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„Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt“

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Pfarrer Georg Birwer

„Schreiben Sie etwas von Ihrer Berufungsgeschichte“, war die Bitte der Mitarbeiterin der Diözesanstelle. Ich habe das Wort ‚Berufungsgeschichte’ auf mich hin immer gemieden. Es erschien mir zu groß für mich, und es suggeriert ein wenig, der Weg, den Gott mit unserem Leben geht, sei direkt erkennbar.

Am Anfang meiner Berufstätigkeit als Priester hat mich über eine ganze Zeit ein Buch von Johannes Bours begleitet: „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt“ (Freiburg 1986). Der Titel ist mir im Grunde bis heute sehr nahe und ich könnte ihn als Überschrift über das setzen, was ich in meiner Beziehung zu Gott erfahre. Es zieht sich eine große Dankbarkeit durch, eine innere Gewissheit, dass Gott in allem, was ich tue oder was mir widerfährt, präsent ist.

Unzählige Male ist es mir passiert: Menschen, Aufgaben, sind auf mich zugekommen und ich konnte mir nicht vorstellen, wie sie zu bewältigen seien. Aber in dem Moment, wo ich selber begonnen und meine Verantwortung wahrgenommen habe, wurde spürbar: ich werde geführt. Neben der (kleinen) Kraft, die ich einbringen kann, steckt in mir die Kraft eines anderen, der wirken möchte. „Wenige Menschen ahnen, was Gott aus ihnen machen würde, wenn sie sich der Führung seiner Gnade rückhaltlos überließen“. Dieser bekannte Satz stammt vom Hl. Ignatius v. Loyola. Es ist einer von den Sätzen, die ich ganz unterschreiben kann.

Mir diesen Blick zu eigen zu machen, für mein eigenes Leben und meinen Glaubensweg, aber auch mit Blick auf die Menschen und Aufgaben, die mir anvertraut sind, sehe ich heute als einen für mich entscheidenden Leitfaden. Er hilft mir, die ungute Unterscheidung zwischen geistlichen und (scheinbar) profanen Tätigkeiten fallen zu lassen. Ob ich nun „Exerzitien im Alltag“ begleite oder mit dem Pfarrgemeinderat die Organisation eines Festes plane. In allen Dingen kann, wenn ich darauf innerlich ausgerichtet bin, die Begegnung mit Gott geschehen. Umgekehrt kann auch die „frömmste“ Tätigkeit geistlos werden, wenn diese Ausrichtung fehlt.

Diese Ausrichtung auf das, was Gott mit uns vorhat, wünsche ich mir für unsere Kirche, gerade in diesen Jahren, in denen so viel umbricht. Sie kann unseren Gruppen, Gemeinschaften und Gremien helfen, den Blick wegzulenken von der Sorge, wie es weitergeht, von der Sorge, möglichst viel von dem zu erhalten, was uns als Kirche in diesem Land einmal ausgemacht hat.

Sie kann helfen zu entdecken, wo Gott auch heute mit Menschen seinen Weg beginnen möchte, bei jungen Menschen etwa, die vielleicht kaum mit der christlichen Glaubensbotschaft in Berührung gekommen sind, aber die bei ihrer Suche nach einem authentischen Leben spüren, dass es nicht reicht, nur aus den eigenen Kräften heraus und nur für sich zu leben.

„Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt“. Eines ist sicher: ich bin dankbar für diesen Weg, den ich einmal gewählt habe und dankbar für die Führung, die ich bis heute erfahre. Ich bin gespannt auf die nächsten Schritte.

 

Pfarrer Georg Birwer, Unna

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