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„Es muss noch mehr als alles geben … ?!“

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Claudia Schneider

Nun sitze ich an einem warmen Sommerabend auf der Terrasse und denke: „Wie war das noch einmal? Wie kann ich meinen Glauben, meinen Glaubensweg beschreiben?“

Gerade hat mir meine fünfjährige Tochter noch eine Feder geschenkt. Vielleicht ist das eine Möglichkeit? Mit dieser Feder wollte sie mir ja viel mehr geben als nur eine Feder.

Nach genau diesem „Mehr“ in den Geschehnissen in meinem Leben war und bin ich auf der Suche.

Aufgewachsen bin  ich in einem katholischen Dorf, wo ich natürlich getauft wurde, zur Kommunion und Firmung und selbstverständlich sonntags zur Kirche ging. Das stellte ich im Großen und Ganzen nicht in Frage.

Dass allerdings im Glauben vielleicht eine Antwort auf meine Suche nach dem „Mehr“ liegen könnte… darauf bin ich erst als Jugendliche gekommen. Ich habe dann auch einmal werktags den Gottesdienst mitgefeiert und mich sehr mit der Firmung auseinandergesetzt. Ich engagierte mich intensiver in meiner Heimatgemeinde – in der Messdienerausbildung, als Küsterin, in der Jugendarbeit. Das war alles schön, aber eine Antwort auf meine Suche, habe ich dort  nicht gefunden.

Meine Suche nach dem „Mehr“ führte mich schließlich auch zu einem Gebetskreis, wo ich zum ersten Mal den Beruf der Gemeindereferentin kennen lernte. Ich wusste nicht besonders viel darüber, aber ich spürte, dass das mein Weg ist. So warf ich die Pläne, etwas im medizinischen, biochemischen Bereich zu machen,   über Bord und bewarb mich um einen Studienplatz in Religionspädagogik. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens!

Doch auch diese Entscheidung, der Weg zur Gemeindereferentin und die Möglichkeit, Theologie zu studieren, konnten mir keine Antwort auf die Suche nach dem „Mehr“ geben. Nach dem zweiten Semester entschied ich mich, mich zu Einzelexerzitien anzumelden und alles auf eine Karte zu setzen. Entweder hier fand ich eine Antwort oder ich musste einen anderen Beruf suchen.

In diesen Exerzitien traf mich dann ein Gebet Teresa von Ávilas:
„Gott spricht: O Seele, suche dich in Mir, und Seele, suche Mich in dir.“
Das war meine Antwort – und das ist sie bis heute!

Meine Suche nach dem „Mehr“ war letztlich immer eine Suche nach Gott, nach seinem Wirken in meinem Leben und in der Welt. Ohne Gott bin ich nicht vollständig, es fehlt ein ganz entscheidender Teil. In ihm kann ich mich ganz finden. Und: Gott brauche ich nicht irgendwo suchen, sondern nur in meiner Seele, in mir, in dem, was mir begegnet, was mich beschäftigt. Für ihn muss ich mich nicht verbiegen oder etwas ganz Besonderes sein, sondern nur ich selbst. Je mehr ich mich finde, je mehr finde ich Gott. Je mehr ich Gott finde, je mehr finde ich mich selbst.

Diesen ersten Exerzitien sind noch viele gefolgt und es sind fast zwanzig Jahre ins Land gegangen. Ich war an unterschiedlichen Orten, arbeitete in verschiedenen Gemeinden als Gemeindereferentin, lebte in verschiedenen Formen als Single, als Ordensfrau und nun als Ehefrau und Mutter. Doch dieser Satz: „O Seele, suche dich in Mir, und Seele, suche Mich in dir.“, hat mich in seinen vielen Facetten immer begleitet. Nach diesem einen Erlebnis durfte ich bisher immer, wenn ich mich wieder auf die Suche begab, die Gegenwart Gottes in meinem Leben und meiner Seele erspüren.

Wenn ich manchmal vor dem, was alles zu organisieren, zu bedenken und zu tun ist, fast kapituliere,
wenn ich mir (zu viele)  Sorgen mache, wenn ich vor großen Herausforderungen stehe,
wenn ich wieder diese Suche nach dem „Mehr“ spüre,
dann ziehe ich mich zurück, dann gehe ich – manchmal  nur sehr kurz – in die Kirche, in die Stille.

Dort kann ich aufatmen und spüre Gottes Gegenwart sehr deutlich. Dann fühle ich mich geborgen und weiß: „Du bist da!“ Dieser Glaube relativiert vieles in meinem Leben, was sonst oft einen zu hohen Stellenwert bekommt. Er ist die Antwort auf meine  Suche und mein größter Schatz.

„Gott ist da!“ – für diese innere Gewissheit bin ich sehr dankbar: Gott und den wunderbaren Menschen, die mir auf meinem Weg begegnet sind und die mich begleiten!

Und diese Gewissheit möchte ich gerne weitergeben – in meinem Beruf als Gemeindereferentin und in meinem ganzen Leben.

Gott sei Dank gibt es dazu immer wieder und immer noch Gelegenheit – trotz der Umstrukturierung und des zeitlichen Drucks, der auf vielen lastet.


Claudia Schneider, Gemeindereferentin im PV Eving-Brechten

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