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„Kirche ist auch heute für die Menschen da.“

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Alfons Neumann

Wer sind Sie? Stellen Sie sich bitte kurz den Lesenden vor.

Mein Name ist Alfons Neumann. Ich habe in Münster Mathematik studiert, habe danach in der damals noch existierenden Nixdorf Computer AG in Paderborn als Programmierer begonnen und habe schließlich bei CA, einer amerikanischen Softwarefirma, eine Supportabteilung geleitet.

Seit 1983 bin ich mit meiner Frau Marita verheiratet. Wir haben eine Tochter. Seit dem 27. April 1991 bin in ständiger Diakon mit Zivilberuf.

Vor fünf Jahren bin ich aus dem EDV-Beruf ausgeschieden und bin seit 2017 Seelsorger im erzbischöflichen Kinderheim in Paderborn. Eine Tätigkeit, die mir sehr viel Freude macht.

Was beschäftigt Sie gerade?

Zusammen mit einer Gemeindereferentin aus dem Nachbarverbund haben wir gerade einen zweiten Katechumenatskurs für Flüchtlinge mit der Aufnahme in die Kirche in der Osternacht abgeschlossen. Hier liegt noch einiges an Auswertung an.

Darüber hinaus beschäftigt mich die Arbeit an der Pastoralvereinbarung, die wir im Laufe dieses Jahres fertigstellen und unterzeichnen wollen.

Sie sind Diakon. Das griechische Wort „diakonos“ meint ursprünglich: „unter die Leute gehen“. Was heißt es für Sie, Diakon zu sein?

Ich möchte die Frage aus zwei Richtungen her beantworten.
1. Es heißt NICHT in der ersten Reihe zu stehen, zu leiten und zu führen. Gerade die bis zu meinem Ausscheiden aus dem EDV-Leben waren i.W. davon geprägt, einen eng umgrenzten Bereich abzudecken, aber nicht aktiv im Pastoralteam mitzuarbeiten. Das wäre damals auch zeitlich gar nicht gegangen. Insofern war ich wirklich „unter den Leuten“. Aber auch jetzt sehe ich mich in einer Rolle des Helfenden, aber auch eines Menschen, der die ganze Erfahrung von Ehe, Familie, Beruf, Verlust des Arbeitsplatzes, … mit in seine Arbeit hineinbringt. Weiterhin war und ist es mir wichtig bei den Aktivitäten der Gemeinde, beim Unkrautjäten, bei Auf- und Abbau der Feste aktiv mitzuhelfen.

Und damit bin ich beim 2. Aspekt. Ich nehme bei all meinem Tun auch meinen Alltag als Ehemann und Angestellter mit.

Ich dränge mich nicht auf, aber ich sehe auch zu, dass man mich in den Gemeinden auch als Diakon wahrnimmt. So ist es war und ist es mir z.B. ein Anliegen etwa 1x pro Monat in unterschiedlichen Gemeinden zu predigen.

Sie sind eigentlich Mathematiker: Wie bringen Sie Logik und Glauben zusammen?

Ich sehe da gar nicht so große Probleme. Für mich ist Glaube schon immer etwas, dass auch und ganz wesentlich vernünftig ist und von daher auch eine gewisse Folgerichtigkeit besitzt. Insofern trenne ich sehr bewusst ob ich mich mit meinem Reden und Argumentieren innerhalb dieser Welt bewege oder ob ich darüber hinaus gehe und mit einem Gott gegenübersehe.

Sie arbeiten im Erzbischöflichen Kinderheim. Was sind Ihre Aufgaben dort? Was bedeutet es für Sie, Menschen ins Leben zu begleiten?

Zunächst sehe ich es als meine Aufgabe an für die jungen Menschen ein Ansprechpartner zu sein und auf unterschiedliche Weise Grundelemente christlichen Lebens zu vermitteln.
Ein wesentlicher Aspekt ist es dabei einfach immer wieder da zu sein, Beziehungen wachsen zu lassen, offen zu sein und zuzuhören und oft einfach mitzugehen. Alleine geht kaum einer/eine in einen Gottesdienst. Aber wenn ich einlade und mitgehe, sieht das oft anders aus.

Weiterhin sorge ich über das Jahr dafür, dass die gemeinsam mit den Erzieherinnen und Erziehern wichtige Themen des Kirchenjahres angesprochen werden. Dabei ist mir die Integration in die seelsorgliche Arbeit der Pfarrgemeinde sehr wichtig. D.h. also Angebote der Gemeinde bekanntzumachen und zu besuchen!

Und selbstverständlich gehört die Gestaltung diverser Gottesdienste zu besonderen Ereignissen zu meinen Aufgaben.

Ganz besonders freue ich mich, dass ich in dieser Zeit bereits mehre Erwachsene um die Aufnahme in die Kirche gebeten haben und ich sie dabei begleiten konnte.

