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„Große und kleine Fügungen zeigen: Gott hat mit meinem Leben einen Plan.“

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Ann-Kristin Becker

Gedankenverloren sitze ich vor meinem Laptop und möchte meine Berufungsgeschichte aufschreiben. Im Gemeindealltag zwischen dem Buchen des Busses für den Ausflug der Kommunionkinder und dem Planen von Weg- und Schulgottesdiensten ist dies schon fast eine Vollbremsung. Die Frage nach dem Grund und der Motivation, diesen Beruf zu ergreifen, erfordert immer wieder eine Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln und mein Fundament. Dies kommt jedoch sooft viel zu kurz. So nutze ich nun diese Pause im Alltag und versuche einmal Worte für das zu finden, was etwas von dem widerspiegelt, was ich damals – aber auch heute noch – immer wieder erfahren habe.

Angefangen hat es nicht mit einem großen Knall oder einem minutiös festgehaltenen Moment, sondern es sind – wie bei einem großen Puzzle – die vielen kleinen Momente, Begegnungen und Erfahrungen, die ich an unterschiedlichen Orten und mit verschiedensten Menschen sammeln durfte. Ob bei der Gemeindewallfahrt oder mit den Messdienern in Rom, ob in der Messdienerleiterrunde oder beim Gebet im Turm – ich erfuhr auf diesen unterschiedlichsten Wegen immer wieder, was es heißt, in Gemeinschaft Kirche zu leben und lebendig zu gestalten. Ich war nach meiner Erstkommunion fast selbstverständlich Messdienerin geworden und erfüllte meinen Dienst treu und mit Freude. Gemeinsam mit Freunden hatte ich sogar das „kritische Alter“ überstanden und war auch mit 15 immer noch gerne am Altar. Und plötzlich wurde ich angesprochen und gefragt, ob ich nicht Lust hätte mit meinen Freunden zusammen die „neuen“ Messdiener auszubilden. Ich war zuerst überrascht und auch ein wenig sprachlos. Ich wurde gefragt, ob ich mithelfen, ob ich einen Beitrag zum Leben der Gemeinde leisten könnte! So etwas war mir neu und beeindruckte mich sehr. Und so begegneten mir während meiner Zeit als Ehrenamtliche immer wieder Menschen, die mich ansprachen, die sich für mich interessierten, die mich wissen ließen, dass wir, dass ich, allesamt wichtig sind für die Gestaltung des Gemeindelebens. Nach einer beeindruckenden Messdienerwallfahrt in Rom begannen wir gemeinsam mit dem Vikar die Messdienerarbeit neu aufzubauen. Unsere Ideen waren gefragt! Dies war der Beginn einer Zeit, in der ich viel über mich selbst und meinen Glauben erfahren habe, vor allem aber neu entdecken konnte.

Und so kam es auch, dass ich erstmals in der elften Klasse den Gedanken, den Beruf der Gemeindereferentin zu ergreifen, vorsichtig als „nicht abwegig“ einstufte, obwohl alle meine Leistungskurse mehr oder weniger auf ein Medizinstudium abgestimmt worden waren. Der Beruf war mir zwar noch neu, da in meiner Heimatgemeinde in Brilon erst 2001 diese Stelle besetzt worden war, aber mit jedem in Berührungkommen spürte ich, dass dieser Beruf etwas für mich sein könnte.

2002 gründeten wir mit dem Vikar und dem Gemeindereferenten nach der Teilnahme am Berufungstreffen im Paderborner Priesterseminar ein sogenanntes „Vocational Team“, heute auch „Rufpunkt“ genannt. Wir stellten das Wort Gottes in den Mittelpunkt des Abends und tauschten uns auf vielfältigste Art und Weise darüber aus. Die Heilige Schrift ist mir bis heute unbeschreibbar wichtig und birgt so manche Antwort für mich und mein Leben.

Wenn ich heute nun zurückblicke und mir noch einmal die Zeit vor Augen führe, in der meine Entscheidung für diesen Beruf fiel, so überkommt mich immer noch Gänsehaut. Natürlich sind diese Beschreibungen meines Weges hin zum Beruf der Gemeindereferentin „nur“ Wegetappen. Viele Dinge fanden hier noch nicht ihren Platz, gehören aber zu den Höhen und Tiefen eines solchen Prozesses hinzu. Doch ich bin dankbar für all die großen und kleinen Fügungen, die mich oftmals auch erst rückblickend verstehen ließen, welchen Plan Gott mit mir und meinem Leben hat. Aber zum Glück hatte und habe ich immer noch tolle Menschen an meiner Seite, die mir helfen, diesen Plan zu entschlüsseln. Sie sind für mich wahre „Elis“, die mir, dem „Samuel“, helfen Gottes Stimme in dem lauten Tönen des Alltags immer wieder zu entdecken.

Und so möchte auch ich etwas von dem weitergeben, was ich erfahren durfte. Ich sehe meinen Beruf als Berufung und Geschenk, mit den Menschen gemeinsam auf dem Weg des Glaubens gehen zu dürfen und entdecke immer wieder die gegenseitige Bereicherung, die so fruchtbar ist für alles Tun. Dafür bin ich unendlich dankbar und freue mich nun nach der fünfjährigen Ausbildung endlich in diesem Beruf arbeiten zu können!
Ann-Kristin Becker, Gemeindeassistentin im Pastoralverbund Möhnesee

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