenberg

„Gott allein genügt“

Wann genau ich berufen wurde (wenn man das überhaupt so ausdrücken darf?), kann ich rückblickend nicht genau sagen. Ich weiß eigentlich nur, dass ich immer schon, also etwa seit der Ersten Hl. Kommunion, Priester werden wollte. Das heißt näherhin: Ich wollte das tun, werden, was unser Pfarrer zu Hause, ein heiligmäßiger und zutiefst frommer und sehr menschenfreundlicher Mann, war: eben Priester! Das schien mir im buchstäblichen Sinn der Himmel auf Erden zu sein – und warum sollte ich das nicht auch können?

Daß es Gott gibt und er lebendig ist und auf uns achtet und er etwas von uns und von mir will, das schien mir vollkommen selbstverständlich und unbezweifelbar. In der Familie zu Hause gingen wir zur Hl. Messe, am Sonntag sowieso und manchmal auch werktags, und es wurde gebetet morgens und abends und bei Tisch. Gott gehörte dazu – anders als sichtbare Familienmitglieder, aber doch genauso wirklich. Priester gab es auch in unserer Familie, aber das große Vorbild war doch seit der Erstkommunion und dann als kleiner Messdiener mein Heimatpfarrer. Als Messdiener sahen wir ihn vor und nach der Hl. Messe in der Kirche vor dem Tabernakel knien und beten – ich zweifelte nicht im geringsten an der Wahrheit dieses Betens und an der wirklichen Gegenwart Gottes. Und als Meßdiener in der Hl. Messe, in der Sonntagsandacht und bei Beerdigungen spürte ich: Hier ist Gott. Das war sozusagen die erste Spur Gottes, die ich sah und verfolgte: Beten und Hl. Messe.

Dann, als wir älter wurden, holte uns ältere Messdiener der Heimatpfarrer am Sonntagabend im Pfarrhaus zusammen und wir stellten ein Messdienergebetbuch für die Sakristei zusammen. Damals gab er uns verschiedene Gebete. An zwei erinnere ich mich noch heute: „Nichts soll dich ängstigen, nichts dich erschrecken, alles vergeht, Gott allein bleibt. Alles erreicht der Geduldige, und wer Gott hat, der hat alles. Gott allein genügt.“ (Teresa von Avila) Ich betete es oft, beinah täglich, auch auf dem Weg zur Schule oder in den Ferien auf dem Fahrrad zur Ferienarbeit. Und ich dachte: Das ist der Schlüssel zur Wirklichkeit: Gott allein genügt. Spanisch heißt das noch eindrucksvoller: Dios solo basta! Bravo, dachte ich mir, so muß es sein. Und das kann man leben und durchs Leben beweisen. Als Priester eben. Denn es muß bewiesen werden, dass Gott genügt, weil er sonst nicht Gott wäre.

Und ein zweites Gebet gab mir mein Pfarrer: „Gott, Herr meines Lebens, wirke in mir die wahre Indifferenz, dass ich gleichmütig ansehe und nicht mehr will: Gesundheit als Krankheit, Reichtum als Armut, Ehre als Ehrlosigkeit, jenes als dieses, was es auch immer sei. Ich will allein das wünschen und wählen, das mich mehr zu dem Ziel hinführt, für das ich geschaffen bin: liebend dich zu loben, dir Ehrfurcht zu erweisen und dir zu dienen.“ (Ignatius von Loyola). Indifferenz – was für ein seltsames Wort! Und doch war es mir einsichtig: So lauter und klar zu sein, dass man nichts mehr anderes wünscht, als Gott im eigenen Leben zu lieben und ihn zu loben. Allmählich wegzukommen von der ewigen Selbstbezüglichkeit und Fragerei nach dem eigenen Nutzen und Besorgtheit um sich selbst. Das schien mir aller Anstrengung und aller Mühe wert – bis heute! Und von damals an, von der Zeit als Messdiener in St. Pius in Arnsberg an bis heute setzt sich das Mosaikbild weiter zusammen: Das Bild von Gott in meinem Leben als Priester. Und ich bin sehr froh und dankbar, dass ich zu diesem Bild von Gott ein winziges Stück beitragen darf und mich anstrengen darf, zu erweisen: Gott allein genügt!

Prof. Dr. Peter Schallenberg, Paderborn

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