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„Köder war die Neugier.“

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Pastor Peter Lauschus

Da ist man gerade auf dem Sprung, um das Haus zu verlassen, da klingelt das Telefon: Sr. Gabriele. Können sie ihre Berufungsgeschichte aufschreiben? Und dann hat man einen „Ohrwurm“: Wie war das so, wie kann man das fassen?

Ich glaube, der Köder, mit dem Gott mich geangelt hat, war die Neugier. Und er hat noch ein paar Menschen geschickt, die fleißig mitgeholfen haben.

Im Rückblick scheint es mir, dass es eher die anderen (MitschülerInnen, Mitmessdiener) waren als ich, die meine Berufung gesehen haben. Ich wäre auch ein guter Buchhändler geworden. Ein guter Religionsunterricht war der Anfang. Lehrer, die von Anfang an einen zum Fragen animierten, auch wenn manches Thema eher schräg kam (Drogensucht, Sekten etc.) und meine Neugier kamen zusammen, so dass ich immer ein bisschen mehr wissen wollte. Ein Mitschüler, der rein naturwissenschaftlich dachte – er ist mittlerweile Computerfachmann in Kalifornien – regte immer neue Auseinandersetzungen an. Eine Mitschülerin, die evangelisch war, sie ist jetzt in England im Kirchendienst, die immer wieder die Diskussion um das Christliche neu entzündete, all das machte die Theologie immer interessanter. Gut, ich habe damals übertrieben, denn es ist völlig überzogen, in der 10. Klasse J.A. Jungmann „Missarum sollemnia“, ein liturgiewissenschaftliches Standardwerk, durchzulesen, um als Messdienerleiter Bescheid zu wissen. Aber so fing das ganze an.

Und dann Menschen, die ihren Glauben ganz schlicht lebten: Befreundete Familien, Ordensschwestern der Ursulinen zu Bielefeld, bei denen ich zur Schule ging, und viele mehr. Besonders meine Messdienergruppe war wichtig: Gruppenstunden, Zeltlager und vor allem das Dienen! Es war klar, dass ein Messdiener pünktlich und zuverlässig da war. Und das hieß über lange Zeit: Morgens um 6.30 Uhr. Schon eine Herausforderung, stärkt aber den Charakter und auch den Glauben.

Und was auch „geholfen“ hat: Ich komme aus keiner praktizierenden Familie. Ich habe als Kind nie beten gelernt. Als mir dieser Mangel auffiel, da war ich schon 13 oder 14 Jahre alt. „Zeig mir den Weg“ und „Du bist bei uns alle Tage“, die alten PWB-Gebetbücher, waren meine ersten Hilfen, dann Thomas von Kempens „Nachfolge Christi“ und Theresia von Avilas „Innere Burg“. Eigentlich wieder viel zu früh, keine Lektüre in diesem Alter. Der Vorteil war nur: Ich wusste: Beten ist nicht Kinderkram, sondern sehr viel mehr! So brauchte ich es nicht aufgeben, weil ich ja erwachsen werden wollte.

Dass es da immer ein „MEHR“ gibt, wenn man mit Gott geht, das ist meine Erfahrung, die zu meiner Berufung geführt hat und mich immer noch treibt. Wer glaubt, hat mehr vom Leben. Eine Erfahrung, die ich in meinem Dienst immer wieder mache: Das Evangelium hat mehr zu sagen, als man auf den ersten Blick sehen kann; der Mensch dem ich begegne, hat eine Fülle, die staunen macht.

So wird jeder Tag, jeder Gottesdienst zu einem Abenteuer mit Gott. Die Herausforderung ist es, dies nie aus den Augen zu lassen.

Pastor Peter Lauschus, Pastoralverbund Bad Driburg; Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Höxter

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