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“Wenn dir dein Bauch sagt: „Tu es“,
dann hör darauf und versuche es.“

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Glaubenszeugnis Thomas Wertz

Hallo, Thomas! Erzähl doch ein bisschen über Dich! Wo kommst du her? Was machst du gerade?
Ich sitze gerade in meinem neuen Büro in Altenhagen und richte mich langsam ein. Vor kurzem habe ich meine Stelle gewechselt, von Lippstadt nach Hagen. Von hier komme ich gebürtig. Ich bin in Haspe geboren worden und in Westerbauer aufgewachsen. Manch einer würde sagen, Hagen sei das Tor zum Sauerland. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass ich aus dem Pott komme. Vor fünf Jahren bin ich dann zum Studium nach Paderborn gegangen, ins Pauluskolleg gezogen, habe dort meine Frau kennengelernt, mein Studium abgeschlossen, geheiratet und bin dann in den Beruf gegangen. Ich werde Gemeindereferent.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Gemeindereferent zu werden?
Nach Abi und Zivildienst – im Kloster – war ich felsenfest davon überzeugt: „Ich werde Fotograf.“ Für mich war das der richtige Beruf. Immer auf Achse, viele Menschen um mich herum, viel Raum für Gestaltung. Nach einer gescheiterten Bewerbung für ein Fotodesign-Studium in Dortmund und einem Jahrespraktikum bekam ich eine Ausbildungsstelle. In der Berufsschule ist mir dann etwas aufgefallen: „Die, die hier sitzen, die brennen für das, was sie tun.“ Ich hatte keine Antwort auf die Frage, welche html-Version ich wohl besser für eine Homepage finden würde oder für welche neue Kamera ich mein gesamtes Erspartes ausgeben wollte. Ich wollte auch nicht Wochenende für Wochenende Aufträge annehmen, um mir langsam einen Namen zu machen. Mit 22 Jahren musste ich einsehen, dass ich die falsche Berufswahl getroffen hatte. Das bedeutet nicht, dass mir das Fotografieren keinen Spaß gemacht hätte. Aber so richtig gebrannt habe ich dafür nicht. Es ist wohl nachvollziehbar, dass ich mich auf die Suche nach dem gemacht habe, wofür ich brenne – und ich brenne bis heute für das, was ich nun tue. Ich fand die Antwort in meinem Glauben an Gott. Ich frage mich, wie sich das wohl liest – vielleicht sollte ich besser 5€ ins Phrasenschwein stecken. Und trotzdem lasse ich den Satz so stehen. Ob an der freievangelischen Schule, auf die ich gegangen bin, oder in meiner Heimatpfarrei – immer bin ich von Menschen begleitet worden, die mich ermutigt haben, das, was ich glaube, zu leben, mich immer wieder neu auf die Suche zu machen, niemals auszulernen und weiterzuerzählen, was mich bei meiner Suche antreibt. Was ich durch diese Menschen erfahren habe, möchte ich weitergeben und wenn ich das zu meinem Beruf machen kann, umso besser!

Was gefällt dir an diesem Beruf besonders?
Die Vielseitigkeit. Ich kann ständig auf Achse sein oder auch einige Tage im Büro verbringen. Ich habe mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun und lerne dabei nicht nur viel über sie, sondern auch über mich selbst. Ich kann ein Projekt organisieren, im Team arbeiten und ich sehe, dass Menschen Freude am Leben haben und das (auch) etwas mit ihrem Glauben zu tun hat, auch wenn sie das vielleicht so niemals sagen würden. Das bewegt mich.

Du hast auch eine Leidenschaft für das Fotografieren! Siehst Du Verbindungen zu Deinem jetzigen Beruf?
Ich glaube, dass Kirche auch „gut aussehen“ darf. Wenn ich jemanden oder etwas fotografiere, dann versuche ich das Motiv ins richtige Licht zu setzen. Je nach Perspektive verändert sich das Bild kolossal. Das Motiv soll dabei besonders danach aussehen, was es ausmacht und muss dabei nicht unbedingt einem Schönheitsideal oder einem bestimmten Standard entsprechen. In meinem Beruf ist das ganz ähnlich. Ich glaube, dass sich viele Menschen auf der Suche befinden, sich dabei immer wieder auch existenziellen Fragen stellen und durch ein verstaubtes, manchmal auch weltfremdes Image daran gehindert werden, in der Kirche nach Antworten zu suchen. Daran will ich etwas ändern. Sicher gibt es viele, die jetzt sofort an einen total durchliberalisierten Gottesdienst denken. Ich denke vor allem an diejenigen, die vielleicht gar nicht in erster Linie nach einem Gottesdienst suchen, sondern nach der Möglichkeit ihr Leben zu gestalten. Die Botschaft von der Hoffnung auf ein gelingendes Leben und das Angebot für Menschen, die danach suchen, sollte dann zusammenpassen. Ich versuche also eine neue Perspektive einzunehmen, sodass vielleicht auch etwas mehr als ein gutes Bild entstehen kann.
Außerdem hat ein guter Freund von mir das Motto: „Auch fromme Menschen haben ein Recht auf Ästhetik“, der Meinung bin ich auch.

Wagen wir mal einen Blick in die Zukunft: Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?
Ich hoffe, dass ich dann Vater von mindestens zwei Kindern bin und, so Gott will, meinen Beruf weiter ausübe. Alles andere kann ich getrost Gott überlassen.
Was würdest Du jemandem raten, der überlegt, Gemeindereferentin oder Gemeindereferent werden zu wollen?
Ich glaube ich würde zuerst danach fragen, woher da noch Zweifel kommen. Viele Entscheidungen im Leben sollten gut überlegt sein. Ich bin aber auch ein Mensch, der gerne auf sein Bauchgefühl vertraut – das hat mich bis heute wenig im Stich gelassen. Also, wenn dir dein Bauch sagt: „Tu es“, dann hör darauf und versuche es. Auch wenn manches an diesem Beruf eigenartig wirkt und du dich vielleicht vor einigen Menschen für deine Entscheidung rechtfertigen musst. Ganz nach dem Motto: „Was? Du willst für den Laden arbeiten?! Da gehen doch nur Spinner hin.“ Als ich ins Pauluskolleg eingezogen bin, waren dort lauter schräge Vögel. Ich hatte den Eindruck, es gäbe eine Art Wettbewerb darum, wer der bessere Christ sein kann. Mit einigen Dingen, die mir dort begegnet sind, kann ich bis heute nichts anfangen, aber es war gut sie kennenzulernen. Heute bin ich den Menschen dort sehr dankbar für die gemeinsame Zeit. Ich habe diese schrägen Vögel kennen und lieben gelernt. Ich glaube die Welt ist auf die unterschiedlichsten Charaktere angewiesen und ich glaube darüber hinaus, dass jeder mit seinen ganz individuellen Stärken die Welt ein wenig besser machen muss.

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