22. Dezember 2020

Ein Wort, das es in der Liste „Wörter des Jahres 2017“ auf den 10. Platz so eben noch geschafft hat, hat mich überrascht. „Hyggelig“. Ja, Sie lesen richtig: „hyggelig“.

Im November 2017 bin ich zufällig zum ersten Mal auf dieses Wort „hyggelig“ bzw. „hygge“ gestoßen und lässt mich seitdem nicht mehr los. Eigentlich ist es gar nicht so einfach zu beschreiben, was es genau meint. Es ist eigentlich eher ein Begriff für ein Lebensgefühl. Im Dänischen bzw.im ganzen nordischen Bereich meint es letztlich die heimelige und gemütliche Atmosphäre gerade in der Advents- und Weihnachtszeit. Treffen mit Freunden, ein Tee, ein gutes Buch, Kerzenschein, der die Dunkelheit aufbricht, die Wärme des Kaminfeuers, gutes Essen und Trinken in gemütlicher Runde, kleine Freuden im Alltag. Sogar erste Bücher und Zeitschriften sind schon dazu erschienen. Quasi richtige „hygge-Anleitungen“.

 

Ja, mir gefällt dieses Wort und das, was dahinter steckt. Jetzt, da ich diese besonders geprägte Zeit vor dem Weihnachtsfest auch wieder neu mit Kinderaugen sehen darf, fällt es mir noch mehr auf, wie wichtig es ist, dass es Zeiten in unserem Leben gibt, die alles andere – für eine gewisse Zeit – quasi in den Schatten stellen. Die Mühen des Alltags bleiben zwar und trotz allem erfreuen uns in dieser Zeit die einfachen Dinge. Gerade zum Beispiel: Sie nehmen sich einen kurzen Moment Zeit. Vielleicht früh am Morgen mit einer Tasse Kaffee oder am Nachmittag. Die Tageszeit ist im Grunde egal. Es geht vielmehr um die Unterbrechung. Für einen kurzen Moment.

 

Die letzten Adventstage beginnen und damit auch das große Rennen. Aber vielleicht finden Sie ja einmal am Tag die Ruhe, es sich etwas „hyggelig“ zu machen – egal ob mit einem Teelicht, einer Tasse Tee oder einen kleinen adventlichen Geschichte. Gott wird Mensch als kleines Kind in der Krippe. In einem Stall. Ganz unspektakulär. Vielleicht nimmt uns das ja den Druck, dass auch bei uns alles perfekt sein muss. Denn „hyggelig“ wird es von ganz allein, wenn wir Zeit miteinander teilen und spontan den Telefonhörer schnappen, wenn wir ein ehrliches Lächeln – auch unter der Maske ist es zu sehen – verschenken, wenn wir unsere Herzen sprechen lassen und einfach Zeit verschenken. Wenn wir füreinander da sind – in all den Vielfältigkeiten dieser Zeit. Das wiegt so viel mehr als ein blitzblank geputztes Heim.

Machen Sie es sich „hyggelig“!

 

Ann-Kristin Idzik

Referentin in der Diözesanstelle Berufungspastoral und

Referentin im Pauluskolleg für spirituelle Angebote

 

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