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„Das, was ich nicht kritisch hinterfragen darf,
hat keinen Wert zu bestehen.“

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Christopher Gierse

Christopher Gierse

Wer bist Du?

Mein Name ist Christopher Gierse. Ich bin 26 Jahre alt, studiere katholische Theologie und Geschichte auf Lehramt für Gymnasien. Tja, wer bin ich? Die Frage umfasst ja auch irgendwie, was hat dazu geführt, dass ich jetzt Interviewpartner bin. Ich habe eigentlich einen ganz klassischen konfessionellen Weg begangen. Katholischer Kindergarten in der Kleinstadt, katholische Grundschule, katholisches Gymnasium (von Ordensschwestern geleitet). Und trotzdem war es nicht klar, dass ich heute Theologie studiere. Man könnte vielleicht sagen zu Beginn hat es mich umgeben aber ich war kein Teil davon. Die Entdeckung meines eigenen Glaubens kam eigentlich erst relativ spät durch geschichtliches Interesse. Meine Vater ist viel in Kirchen unterwegs. Weniger in Gottesdiensten, aber gerne in den Bauten, fasziniert von Orgeln und Glocken. Über die Frage, was fasziniert meinen Vater, bin ich zur Frage gekommen, was fasziniert andere. Und so bin ich dann auch zum Beispiel zur Frage gekommen, was hat die Menschen so fasziniert, dass sie den Kölner Dom gebaut oder andere Meisterleistungen vollbracht haben. Ich wollte erfahren, welcher Motor dahinter steckt und so bin ich selbst dahin gekommen, heute Theologie zu studieren. Ich habe zwei Jahre bei der Luftwaffe gedient und gerade auch in dieser Zeit habe ich viel über die Dinge, die mich umgeben, nachgedacht. Und so entstand auch die Studienwahl: Geschichte und Theologie.

Was fasziniert Dich?

Einerseits wie schon kurz angesprochen die Faszination anderer. Das ist einfach ansteckend, wenn man sich vorstellt, welche Leidenschaft Menschen in ihr Tun gesteckt haben. Andererseits die Mischung aus Atmosphäre und Bewusstsein. Zum Beispiel beim Betreten eines Kirchenraumes ist es das Umschlungen sein und das Gefühl, da ist etwas. Ich brauche dafür aber nicht unbedingt den Kirchenraum. Ich bin Pfadfinder und dort erlebe ich dieses Gefühl „wir-sind-Kirche“ natürlich überall.

Womit beschäftigst Du Dich gerade?

Tod. Vor eine paar Tagen ist die Mutter meiner Frau nach kurzer schwerer Krankheit verstorben und so ist dies ein sehr präsentes Thema. Politisch habe ich das Gefühl, dass wir in einer Zeit von vielen Überschneidungen leben. Wenn man heute auf die Straße gehen würde und fragen würde: „Nenne mir zehn Unterschiede zwischen CDU und SPD.“ Da könnte kaum jemand wirklich zehn aufzählen, und auch mir würde das schwer fallen. Grenzen sind verschwommener. Und dann ist es vielleicht wichtiger, klar zu haben, was einem selbst wichtig ist.

Du leitest eine Pfadfindergruppe. Was sollten sie fürs Leben lernen?

Gute Frage! Ich glaube, wenn wir uns Ziele setzen, was jemand lernen soll, trägt das nicht dazu bei, dass er dies auch lernt. Im Wort „erziehen“ steckt ja schon „ziehen“ drin. In dieser Erkenntnis ist es dann natürlich schwierig, wenn ich einen für mich guten Wert gefunden habe, zum Beispiel „Glauben“, dass auch jemand anderes diesen Wert für gut annimmt. Man kriegt niemandem zu etwas, zu dem man ihn zwingen muss. Man muss Räume schaffen, in denen man selbst Erfahrungen machen kann. Mir ist da vor allem eines wichtig: Selbstständiges kritisches Denken. Es ist meine tiefste Überzeugung: Das, was ich nicht kritisch hinterfragen darf, hat keinen Wert zu bestehen. Kritisch meint ja im eigentlichen Wortsinn sich damit auseinanderzusetzen. Eine vernünftige Argumentation zu führen, ist für mich elementar. Wenn ich mit Jugendlichen arbeite, nehme ich eine Aufsaugkultur wahr. Es wird irgendetwas vorgegeben und es wird angenommen. Mir ist es ganz wichtig, dass die Pfadfinder oder die Jugendlichem im Allgemeinen nach dem „Warum“ fragen.

Wie benutzt Du das Wort „Berufung“?

Ein Impuls der von Außen kommt, der aber in mir etwas auslöst und mich dazu bringt, etwas zu tun. Ich glaube, berufen kann man sich nur aus seinem Innersten fühlen. Es ist eine sehr persönliche Erfahrung, die man machen kann. Auch den Begriff Beruf benutzten wir schon fast inflationär. Man erkennt schon gar nicht mehr, dass man sich zu seinem Beruf berufen fühlen kann. Ich verstehe meine Berufswahl durchaus auch als Berufung und nicht als Job.

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