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„Wieso eigentlich nicht Priester?“ – Kleine Frage mit großer Wirkung

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Pastor Dr. Andreas Rohde

Ich wusste nicht schon im Kindergarten, dass ich einmal Priester werden wollte. Und ehrlich gesagt auch noch nicht in Klasse 11. Was mich dann auf den Gedanken brachte, diesen Weg einzuschlagen, kann ich eigentlich gar nicht genau sagen. Es waren verschiedene Faktoren, die sich zu einer Entscheidung gebündelt haben. Denn jede Entscheidung hat ihre Vorgeschichte …

Ich bin nicht streng religiös erzogen worden, aber der sonntägliche Kirchgang gehörte zum wöchentlichen Rhythmus. Als Kind war ich in einer Kinder- und Jugendgruppe unserer Gemeinde, aber Messdiener wollte ich nicht werden. Mein damaliger und inzwischen verstorbener Heimatpfarrer ließ allerdings nicht locker. Bei jeder Gelegenheit fragte er meine Mutter, ob der Junge denn jetzt nicht endlich Messdiener werden wollte. Der Junge wollte nicht. Zumindest vorerst. Meinen „Widerstand“ gab ich erst drei Jahre nach meiner Erstkommunion auf. Ich wage aus heutiger Sicht zu sagen, dass dies ein erster wichtiger Baustein auf meinem Weg war. Ich hatte Freude, am Altar dabei zu sein und dem Pastor zu helfen. Es machte mir Spaß, Teil dieser Gemeinschaft zu sein.

Nach der Pensionierung des Pfarrers wurde meine Heimatgemeinde ein Jahr lang von anderen Gemeinden mitversorgt wurden. Unter den Vertretungspriestern war ein jüngerer Vikar. Zum ersten Mal erlebten wir einen jungen Priester. Er sprach eine andere Sprache und das sprach mich an. Diese Begegnung war ohne Zweifel ein weiterer Baustein.

In dieser Zeit ohne eigenen Pastor mussten sich die Messdiener selbst organisieren. Ich übernahm als älterer Messdiener die Ausbildung der neuen. Als der neue Pastor kam, nahm er mich beiseite und schlug mir vor, die Messdienergruppe weiterzuführen. In dieser Funktion hatte ich viel Kontakt zum Pastor. Ich erinnere mich an viele gute und ernste Gespräche mit ihm, auch über das Priestersein, was mich neugierig machte. Ich interessierte mich dafür, wie und was er arbeitete, wie er lebte. Ein dritter Baustein.

Priester werden wollte ich zu dieser Zeit noch nicht. Mein Entschluss stand fest, Germanistik und Theologie auf Lehramt zu studieren. Doch dann geisterte diese Frage in meinem Kopf herum: „Wieso denn nicht Priester?“ Ich weiß nicht, wie es zu dieser Frage kam. Ich gehe heute davon aus, dass nicht ich es war, der sie stellte, sondern Er.

Nun war die Frage gestellt, aber ich hatte nicht sofort eine Antwort. Die wuchs erst nach und nach in mir heran. Mein bester Freund, mit dem ich seit der Grundschule in einer Klasse gewesen war, war genau wie ich, in seiner Kirchengemeinde engagiert. In ihm hatte ich einen guten Gesprächpartner, vor allem, als er mir seinerseits eröffnete, ebenfalls Theologie studieren und Priester werden zu wollen. Das war eine ungemeine Stärkung und Ermutigung.

Sicher ein vierter Baustein – vor allem, weil es ansonsten viel Widerstand von außen gegen meine Überlegungen gab, Priester zu werden.

Diesem zum Trotz nahm ich 1995 das Studium der Theologie in Paderborn auf. Zwei Jahre später ging ich für zwei Semester nach Freiburg – eine wunderbare Zeit!

Gegen Ende des Studiums bekam ich dann aber Zweifel an meinem Weg. War das alles richtig? Ich war mir nicht mehr sicher. In dieser Zeit der Krise wurde mir die Bibel ein wichtiger Begleiter. Nach einer Zeit ernsthafter Prüfung entschied ich mich, das Studium zuende zu führen und ins Priesterseminar zu gehen.

Nach der Priesterweihe 2002 wurde ich als Vikar nach Brilon geschickt. In dieser großen Gemeinde machte ich meine ersten Erfahrungen als Priester. Es war einfach eine tolle Zeit! Das Team, die Menschen, meine Aufgaben – alles passte sehr gut zusammen.

Nach drei Jahren musste ich Brilon wieder verlassen und wurde nach Paderborn versetzt. Hier war ich zunächst als Studentenpfarrer und dann als Assistent am Lehrstuhl für Fundamentaltheologie tätig, bevor ich 2009 in die Diözesanstelle Berufungspastoral gewechselt bin, eine Arbeit, die ihre ganz eigenen Herausforderungen hat, aber ungemein viel Freude macht.

In meiner Freizeit treffe ich mich gerne mit Freunden, lese, setze mich ans Klavier oder aufs Fahrrad. Ich lebe gerne in Ostwestfalen, aber das Meer zieht mich besonders an, weshalb ich alle Urlaube möglichst am Wasser verbringe. Und, ach ja, mein Herz ist „schwarz-gelb“ – als Dortmunder Junge inhaliert man den Fußball ja quasi mit der Luft.

Für meine Arbeit in der Berufungspastoral hat mir meine eigene Lebensgeschichte etwas sehr Wichtiges gezeigt: Gott führt dich – er nimmt manchmal nicht den direkten Weg und schon gar nicht den bequemsten. Aber er geht mit!

 

Pastor Andreas Rohde

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