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„Ich träume nicht mehr von einem Leben mit Gott, sondern Gott ist mein Leben – und das ist wirklich traumhaft!“

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Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder

Gott ist mein Leben – und das ist traumhaft!

Als ich im Alter von 15 Jahren das Zitat „Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum“ in einer Zeitschrift entdeckte, habe ich es sofort ausgeschnitten. Auf meinem Schreibtisch bekam das Zitat einen besonderen Platz. Vielleicht hat es mich deshalb so angesprochen, weil es folgende Fragen auslöste: Was ist mein Lebenstraum? Was könnte mein Leben erfüllen? Wie könnte mein Lebensweg aussehen? Was will Gott von mir? – Diese Fragen haben mich mehrere Jahre beschäftigt und nicht mehr losgelassen. Weil ich meinen Lebenstraum noch nicht eindeutig deuten konnte, habe ich erst einmal eine Ausbildung als Industriekaufmann begonnen. Während dieser Zeit ist mir schnell klar geworden, dass das nicht mein Leben auf Dauer erfüllt.

Im Rückblick waren es besondere Menschen, die mir in dieser Zeit der Suche geholfen haben, meinen Lebenstraum zu deuten. Besonders haben mich Menschen angesprochen, die nicht nur von einem erfüllten und glücklichen Leben träumten, sondern ihren Traum lebten. Ich kann mich noch gut an einen Diakon erinnern, der in unser Dorf nach Garbeck ins Sauerland kam. Ein sehr engagierter junger Mann mit viel Elan, der die richtigen Fragen stellte, überzeugend ankam und einfach Freude am Glauben hatte. Ich kann mich noch gut erinnern an eine sehr lebendige Gemeindereferentin, die aus ihrem starken Glauben kein Geheimnis machte, die mit uns Jugendlichen kräftig gefeiert hat und zu jeder Tages- und Nachtzeit für uns da war. Darüber hinaus habe ich unzählig viele Angebote wahrgenommen, um Klarheit über meinen Lebentraum zu bekommen. So habe ich z.B. im Kloster Königsmünster in Meschede beim Jahreswechsel, der Jugendvesper oder diversen Angeboten interessante Menschen kennenlernen dürfen, die zum Teil die gleichen Fragen hatten wie ich. Oder bei einem Wochenende für Ministranten im Leokonvikt in Paderborn habe ich mit Freunden aus meiner Heimatgemeinde Theologiestudenten kennengelernt, die nicht nur mit uns das Leben Jesu gedeutet haben, sondern mit denen wir auch eine Menge Spaß hatten. Der Traum, dass Gott mit mir etwas vorhat, daß er etwas von mir will, hat mich ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr losgelassen. – Schließlich habe ich mich nach dem Abschluss meiner Berufsausbildung entschlossen, einem Traum zu folgen, von dem ich glaubte, dass es mein Lebenstraum werden kann: Ich wollte Priester werden.

Die Erzählung vom brennenden Dornenbusch ist für mich eine Hilfe, meinen Weg mit Gott biblisch zu deuten: In der Erzählung wird Mose beim Hüten der Ziegen auf einen brennenden Dornenbusch aufmerksam, der brennt und doch nicht verbrennt. Für meinen Weg mit Gott heißt das: Gott ist unerwartet in mein Leben getreten, er hat mein Interesse geweckt und mich beim Namen gerufen. Im Text heißt es: „Mose, Mose! Er antwortete: HIER BIN ICH!“ Ich bin nicht nur auf Gott aufmerksam geworden, sondern er will etwas von mir, denn er ruft mich. So habe ich schließlich mein Abitur am Clementinum auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt, um dann Theologie in Paderborn und Freiburg zu studieren. Bei der Diakonen- und Priesterweihe habe ich dann vor dem Bischof mein HIER BIN ICH gesprochen, wie Mose am brennenden Dornenbusch.

Am 22. Mai kommenden Jahres bin ich nun genau 12 Jahre Priester. Ich erinnere mich an all die Herausforderungen, an die unterschiedlichsten Aufgaben, die mir übertragen wurden als Diakon, Vikar, Regionalvikar, Pfarrverwalter, Diözesanpräses des Kolpingwerkes bis zum heutigen Tag, wo ich Diözesanjugendpfarrer und Rektor vom Jugendhaus Hardehausen bin. Immer wieder habe ich mein HIER BIN ICH gesprochen, auch wenn es mir manchmal ungelegen kam, schwer über die Lippen ging, wenn ich ungern Orte, Aufgaben und Menschen verlassen habe, um dorthin zu geben, wo Gott mich braucht! Ich sehe es auch als eine Anfrage Gottes, sich immer wieder neu rufen zu lassen. In den zurückliegenden 11 Jahren hat Gott mich ganz schön gefordert, so dass ich am liebsten sagen würde: „Jetzt kannst Du aber mal einen Gang runter schalten!“

Der Pastoraltheologe aus Wien Paul Michael Zulehner hat einmal zwei Priestertypen vorgestellt: Er unterscheidet zwischen einem Korinthpriester und einem Pauluspriester. Die Korinthpriester sind seiner Meinung nach eher vor Ort in einer Gemeinde ansässig und halten die stabilitas loci, stehen also für die Beständigkeit. Die Pauluspriester sind eher die Kundschafter, die ständig unterwegs sind und nach neuen Wegen suchen, um möglichst viele Menschen mit der frohen Botschaft und der Kirche Jesu in Kontakt zu bringen. Zurzeit scheine ich in meiner Verantwortung als Jugendpfarrer eher dem zweiten Priestertypen, dem Pauluspriester zu entsprechen, und das ist ungeheuer spannend und aufregend. Die Begegnung mit jungen Menschen, ihre Fragen und ihr Suchen fordern mich jedenfalls ständig heraus.

„Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum“ – Ich träume nicht mehr von einem Leben mit Gott, sondern Gott ist mein Leben- und das ist wirklich traumhaft!

Stephan Schröder, Diözesanjugendpfarrer / Rektor im Jugendhaus Hardehausen

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