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„Das Glück und den Frieden fand ich in dem Maße, wie ich mich selbst vergaß und mich ohne Rückhalt Gott und den anderen hingab…“

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Andreza Henriqueta

Hallo Andreza! Bitte sag uns etwas zu Dir selbst: Wer bist Du? Wo kommst Du her?

Hallo Leute! Ich heiße Andreza Henriqueta, bin in São Paulo (Brasilien) geboren und nach Bahia (Nordöstliche Küste von Brasilien) umgezogen, als ich 6 Jahre alt war. Dort bin ich aufgewachsen und habe immer noch Familie dort.

Seit wann und warum bist Du in Deutschland? Was machst Du hier?

Seit April 2003 gehöre ich zur Katholischen Gemeinschaft Shalom als Lebensgemeinschaft. Daher habe ich in verschiedenen Städten in Brasilien und in mehreren anderen Ländern als Missionarin gewohnt, beispielweise in der Schweiz und in Italien. Im Oktober 2014 wurde ich nach Deutschland gesendet, um mit anderen Mitschwestern und Mitbrüdern unsere erste Mission hier in Deutschland zu gründen.

Andreza Henriqueta

Shalom, so heißt die Gemeinschaft, zu der Du gehörst. Kannst du uns dazu etwas mehr erzählen? Wie lebt Ihr? Wie war das, als Du nach Deutschland gehen solltest…

Unsere Gemeinschaft ist im Jahr 1980 von einem 23-jährigen jungen Mann gegründet worden, in Fortaleza,
Brasilien. Als er 17 Jahre alt war, hatte er seine persönliche Begegnung mit Jesus gemacht. Diese Erfahrung veränderte sein Leben und er wollte diese Liebe, die er überall gesucht und endlich in Jesus gefunden hatte, allen verkündigen. Am 9. Juli 1980 kam Papst Johannes Paul II nach Fortaleza und Moysés wurde unter anderen jungen Menschen ausgewählt, dem Papst ein Geschenk zu geben, im Namen aller jungen Leute in dieser Stadt. Er hat an kein materielles Geschenk gedacht, hat aber einen Brief geschrieben, wo er sein eigenes Leben hingab, um alle Menschen, besonders die anderen Jugendlichen, die weit weg von Gott und von der Kirche waren, die frohe Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Genau zwei Jahre später ist die erste Snackbar Shalom eröffnet worden.

So beruht unser Charisma auf einer persönlichen Begegnung mit dem auferstandenen Jesus, der uns den Frieden gibt (Kontemplation), auf ein geteiltes Leben in Gemeinschaft, wo wir den Frieden leben (Einheit) und auf das Weitergeben dieses Friedens durch die Evangelisierung.

Es gibt zwei Formen von Zugehörigkeit in der Gemeinschaft: Lebens- und Bundesgemeinschaft.
In der Lebensgemeinschaft sind wir dazu aufgerufen, aus Liebe zu Jesus Christus und zu Seinem Reich Seinem Ruf zu antworten, um Ihm auf bedingungslose Weise und ohne Einschränkungen nachzufolgen. Wir leben in Gemeinschaftshäusern; das bedeutet konkret, dass wir zusammen beten und arbeiten und außerdem, dass wir alles teilen: Zeit, Leben, und alles, was wir sind und haben. Für unsere Arbeit bekommen wir keinen Lohn; wir leben aus der Vorsehung, nämlich von Spenden.

Als ich die Nachricht bekam, dass ich nach Deutschland gesendet worden war, war ich sehr überrascht, weil ich das nicht erwartet hatte; aber die Nachricht hat mich dann mit Freude erfüllt. Nicht, weil ich das Land schon kannte, sondern dass ich die Chance hatte, einmal mehr eine Mission zu gründen und mich von Gott überraschen zu lassen. Neue Leute, neue Herausforderungen und Freuden…

Wenn Du auf die erste Zeit hier in Deutschland, in Arnsberg, zurückschaust: Was sind für Dich die größten Unterschiede zu Brasilien in Bezug auf Glaube und Kirche?