Welche Rolle spielt Ihre Familie für Ihren Dienst?

Der Rückhalt meiner Familie, speziell meiner Frau, ist für mich ganz wesentlich für meine Arbeit. Zum einen bin ich ihr sehr dankbar für die Freiräume, die sie mir gibt, um meinen Dienst zu tun. Ohne diese Bereitschaft ihrerseits wäre das über all die Jahre nicht möglich gewesen. Dann ist sie für mich auch ein ganz wichtiges Korrektiv. Man ist schnell dabei sich zu übernehmen, dann ist es gut, wenn da jemand ist, der mir hilft Dinge abzugeben und loszulassen.

Und dann sind die Erfahrungen, die ich als Ehemann und Vater mitbringe etwas, das mir bei den Gesprächen mit Eltern von Täuflingen oder mit Brautpaaren ungemein hilft. „Da spricht eben einer aus eigener Erfahrung.“

Was heißt Berufung für Sie?

Ich bin durch meine Weihe zu einem Dienst an und für die Menschen bestellt. Das macht mich nicht zu einem besonderen Menschen, sondern ist mir eine ganz wichtige Aufgabe und Verpflichtung, die ich ganz bewusst nicht auf Zeit, sondern auf Dauer übernommen habe.
Durch mein Tun soll ein wenig deutlich werden, dass Kirche auch heute für die Menschen da ist, sie versteht und ihnen entgegenkommt und so ein Stück weit Gottes Liebe erfahrbar werden lässt. Dabei haben sich die Zielgruppen im Laufe der Zeit immer wieder geändert. Insofern sehe ich Berufung auch als etwas wie einen Prozess, der, von Gottes Geist geleitetet, mein Leben immer neu bestimmt, verändert und(!) spannend macht, und mich immer neu herausfordert zu fragen: Was ist hier und jetzt meine Aufgabe?

Beruhigend ist, dass ich mich dabei von Gott und vom Gebet – auch vieler Menschen – getragen.

Wie bist Sie Ihrer Berufung auf die Spur gekommen?

Eigentlich ganz langsam und unspektakulär. Ich kann von keinen „Berufungserlebnis“ berichten.

Ich habe während meines Studiums Menschen kennengelernt, die mich dazu geführt haben intensiver über meinen Glauben, meine Beziehung zu Gott nachzudenken. Parallel dazu habe ich in meiner Wahlgemeinde in Münster, in St. Lamberti, ständige Diakone kennengelernt und allererste Einblicke in deren Arbeit bekommen.

Ein Wochenende über geistliche Berufe der Kirche gab dann einen ersten Anstoß. Nach Abschluss des Studiums, Heirat und ersten Berufsjahren kam der Gedanke wieder hoch. Und nach vielen Gesprächen mit meiner Frau, meinem Pfarrer, dem Ansprechpartner für den St. Diakonat habe ich erst einmal das Fernstudium gemacht. Mittlerweile war ich Kommunionhelfer und wurde in der PGR gewählt und der Gedanke sich als Diakon in der Gemeinde zu engagieren war immer noch da. Und so habe ich mich dann endgültig um die Aufnahme in den nächsten Diakonatskreis beworben. Insofern war es für mich ein Weg, der über viele Jahre gereift ist und Schritt für Schritt immer klarer wurde.

Sie sind schon seit über 25 Jahren Diakon. Welchen Rat geben Sie Männern und deren Familien, die im Dienst als Diakon auf Gottes Ruf antworten wollen?

Viel miteinander reden und mit seiner Frau und ggf. der Familie im Gespräch bleiben. Die Arbeit als Diakon kostet eine Menge Zeit, die der Familie, der Ehefrau fehlt. Damit das über die Jahre hinweg gelingt, ist es notwendig im Gespräch zu bleiben. Und: Langsam anfangen; mehr wird es von ganz allein.

Und wenn der Beruf und die Situation in der Familie viel Zeit erfordert, dann muss sich die Arbeit als Diakon eben erst einmal auf weniges beschränken. Nicht unbedingt auf andere schauen, die anscheinend (oder tatsächlich?) mehr tun.

Und schließlich war und ist es mir immer sehr wichtig, dass ich wirklich mitten unter den Menschen bin. Das bedeutet dann ganz konkret eben auch, dass ich z.B. beim Sommerfest unserer Kolpingfamilie seit Jahren mit anderen (Männern 😉 ) am Spülmobil Dienst habe. Hier, mitten bei der Arbeit ergeben sich dann die wirklich interessanten Gespräche.

Ach ja, Pastoren, Pfarrer, Gemeindereferenten und -referentinnen kommen und gehen. Der Diakon bleibt in seiner Gemeinde!

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