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Können Sie am Tag vor Heiligabend „Mir geschehe!“ sagen – am Tag, an dem die Vorbereitungen für morgen auf Hochtouren laufen? Sie hoffen vermutlich auch, dass ihnen heute nichts geschieht – Unglück wollen sie vermutlich sowieso nicht, aber auch außergewöhnliche Ereignisse oder Begegnungen, die viel Kraft und Zeit kosten, braucht es heute nicht.

Heute, am vielleicht stressigsten Tag braucht es nichts und niemanden, der uns aus den zahlreichen Aufgaben herausruft.

Das „Mir geschehe!“ von Maria bringt sie in genau so eine ähnliche Situation, die aber noch heftiger ist als heute – Stress ist noch zu wenig, eigentlich ist sie in einer echten Notlage! Der Ruf Gottes reißt sie aus dem Alltag heraus und führt sie in eine ganz andere und neue Lebenssituation. Keine Unterkunft am Tag vor der Geburt, keine Hilfe in Aussicht und auch keinen Hoffnungsschimmer für Sie und ihren Mann und den Kleinen, der morgen Nacht das Licht der Welt erblicken wird.

Bei Marias „Mir geschehe!“ geht es um Alles oder Nichts.

„Mir geschehe!“ kann Sie heute vielleicht daran erinnern, dass Gottes Ruf im Leben hörbar sein kann – auch heute, am vielleicht stressigsten Tag im Jahr. Vielleicht spricht er auch heute hörbar zu uns – trotz oder gerade wegen der Vorbereitungen auf morgen Abend.

 

Thorsten Hasse, Diakon auf dem Weg zur Priesterweihe, im Pastoralverbund Iserlohn tätig.