Ich denke, die Brasilianer sind in der Regel ausdrucksstarker und spontaner in allem, was sie tun. Das beinhaltet auch alles, was den Glauben betrifft. Darüber hinaus gibt es mehr junge engagierte Menschen in die Kirche.

Was ist für Dich ganz persönlich wichtig im Leben mit Jesus?

Meine große Entdeckung war, dass er Gott ist, aber auch mein Freund; dass er jeden Moment mit mir lebte (und lebt); dass er mich kennt (sogar besser als ich mich selbst!), und dass er mich liebt. Das Evangelium ist für mich keine Theorie, sondern es ist real, ist gegenwärtig und lebendig.

Jesus hat seine Jünger eingeladen, den Frieden und die Freude Seines durchbohrten und auferstandenen Herzens zu betrachten und zu empfangen. Diese Erfahrung mache ich jeden Tag durch das Gebet. Es kann keinen wahren Frieden und keine wahre Freude geben, die nicht aus diesem Herzen entspringt, das sich aus Liebe am Kreuz hat durchbohren lassen und so Platz geschaffen hat, um, einmal auferstanden, die Hand derjenigen zu ergreifen, die im Glauben bereit sind, das göttliche Wunder Seiner Auferstehung zu empfangen: Seinen Geist. Geist des Friedens und der Freude. Geist, der unser Leben verändert.

Was würdest Du gerne jungen Menschen hier bei uns sagen, die nach Sinn in ihrem Leben suchen?

Das Glück und den Frieden fand ich in dem Maße, wie ich mich selbst vergaß und mich ohne Rückhalt Gott und den anderen hingab…

Die Worte des Evangeliums bekamen für mich eine höhere Bedeutung; und mehr als je zuvor verstand ich immer besser die wahre Bedeutung der Worte Liebe und Leben. Sich Gott und dem Nächsten zuwenden. Selig seid ihr, wenn ihr das wisst und danach handelt. Ohne Zweifel ist dies der einzige Weg des Friedens: ein Gott und den anderen zugewandtes Leben führen. Ohne jeglichen Zweifel ist dies der Weg des Glücks: die Liebe leben, sich hingeben.

Welche Pläne habt Ihr als Gemeinschaft in Arnsberg und darüber hinaus?

Wir hoffen, dass bis September unser Café fertig sein wird. Es wird ein Ort der Begegnung und Aufnahme für alle sein, aber vor allem für junge Menschen.

Vom 20. bis 23. Juli bieten wir ein Wochenende in Winterberg an, mit Freizeit, Musik, Gebet, Impulsen, Spielen, und viel Freude.

Dieses Jahr feiert die Gemeinschaft ihr 35- Jubiläum und alle Missionen in der ganzen Welt organisieren eine Wallfahrt nach Rom vom 3. bis 10. September mit einem vielfältigen Programm. Alle die möchten, können sich anmelden und mitfahren. Vom 11. bis 17. September werden wir eine „Missionarische Woche“ hier in Arnsberg organisieren, mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern, die zu uns kommen und diese Zeit bei uns bleiben werden. Hoffentlich kann die Eröffnung des Cafés auch in dieser Woche stattfinden.

Außerdem haben wir einen Jugendgebetskreis in unserem Haus, persönliche Begleitung…und jeder ist jederzeit bei uns willkommen!

Welche Pläne hast Du ganz persönlich für die Zukunft?

Heiraten, Kinder bekommen und weiterhin mein Leben Gott und den jungen Menschen hingeben!

Gibt es eine Bibelstelle, die Dir ganz besonders wichtig ist? Warum?

Es gibt mehrere, aber eine ganz besondere ist der Psalm 16. Das erste Mal, als ich diesen Psalm las, war genau der Moment, an dem ich meine Berufung entdeckte. Daher sagt er mir viel. „Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher; du hältst mein Los in deinen Händen. Auf schönem Land fiel mir mein Anteil zu. Ja, mein Erbe gefällt mir gut.“ (Ps 16,5-6)

Andreza, vielen herzlichen Dank für dieses Interview. Ich wünsche Dir und Euch allen ganz viel Segen für Euren weiteren Weg.

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