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„Es muss sich etwas verändern.“

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Marie Eickhoff

Hallo Marie! Kurz nachdem du dein Abitur gemacht hast, hast du uns ein Glaubenszeugnis gegeben. Nun sind fünf Jahre vergangen. Erzähl doch mal, was du so machst! 

Nach dem Abi bin ich aus dem Sauerland nach Mainz gezogen und habe da eine Ausbildung zur Redakteurin angefangen. Ich bin Journalistin. Zwei Jahre habe ich bei den Kirchenzeitungen der Bistümer Mainz, Limburg und Fulda gelernt, zwischendurch Praktika gemacht und in München bei der katholischen Journalistenschule ifp Seminare belegt. Als die Ausbildung vorbei war, war ich mir sicher, dass Journalismus mein Weg ist. Aber mit einem anderen Themenschwerpunkt. Deshalb studiere ich jetzt in Dortmund Wissenschaftsjournalismus. Da geht’s um Medizin, Bio, viel Chemie, Physik, Mathe… 

Wenn du heute dein Glaubenszeugnis von damals noch einmal liest: was hat sich verändert? Was ist gleich geblieben? 

Noch immer bin ich gläubig und fühle mich dadurch gestärkt. Aber ich habe Geduld verloren. Ich wollte als Journalistin über katholische Themen schreiben, um mit einem anderen Ton etwas in der Kirche zu verändern. Ich habe neue Formate getestet, mehr Social Media statt lange Texte. Aber die einen erreicht es nicht, weil sie nicht nach einem Kirchenlabel suchen, und für den anderen ist es zu modern. Ich glaube, die meisten möchten gar nicht, dass sich etwas verändert. Das Gefühl hat mich enttäuscht und müde gemacht. 

Du studierst aktuell Wissenschaftsjournalismus. Beeinflusst dieser wissenschaftliche Blick deinen Glauben?

Nein, ich habe noch nie geglaubt, dass zum Beispiel Gott alleine die Welt erschaffen hat. Deshalb ändert der wissenschaftliche Blick meinen Glauben nicht. Und es wäre doch verrückt, wenn jemand, der an Gott glaubt, nicht der Wissenschaft vertrauen kann. Das halte ich für sehr gefährlich. Dann verpasst man ja alle neuen Entwicklungen. Ich mag, dass die meisten, die sich für wissenschaftliche Themen interessieren, gerne kritisch und bereit sind, etwas zu verändern. 

Du hast damals geschrieben: „Mein Glaube ist der Haltegurt im Karussell meines Lebens.“ Würdest du das heute auch noch so sagen?

Ja. Immer wenn es trubelig wird, gibt mein Glaube mir Halt. Und das erzähle ich gerne weiter. 

Empfindest du „Berufung“ in dem, was du tust bzw. im Blick auf das, was du anstrebst?

Sehr. Journalismus ist kein Beruf, mit dem man viel Geld verdient oder berühmt wird. Das passiert nur den wenigsten und ist nicht mein Ziel. Aber mir ist es wichtig, zu hinterfragen und einzuordnen, Menschen zuzuhören und ihre Geschichten zu erzählen. Das mache ich aus Überzeugung. 

Wenn du auf die Kirche der Zukunft blickst – sagen wir mal in 20 Jahren: was wünscht du dir, was erhoffst du dir?

Es muss sich etwas verändern. Meiner Meinung nach ist es dumm, alles so laufen zu lassen. Die Gesellschaft globalisiert sich. Die Kirche ist schon global – das ist super, aber sie nutzt es nicht aus. Warum gibt es keine Netzwerke, die über Gemeindegrenzen hinausgehen? Prunkvolle Namen, Gewänder und Zeichen haben eine lange Tradition, aber darunter ist der Glauben für meinen Geschmack zu versteckt. Ich wünsche mir, dass Frauen mehr Rechte in der Kirche haben und Ehrenamtliche mehr geschätzt  werden. Und dass nicht nur zusammengesessen und über Mut geredet, sondern Mut bewiesen wird.

Danke für deine ehrlichen Worte, Marie! Und alles Gute und Gottes Segen für deinen Weg!

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