Eine Renaissance des Hörens

In einer Welt, in der die Zeit immer kostbarer wird, scheint der Begriff „Multitasking“ zur Normalität geworden zu sein. So erledigen wir Aufgaben und hören parallel die neuste Podcastfolge. Seit ein paar Jahren rückt, anhand der mobilen Sprachassistenten, das gesprochene Wort immer stärker in den Fokus. Vielen Nutzern wird klar, dass das Sprechen und Hören komfortabler ist und zusätzlich, eine Paralleltätigkeit ausgeübt werden kann. Der geschriebene Text bewegt sich also einen Platz zurück oder wie der Dozent der ARD.ZDF medienakademie Stephan Schreyer es sagen würde: „Wir erleben eine Renaissance des Hörens.“ (Schreyer 2019, S.7)

Nehmen wir das Beispiel Podcast, welcher losgelöst von Raum und Zeit gehört werden kann. Bis auf die Ohren sind beim Konsumieren einer Podcastfolge alle Körperteile frei. Im Gegensatz zu einem Text wird beim Zuhören nicht die volle Konzentration benötigt. Deshalb ist schnell klar, dass bei dem beiläufigen Hören eines Podcasts vor allem akustische Signale von den Hörern wahrgenommen werden. Was also wirklich beim Hörer ankommt, bleibt offen.
Digitale Innovationen wie Smart Speaker ermöglichen zudem, einen Podcast von den unterschiedlichsten Orten zu hören und nebenbei etwas anderes zu machen. Für das Gehörte nutzen wir sicherlich je nach Raum, Zeit und Paralleltätigkeit die eigne individuelle Vorstellungskraft.

Doch ist es inmitten der Hektik, die uns im Alltag so oft begleitet nicht manchmal wertvoll, sich Zeit zu nehmen, um innezuhalten, sich vom Hier und Jetzt einholen zu lassen und ganz einfach mal hinzuhören? Vielleicht steht die Zeit dann für einen kurzen Augenblick still und wir erleben eine ganz neue Renaissance des Zuhörens!

Anika Fischer
Mitarbeiterin der Diözesanstelle Berufungspastoral

Adresse: Leostraße 21 | 33098 Paderborn
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