08. Dezember 2020

„Für wen bin ich da?“ - Created to worship - Eph 1,12

Lange Zeit habe ich mich gefragt, was eigentlich der Unterschied ist zwischen dem Dialog, den der Engel des Herrn mit Zacharias im Tempel führt, und dem Dialog, den er mit Maria führt. Irgendwie stellen beide doch dieselbe Frage „Wie soll das geschehen?“ Zacharias kriegt daraufhin einen Rüffel und bleibt die nächsten Monate stumm. Maria erhält eine Erklärung und gibt ihr berühmtes „Fiat!“. Es muss also etwas zwischen den Zeilen stehen. Oder auch nicht?

Als ich die Texte nochmal lese, bleibe ich daran hängen, dass Zacharias vor der Erscheinung des Engels selbst erschreckt, Maria aber „nur“ vor der Anrede des Engels. Der Engel selbst ist ihr also geläufig oder gar (gut) bekannt? Oha – Verblüffen und Staunen machen sich in mir breit. Aber warum bin ich eigentlich so erstaunt? Unbefleckte Empfängnis, also ohne Erbsünde empfangen, heißt doch gerade ohne Bruch mit Gott, sondern in heiler Verbindung zu Ihm zu sein, Ihn zu kennen, mit Ihm zu rechnen, ja konkret mit Ihm zu leben, immer und überall. Na gut, das gilt für Maria, aber für mich? Unbefleckte Empfängnis?! Ääähmmmm… ziemlich sicher nicht… . Wie sehr Gott aber genau so eine heile Verbindung zu dir und zu mir sucht, egal wie wir gerade innerlich gestrickt sind, das zeigt mir auf verblüffende Art und Weise Weihnachten. Nicht ein Engel kommt – also davon auch einige – aber zuvorderst kommt Gott selbst! Zu dir! Zu mir! Rechne ich damit? Kenne ich Ihn? Werde ich vor Ihm selbst erschrecken oder einfach darüber staunen, dass Er – tatsächlich – mich anspricht und werde ich antworten?

 

Ina Sasse

Labor E – Projekt Jüngerschaft

 

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