Was klingt in mir nach?

Wir hören tagtäglich unendlich viel. Vieles gleichzeitig und unsortiert, und auch vieles, was wir gar nicht hören wollen. Daran können wir kaum etwas ändern, denn das Hören ist ein physikalisch-biologischer Vorgang, der in uns passiert.

Vieles, was wir hören erreicht uns jedoch nicht in unserem Inneren. Nur wenige Dinge, die wir hören, verändern oder bewirken etwas in unserem Herzen und unserer Seele. Diese wenigen Dinge verhallen nicht, sondern klingen weiter im Grundton unseres Herzens, verändern oder bestärken ihn. Damit dieses wertvolle Nachklingen des Gehörten in uns geschehen kann, müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein:

Zum einen müssen wir aus dem Meer der Geräusche und des Gesagten das herausfiltern, welches diese Tragweite und Bedeutung für uns besitzt.

Zum anderen müssen wir dazu fähig sein, wirklich zu hören – genau hinzuhören und dem Gehörten durch Zeit, Ruhe und Konzentration die Möglichkeit zu geben, etwas in uns bewirken zu können. Vielleicht lohnt es sich, dies zu üben, indem wir uns abends bewusst Zeit nehmen und hinhören: Was klingt in mir von diesem Tag nach?

 

Jessica Bohn
Dipl. Theologin, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neues Testament

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