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„Brennen, für andere Menschen da zu sein“

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Martina Gerdes

Wer sind Sie – was möchten Sie anderen über sich sagen?

Ich bin 53 Jahre alt, verheiratet und Mutter von 2 Kindern, arbeite seit 34 Jahren gerne bei der Deutschen Bank, die das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter auch immer wieder unterstützt. Seit Geburt der Kinder bin ich dort halbtags beschäftigt. In meiner Freizeit engagiere ich mich mit großer Freude bei der Caritas.

Vor 18 Jahren bin ich in das Vorstandsteam unserer Caritas-Konferenz Heilig-Kreuz Arnsberg gewählt worden. Ich hatte so recht keine Idee, was mich erwartet. Unser damaliger Pastor Hülster meinte aber, es wäre genau die richtige Aufgabe für mich.

In diesen letzten 18 Jahren hat sich etwas entwickelt, wo der liebe Gott seine Finger mit im Spiel haben muss. Zu Beginn habe ich mit liebevoller Unterstützung der langjährig engagierten Damen meine ersten Caritas-Schritte gewagt. Es beschränkte sich zunächst auf organisatorische Aufgaben. Zum gleichen Zeitpunkt übernahm Pastor Siepe unsere Gemeinde. Er öffnete mir den Blick für das Engagement für Menschen mit Behinderung, für das Engagement im Hospiz….

So entwickelte sich bei mir ein regelrechtes Brennen für andere Menschen da zu sein, denen es nicht so gut geht. Dieses Brennen konnte ich weitergeben, so dass sich der Caritas-Konferenz Mitarbeiterinnen in meinem Alter und jünger angeschlossen haben.

Irgendwann kam der Zeitpunkt, da bin ich nicht nur am Wochenende zum Gottesdienst gegangen sondern auch mal in einen Werktagsgottesdienst, erst einen, dann zwei und ich spürte immer mehr, dass mein Leben etwas mit dem Evangelium zu tun hat. Dass es zusammen gehört. Dass die Gottesdienste, das Gebet mir Kraft geben, mir Richtung geben und mich tragen.

 

Wenn Sie auf Ihre unterschiedlichen Aufgaben bei der Caritas schauen: Wofür brennen sie besonders? Warum?

Martina Gerdes Vorstand_CKDIch leite die ehrenamtliche Caritas-Konferenz, wir haben dort eine Jugendcaritas gegründet und angedockt, einen Flüchtlingshelferkreis und ich übernehme seit einiger Zeit auch Verantwortung beim Regionalarbeitskreis und bin im Caritas-Rat, dem Aufsichtsgremium des Verbandes. Da gibt es keine Aufgabe, wo ich mehr für brenne. Es greift alles wunderbar zusammen und fügt sich. Die Damen der Caritas-Konferenz erfreuen sich an dem Engagement junger Menschen, der Verband unterstützt, wo das Ehrenamt am Ende ist. Natürlich denke ich manchmal, dass so ein Tag zu wenig Stunden hat, doch ich möchte keines der Aufgabenfelder missen.

 

Was glauben Sie, braucht es, um junge Menschen für ein Engagement in Kirche – in Caritas – zu begeistern? Wie haben Sie das geschafft bei der Jugendcaritas?

Im Jahre 2011 nach der Firmung hatten Pastor Siepe und ich die Idee, das Engagement der Jugendlichen während der Firmvorbereitung fortzuführen. Wir haben 100 Jugendliche angesprochen, wer hat Lust weiterzumachen?

Es kamen 7 Jugendliche. Mit diesen Jugendlichen haben wir den Start gewagt und haben ein Engagement im Caritas-Seniorenheim und dem Hospiz begonnen. Wir wurden für verrückt erklärt, junge Menschen im Alter von 14 Jahren im Hospiz sich engagieren zu lassen. Wenn man sie aber fragt, dann strahlen sie und sagen, dass es so gut tut, dort Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Wir haben den Jugendlichen etwas zugetraut und es war genau richtig. Natürlich kann nicht jeder eine Aufgabe im Hospiz übernehmen, aber jeder hat sein Talent und irgendwo seinen Platz, wo er gebraucht wird.

Martina Gerdes-Young CaritasDas Mariengymnasium in Arnsberg hat mir dann als erster die Türen geöffnet und hat gesagt, ich bekäme eine Unterrichtsstunde „Caritas-stellt sich vor“. Vor 70 Schülern habe ich für meine Idee gebrannt. Die Jugendlichen wollen fast alle den Blick vor der Not der Menschen nicht verschließen. Dass sie dann aber auch noch Zeit verschenken, dafür konnte ich dann 25 weitere Jugendliche gewinnen. So ist die Gruppe inzwischen auf ca. 100 Jugendliche gewachsen, die in der Behindertenhilfe, der Seniorenarbeit, der Hospizarbeit sich engagieren. Oder aber einfach nur punktuell bei Projekten mitmacht.

Ich sage den Jugendlichen nicht, kommt jeden Sonntag zur Kirche. – Ja, wir haben sogar zwei muslimische Mädchen dabei, die sich inzwischen bei uns engagieren. – Ich möchte den Jugendlichen den Blick öffnen, dass nicht Erfolg, Schönheit und Geschwindigkeit das Wichtigste im Leben ist, sondern dass jeder Mensch ein geliebtes Kind Gottes ist, und ich nie meinen Nächsten aus dem Blick verlieren darf.

Wenn wir uns dann mit den Jugendlichen treffen, laden wir ein zu einem Gottesdienst, oder ich starte mit einem geistlichen Impuls. Dies wird angenommen, gerne sogar. Und vielleicht entdecken die Jugendlichen, so wie ich, auch einmal, dass Evangelium und Leben zusammengehören.

Ich stelle den Jugendlichen keine Forderungen. Sie bestimmen den Umfang ihres Engagements. Und ich lasse mich begeistern, von den kreativen Ideen der Jugendlichen. Gerne bin ich dann als Unterstützer mit im Boot.

 

Was ich mir für die Kirche wünsche?

Ich möchte, dass sie aus dem Klagen herauskommt. Natürlich verändert sich viel. Aber ich denke, dass wir hoffnungsvoll in die Zukunft blicken dürfen. Da sind so viele Jugendliche, die sich wider aller Erwartung ehrenamtlich engagieren. Oder jetzt in der Flüchtlingshilfe, wo Menschen plötzlich mit anpacken, die vorher nicht bereit waren sich zu engagieren.
Es gibt doch kaum eine bessere Gelegenheit unseren christlichen Glauben vorzuleben.

Wir dürfen nicht hinter den Kirchenmauern sitzen bleiben, sondern wir sollten herausgehen. Gott begegnet mir in meinem Nächsten.

 

Was würden Sie gerne Menschen sagen, die auf der Suche nach Sinn in ihrem Leben sind?

Ich denke, ich würde zunächst zuhören, Ernst nehmen, wahrnehmen, wo die Sinnlosigkeit des Menschen steckt und danach möchte ich ermutigen, auf Gott zu vertrauen.

Nicht, dass es mir immer gelingt.

Ich selber habe, wenn ich das Vater unser bete, an der Stelle „Dein Wille geschehe“ auch immer Angst, hoffentlich schaffe ich das, was Gott für mich vorgesehen hat. Ich bete dann immer, um die Kraft meinen Weg zu gehen.

Wenn ich mir dann vorstelle, dass zwischen mir und Gott ein Faden ist und jeder Stolperstein und jede Sorge ein Knoten, dann bringt mich letztendlich jeder Knoten ein Stückchen näher zu Gott.

 

Martina Gerber, Arnsberg

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