05251 206-5400

“…in dieser Kirche Jesu Christi Zeugnis ablegen…”

Origami Divider
Origami Divider

Eva-Maria Dierkes

Liebe Eva-Maria, wie schön, dass wir dir ein paar Fragen stellen dürfen! Dann leg‘ doch mal los: Wer bist du und wo bist du aktuell eingesetzt?

Mein Name ist Eva-Maria Dierkes, ich bin 30 Jahre alt und bin im Pastoralen Raum Gütersloh mit einer 100% Stelle in 11 Kirchorten eingesetzt. Meine Zuständigkeiten liegen in den Bereichen Sakramentenpastoral, speziell die Erstkommunionvorbereitung, Religiöse Begleitung von vier Kindertageseinrichtungen, Altenpastoral, Geistliche Begleitung der Kfd im Pastoralen Raum, Beerdigungsdienst, Gremienarbeit mit Ehrenamtlichen, Begleitung und Unterstützung einiger Kinder-und Familiengottesdienstkreise. 

Du warst vor deiner Entscheidung, Religionspädagogik zu studieren, Arzthelferin. Kannst du dich noch an den Tag erinnern, da du dich endgültig für das Studium entschieden und deinen Beruf gekündigt hast? Was waren da deine Gedanken?

Nach Abschluss meiner Berufsausbildung zur Arzthelferin habe ich mir bewusst eine Woche Auszeit genommen, um zu entscheiden, wie es für mich und mein Leben weitergehen soll. Einerseits schlug mein Herz ganz klar für den Beruf der Arzthelferin, andererseits spürte ich, dass sich in mir etwas verändert hatte und ich diesem Gefühl nachgehen wollte. Am Ende der Woche wurde ich in meinem Gefühl innerlich bestätigt, dass ich Gemeindereferentin werden möchte und mich auf diesen neuen, teils herausfordernden Weg machen wollte. 

Hast du jemals an deinem Schritt gezweifelt? Wie hat dein Umfeld auf deine Entscheidung reagiert, den sicheren Job an den Nagel zu hängen und nochmal neu anzufangen?

Ich habe zu keinem Zeitpunkt an meiner Entscheidung gezweifelt, aber ich hatte zwischendurch die Sorge und den Respekt, dass ich den Erwartungen und Voraussetzungen nicht gerecht werden kann. Mein Umfeld war zwiegespalten; einerseits wurde ich für „verrückt“ erklärt, den Beruf der Arzthelferin hinter mir zu lassen und mich auf einen völlig neuen, unsicheren Weg einzulassen. Ebenso habe ich gehört „Das schaffst du nie!“ All diese negativen Impulse haben mich nicht verunsichern lassen, sondern mich nur noch mehr in meinem Wunsch motiviert. 

In dieser Zeit habe ich als besonders positiv die Begleitung, Bestärkung und Unterstützung von guten Freunden und meiner Familie erlebt.

Wenn du nun auf deine Arbeit als Gemeindereferentin schaust: Was berührt dich am meisten? Was erfüllt dich?

Ich erlebe jeden Tag in allen meinen Arbeitsbereichen wertvolle, berührende und besondere Momente mit Menschen, die mich immer wieder aufs Neue in meinem Beruf bestärken! Ich werte alle Begegnungen mit den Menschen gleichwertig; jeder Moment ist wertvoll. Jeder Moment in meinen Arbeitsbereichen und Schwerpunkten bereichert mich ganz persönlich als Eva-Maria Dierkes. 

Ich habe in mehreren Zeitungsartikeln der letzten Zeit gelesen, dass du dich in den Beerdigungsdienst hast senden lassen. Das ist ein großartiger Dienst! Aber du bist ja noch recht jung – wie sind da deine Erfahrungen? Wie reagieren die Menschen deiner Gemeinden auf den so wichtigen Dienst, den nun auch vermehrt Laien übernehmen?

Für mich ist es kein Dienst, sondern ein Geschenk, die Angehörigen auf diesem Weg begleiten zu dürfen! Ich spüre, dass mich diese neue Aufgabe voll ausfüllt und sich das Ganze zu einem kompletten Puzzle zusammenfügt. Dieses neue Puzzle-Teil macht meinen Beruf und mich selbst vollständig! 

Ich habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht: die Angehörigen nehmen es wohlwollend auf, wenn sie erfahren, dass ich sie in der Trauer begleite. Ich bin dankbar, dass mir die Menschen innerhalb des Kondolenzgespräches bereits nach kurzer Zeit einen Einblick in das Leben des Verstorbenen geben – das setzt ein großes Vertrauen voraus. 

Innerhalb des einen Jahres habe ich für mich persönlich gemerkt, wie sehr mich diese Aufgabe prägt und mich in meiner Persönlichkeit weiterwachsen lässt. 

Welche Wünsche hast du für die Zukunft der Kirche? Und welche Fähigkeiten werden Gemeindereferenten in der Zukunft vermehrt brauchen?

Mein Wunsch für die Kirche von morgen ist, dass Haupt- und Ehrenamtliche partizipativ zusammenarbeiten und gleichwertig in dieser Kirche Jesu Christi Zeugnis ablegen. Ich wünsche mir eine offene Kirche, in der sich jeder mit seinen Fähigkeiten und Talenten willkommen fühlt, wertgeschätzt wird und diese frei entfalten kann. 

Im Hinblick auf die veränderten Strukturen wird es auch immer mehr die Aufgabe von Gemeindereferenten sein, die persönliche und theologische Begleitung zu gewährleisten und die Menschen bestmöglich seelsorglich im Blick zu haben und Ansprechpartner vor Ort zu sein. 

Besten Dank für deinen ehrlichen Einblick in dein Leben als Gemeindereferentin, Eva-Maria!

Weitere Glaubenszeugnisse

Material Design Shadow
Wort-Bild-Marke Berufungspastoral Paderborn

Leostraße 21
33098 Paderborn

Tel. 05251 206-5400
Fax. 05251 206-5600

berufungspastoral@erzbistum-paderborn.de

Erzbistum Paderborn
Wort-Bild-Marke Berufungspastoral Paderborn
Erzbistum Paderborn

Leostraße 21
33098 Paderborn

Tel. 05251 206-5400
Fax. 05251 206-5600

berufungspastoral@erzbistum-paderborn.de

Folge der Diözesanstelle Berufungspastoral auf Facebook
Wort-Bild-Marke Berufungspastoral Paderborn

Leostraße 21
33098 Paderborn

Tel. 05251 206-5400
Fax. 05251 206-5600

berufungspastoral@erzbistum-paderborn.de

Folge der Diözesanstelle Berufungspastoral auf Facebook
Erzbistum Paderborn