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„Es lohnt sich, für Jesus und seine Kirche eigene Lebenskraft einzusetzen.“

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Dietmar Röttger

Interview mit Pfarrer Dietmar Röttger, St. Petri, Hüsten

 

Wer bist du?

Ich heiße Dietmar Röttger, bin 1967 geboren worden und zugezogener Paderborner. Direkt nach dem Abitur habe ich mit dem Theologiestudium begonnen. Studienorte waren Paderborn und Lyon. An Pfingsten 1993 hat mich der damalige Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt in Paderborn zum Priester geweiht. Die ersten Berufsjahre war ich in Ostwestfalen tätig: Diakon in Brakel, Vikar in Höxter und dann sechs Jahr als Regionalvikar und Pastor in Bad Driburg-Pömbsen. Seit 2013 bin ich Pfarrer in St. Petri Hüsten im Hochsauerlandkreis.

 

Was beschäftigt dich gerade?

Seit 13 Jahren bin ich Pfarrer in Hüsten. In dieser Zeit hat sich der Bereich, in dem ich wirke, sehr verändert und erweitert. Das Gebiet ist größer und die Kirchtürme zahlreicher geworden. Mit den Menschen in den Gemeinden und dem Pastoralteam bin ich in den letzten Jahren den Weg gegangen, eine neue Form für unser Leben als Christen in der katholischen Kirche zu finden. Es war eine intensive Zeit des Suchens und Ausprobierens. Gemeinsam haben wir glaube ich Wege gefunden, dass wir in guter Weise als Christen in den unterschiedlichen Beauftragungen Kirche vor Ort leben können. Ich selbst bin jetzt Pfarrer einer Gesamtpfarrei mit ca. 14.000 Katholiken und acht Ortskirchen, allerdings nur noch bis Sommer 2016. Dann wird meine Zeit in Hüsten zu Ende gehen. Ein Jahr werde ich im Auftrag des Erzbischofs als Kundschafter in die USA und nach Frankreich gehen, um für die begrenzte Zeit zu erleben, wie kirchliches Leben und das Leben als Priester auch anders gehen kann.

 

Wie bist du deiner Berufung auf die Spur gekommen?

Im Rückblick kann ich sagen, dass meine Berufung in der Jugendarbeit meiner damaligen Heimatgemeinde St. Bonifatius in Paderborn gewachsen ist. Die Freude im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen in der Messdienerarbeit oder bei Zeltlagern hat mir Gemeinde als einen Ort gezeigt, an dem ich in guter Gemeinschaft mit Anderen Freizeit verbringen konnte. Als Gruppenleiter konnte ich lernen Verantwortung zu übernehmen, in der Vorbereitung und Feier von Jugendgottesdiensten wuchs die Freude an der Liturgie. Dabei habe ich auch in einer Musikgruppe mitgesungen, die immer wieder Feste und Gottesdienste mit gestaltete. Kirche als Lebensort, so würde ich aus heutiger Sicht meine damalige Erfahrung bezeichnen.

Der Wunsch, Priester zu werden, war dann einfach irgendwann da. Wann genau kann ich nicht mehr sagen, jedenfalls im Laufe des 12. Schuljahres. Mehrere Dinge haben dabei sicher eine Rolle gespielt. Wesentlich war sicher das Erleben unseres damaligen Vikars, der in seiner Normalität des Umgangs und seiner positiven Art den Gedanken entstehen ließ „Das könnte ich mir auch vorstellen“. Auch wurde ich einmal direkt angesprochen „Du könntest auch gut Pastor werden“. Für die Entscheidung, mich wirklich im Leokonvikt zu bewerben, war sicher ein Gespräch mit meinem Oberstufen-Religionslehrer, selbst ehemaliger Priester, ausschlaggebend. Er erinnerte mich an die Berufung der ersten Jünger und die Aufforderung „Kommt und Seht“. Diese Aufforderung Jesu hörte ich für mich gesprochen, auch in der Offenheit „schau dir das doch alles erst einmal an“. Es musste am Anfang noch nicht alles klar sein, auch ob ich zölibatär leben könnte oder nicht. Das war mir wichtig. Aber losgehen und sehen, das wollte ich in dem Gefühl, dass bei Jesus viel zu entdecken war und hier meine Lebensspur richtig lag.

 

Was erhoffst du dir für die Zukunft?

Es ist nicht leicht abzuschätzen, wie die Situation in der Kirche und in der Welt sich weiter entwickelt. Es ist so Vieles in Bewegung. Ich erhoffe mir aber, dass immer wieder Menschen das Evangelium als die Lebens-Botschaft im Handeln und Reden Jesu entdecken. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass Menschen, die Jesus wirklich folgen wollen, unsere Welt positiv gestalten können. Das sehen wir auch in der Begegnung mit Menschen aus anderen Kulturen und Religionen. Das aktuelle Zeugnis der Christen im Umgang mit den vielen Menschen auf der Flucht in unserem Land ist dafür ein leuchtendes Beispiel. Dazu gehört es auch, die eigene Tür des Herzens zum Himmel offenzuhalten. Menschen leben anders, gerade auch in schweren Lebenssituationen, wenn sie an einen Gott glauben können, der sie liebt und Leben will. Wenn ich selbst als Priester ein bisschen dazu helfen kann, bin ich zufrieden. Ich erhoffe mir aber auch, dass die Christen der verschiedenen Kirchen immer mehr gemeinsam ihr Zeugnis im Glauben geben. Es ist für mich entscheidend für die Glaubwürdigkeit der Christen.

 

Welchen Rat gibst du jungen Menschen, die in Erwägung ziehen, einen Beruf in der Kirche anzutreten?

Eigentlich kann ich nur den Rat geben, den ich selbst erhalten habe „Kommt und Seht“ – diese Worte Jesu an die ersten Jünger. Es ist sicher etwas mehr Mut nötig als vor 30 Jahren, die ersten Schritte zu gehen. Vielleicht auch ein bisschen mehr Verrücktheit. Aber es lohnt sich, für Jesus und seine Kirche eigene Lebenskraft einzusetzen, und er kann dabei viele verschiedene Begabungen gebrauchen. Die Gestalt von Kirche wird sich weiter wandeln, weil die Welt sich ständig ändert. Das gehört aber zum Wesen der Kirche. Davor sollte man keine Angst haben. Mit vertrauensvoller Zuversicht darf jeder seinen Weg beginnen, in gespannter Freude, was es auf einem Weg des Lebens mit Gott und den Menschen alles zu entdecken gibt. Wer sucht, der sollte sich Menschen suchen, mit denen er darüber sprechen kann, Freundinnen und Freunde, Priester und Gemeindereferenten, Lehrer oder auch die Eltern. Im Sprechen klären sich manchmal die Gedanken, ohne dass wir es wirklich merken. Wir können das dann auch Wirken des Heiligen Geistes nennen.
Herzlichen Dank für das Interview!

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