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„Gott hat in meine Biographie eingegriffen und greift noch immer ein.“

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Pastor Henner Pohlschmidt

Ich weiß nicht, wie oft ich schon von den verschiedensten Leuten gefragt wurde, wie ich dazu gekommen bin, Priester zu werden.

Jedenfalls beginne ich die Erzählung meiner Berufungsgeschichte meistens mit der Feststellung, dass Kirche in unserer Familie immer schon dazugehörte. Und auch, wenn das heute manchen – gerade auch der Kirche fernstehenden – Menschen nicht mehr auf Anhieb verständlich erscheinen mag, so war es genau so der Fall: Mein Vater war in unserer katholischen Gemeinde aktiv, meine Mutter in der evangelischen. Und auch seitens unserer Großmütter haben wir als Kinder immer wieder erlebt, wie sehr sie im Glauben verankert waren, so dass ich schon sagen kann, dass der Glaube in unserer Familie zum Alltag gehörte und sich als etwas doch sehr Selbstverständliches erwies. Von daher wundert es sicherlich nicht, dass ich nach der Erstkommunion den „klassischen Weg“ gegangen bin, Messdiener wurde und auch in unserer gemeindlichen Jugendarbeit engagiert war.

Nachdem ich die Stufe 10 beendet hatte, ging ich im Sommer 1991 für ca. 10 Monate in die USA, um dort als Austauschschüler in einer Familie zu leben, die High School zu besuchen und neue Erfahrungen zu sammeln, ehe es für mich in Deutschland mit der Oberstufe weitergehen sollte. Meine Gastfamilie in Wisconsin war katholisch, aber eben auf für amerikanische Verhältnisse eher untypische Weise, da sie nicht besonders viel Kontakt zu ihrer Kirche hatten. Ab und zu besuchten wir Sonntags die Messe, einmal wurde eine Trauung im Verwandtenkreis gefeiert, und natürlich gehörte auch Weihnachten die kirchliche Feier mit dazu. Im Rückblick kann ich nicht mehr genau sagen, ob mir das damals wirklich zu wenig war. Aber ich weiß, dass ich in der Zeit immer mehr gespürt habe, dass mir irgendetwas Wichtiges fehlte. Und ich weiß auch, dass ich, als ich wieder nach Deutschland zurückkehrte, ernsthafter darüber nachgedacht habe, eventuell Priester zu werden.

Unser damaliger Pastor ist in dieser Beziehung sehr wichtig für mich geworden, denn zum einen stand für uns Messdiener sein Haus wirklich offen, zum anderen hat er mein Interesse wahr- und ernst genommen und mir mit der Zeit einen guten Eindruck vermittelt, wie er sein Priestersein lebte. Und so habe ich mich – trotz mancher Fragen – dazu entschieden, nach dem Abitur nach Paderborn ins Konvikt zu ziehen und der Frage nachzugehen, ob Gott mich wirklich für seinen Dienst haben wollte.

Auch dieser Weg verlief „klassisch“, wenn auch sicherlich nicht immer direkt geradeaus. Nach dem Diplom trat ich ins Priesterseminar ein und empfing mit meinen Mitbrüdern schließlich im Jahr 2002 die Priesterweihe – als letzter Weihekurs durch Kardinal Degenhardt. Seitdem bin ich als Priester in Gemeinde und Pastoralverbund tätig, und zusätzlich noch als Polizeiseelsorger im Dienst. Wenn ich so auf diesen Weg zurückschaue, dann merke ich doch immer wieder, wie stark Gott in meine Biographie eingegriffen hat und immer wieder eingreift – ein Gedanke, der mir sehr wichtig erscheint, der mir Halt gibt und mich immer wieder innerlich zur Ruhe kommen lässt.

Und auch, wenn ich nicht wirklich verstehe, warum Gott gerade mich angesprochen hat, so spüre ich doch, dass der Begriff der „Berufung“ für mich sehr real und sehr wichtig ist. Schließlich hat er mich und mein Leben verändert.

Pastor Henner Pohlschmidt, Erwitte

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