MIT DEM HERZEN HÖREN

Kennen Sie den Roman „Herzenhören“ von Jan-Philipp Sentker? Eine wunderbare Geschichte, die mich vor einigen Jahren wirklich berührt hat.

Momentan beschäftigt mich allerdings gerade mehr dieses paradoxe Wortspiel „mit dem Herzen hören“. Haben wir nicht Ohren geschenkt bekommen, um zu hören? Und gleich zwei an der Zahl! Welche Rolle spielt dann bitte das Herz beim Hören?

Mich hat eine Verhaltensweise des Anwalts im oben genannten Buch sehr beeindruckt: bevor er sich einem Fall, einem Mandanten widmet, hält er regelmäßig kurz inne, sammelt sich, hört in sich hinein, um dann dem Menschen instinktiv richtig einschätzend begegnen zu können. Eine Haltung, die ich mir nicht nur in meinem beruflichen Alltag zu Eigen gemacht habe.

Denn Worte, die durch mein Ohr in mich hinein gelangen, laufen immer auch durch mein Herz – sie regen etwas an in mir. Das Herz ist so eine Art Filter für mich: Bewegt mich das Gehörte oder lähmt es mich? Möchte ich dem Gehörten mehr Bedeutung schenken oder verwerfe ich es eher?

 

Alexandra Gehlhaus
Sozialpädagogin, Supervisorin

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