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„Ich verliebte mich Hals über Kopf“

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Oliver Schütte

Oliver, wie ist deine Vita bislang verlaufen?

Gebürtig komme ich aus Erwitte, nach dem Abitur absolvierte ich zunächst eine kaufmännische Ausbildung. Danach studierte ich BWL, Geschichte und Geografie, allerdings ohne abzuschließen. Stattdessen machte ich eine Ausbildung zum IT Systemkaufmann. Während dieser Zeit besaß ich zudem einige Jahre eine Diskothek.  In der EDV-Branche arbeitete ich schließlich bis zum Eintritt ins Priesterseminar.

Wie wurdest du vom Diskothekenbesitzer zum Priester?

Grundsätzlich habe ich immer gerne mit Menschen zu tun gehabt und war durchgehend ein gläubiger Mensch, der allerdings nicht in der klassischen Kirchengemeinde verortet war. Die Berufe damals und mein Beruf jetzt haben viel miteinander gemeinsam. Damals wie heute möchte ich dafür einstehen, wofür mein Herz brennt. Natürlich wurde in der Diskothek gefeiert, heute darf ich auch feiern, und zwar das Schönste in der Welt: In der Messe mit Gott zusammen zu sein, wir begegnen ihm in der Eucharistie. Und diese Begegnung darf und soll in tiefer Freude stattfinden! Gott hat uns seinen Sohn geschenkt. Wow, was muss er mich, was muss er uns lieben! Und darüber dürfen wir uns doch freuen. Aus diesem Grund feiere ich die Eucharistie immer mit einem Lächeln, ohne die Sorgen und Nöte zu ignorieren.  

Wie ich schließlich dazu kam? Er, Gott, hat mich gerufen, aber erst im Jahr 2007 habe ich ihm tatsächlich erstmals zugehört. Ich hatte ein ganz starkes Berufungserlebnis im Kloster Königsmünster in Meschede. Ich verliebte mich Hals über Kopf in diesen Jesus und diese Liebe trägt bis heute. In längerer Begleitung eines mir bekannten Priesters und nach mehrwöchigen Einzelexerzitien wurde für mich klar, dass ich mich im Priesterseminar bewerbe.

Was beschäftigt dich zurzeit?

Ich glaube, das was viele Hauptamtliche beschäftigt: Es ist die Spannung zwischen der Bewahrung von Traditionen und dem Versuch von Neuaufbrüchen. Was sind die Neuaufbrüche heute, wie ist es möglich neue Wege zu gehen? Viele Menschen im Erzbistum haben sich auf dem Weg gemacht, zu suchen und Neues auszuprobieren. Vieles ist schon entstanden, zu nennen sind hier beispielsweise die „Young Mission“ Wochenenden, die junge Gemeinschaft Shalom in Arnsberg, die christliche Popmusik usw. Da gibt es schon viele Neuaufbrüche, die ich bis jetzt allerdings nur von außen beobachten konnte, da aufgrund unserer Personalsituation in Schwerte eine intensivere Begleitung oder Mitarbeit kaum möglich ist.

Was müsste sich ändern?

Ich habe den Eindruck, dass wir in der Kirche zu sehr mit Angst besetzt sind. Es gibt tolle Ideen, aber wir haben zu große Sorgen vor dem Sterben alter Strukturen, um unseren eigenen Kirchturm; also lassen wir es weiter laufen wie bisher. Angst hemmt allerdings, Angst verhindert das Träumen und das Wachsen neuer Ideen. Wir bräuchten viel mehr Mut, neue Initiativen anzugehen und dabei auch mal Fehler zuzulassen. 

Was sagst du jungen Menschen, die beabsichtigen heute einen geistlichen Beruf zu ergreifen, die aber Sorge haben diesen Weg einzuschlagen?

Sei mutig, denn es lohnt sich sein Leben auf Gott zu bauen. Die Mühlen mahlen oft langsam, aber Gott mutet dir nie mehr zu als du bewältigen kannst. Sei mutig, sei auch laut, dass deine Stimme gehört wird. Ein Beruf wie der eines Priesters kann der schönste Beruf für dich werden. Man darf allerdings nicht in den Modus kommen, aus Zeitgründen alles einfach abzuarbeiten. Das ist meine Sorge, denn das wird der Botschaft nicht gerecht. Es geht schließlich um Gottes Weg mit Dir und es geht um Menschen! Sprich vielmehr deine Ängste laut aus, stelle dich der Ängste, ganz offen, schnüre es nicht ab. 

Was ist das Schöne am Priestersein?

Wir haben das beste Produkt der Welt, aus kaufmännischer Sicht gesprochen: Die frohe Botschaft Jesu Christi. Es gibt viele Menschen, vom Kleinkind bis zur Oma, die auf ihre eigene Art Angst davor haben, was die Zukunft bringt. Wir Menschen haben Fragen, gestern wie heute, und egal wie alt wir sind, es sind existenzielle Fragen… und wir haben die frohe  Botschaft Jesu Christi für diese zahlreichen Anfragen. Und ich darf diese Botschaft leben und bezeugen, auf meine Weise den Menschen bringen. Dabei ist das Wichtigste für mich, mich immer wieder rückzubinden und mich auf Jesus auszurichten. Wird nur abgearbeitet, dann wird es schwierig. Alles vor Gott zu bringen ist wichtig, sonst wird alles leer und hohl.

Was ist deine wichtigste Botschaft?

Gott liebt dich! Er macht krumme Wege gerade. Das stimmt! Ich durfte es erleben und erfahre es immer wieder neu. Öffnet euch der Botschaft Jesu, richtet euch aus auf ihn… Gott ist da. Hört seiner Stimme gut zu, er spricht zu euch… durch andere Menschen, durch die Musik und durch das Gebet. Und egal wie es wird, lasst euch einfach auf ihn ein. Dann wird das Leben gut, denn seine Liebe trägt. Vor allem, lacht viel! 

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