03. Dezember 2020

Für wen bist du da?

Für wen bist Du da? Diese Frage treibt mich schon seit längerem um.

Als ich 2001 zum Priester geweiht wurde, war für mich die Antwort klar. Natürlich für die Menschen, die nach Antworten in ihrem Glauben suchen. Doch je länger ich in diesem Dienst bin, umso mehr denke ich manchmal, warum stellen immer weniger Menschen die Frage nach Gott? Immer weniger Gläubige nehmen am Leben einer Gemeinde teil, das ist eine sichtbare Tendenz.

Ich kann nicht verhehlen, dass mich das sehr beschäftigt. Ich selbst arbeite hauptberuflich in der Krankenhausseelsorge, aber auch da sind Anfragen zur Begleitung rückläufig, aber vielleicht doch noch etwas mehr als in der Gemeinde. Für mich hat das in all den Jahren der Veränderung einen Suchprozess ausgelöst. Ich habe mir neu die Frage gestellt, für wen bin ich da? Die Antwort ist dieselbe geblieben. Ich bin da für die Menschen! Nur wenn ich ihnen begegnen will, muss ich sie auf anderen Wegen suchen. Ich besann mich stärker auf die mir von Gott gegebenen Talente und wollte etwas anbieten, wo ich mit Menschen kreativ unterwegs sein kann. So kam es dann auch, dass ich mit einem Freund das Projekt “Atelier am Sonntag” gestartet habe. Am Sonntagnachmittag kommen zwischen fünf und zehn Menschen im Pfarrheim zusammen, um miteinander zu malen. Und im Laufe des Nachmittags entstehen nicht nur fachliche Gespräche, sondern auch ein Austausch über Gott und die Welt. Das ist richtig spannend. Gott hat mir einen neuen Weg mit den Menschen ans Herz gelegt. Wenn wir so Kirche denken und mutig neue Wege beschreiten, werden wir auch Wege finden, das Evangelium mit “Hand und Fuß” zu verkündigen.

Gott kommt auch heute zu uns. Und wenn wir auf das Weihnachtsgeheimnis schauen, muss man doch mal ehrlich feststellen: Gottes Sohn, geboren in einem Stall und nicht in einem Tempel, was für ein Zeichen das Gott da setzt! Davon sprechen wir noch heute. Das war damals eben auch ungewöhnlich und neu. Werden wir selbst kreativ und machen wir uns auf, das Kind von Bethlehem zu entdecken und seine frohe Botschaft den Menschen zu verkündigen.

 

Pastor Frank Wecker
Krankenhauspfarrer im Pastoralverbund Salzkotten

 

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