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Sage ja zu den Überraschungen, die deine Pläne durchkreuzen

Dieses Jahr war voll von Plänen und Entscheidungen: Eine neue Stelle annehmen oder doch beim Alten, schon Vertrauten bleiben? Die Heimat, Freunde und Familie ein paar Kilometer zurücklassen oder lieber doch in der Nähe wohnen? Ein Haus mit Garten oder wieder eine Wohnung?
Am Ende wurden es die neue Stelle und ein Haus mit Garten. Und es wurden viele Pläne.

Wie sollte es auch anders sein, zum Ende des Jahres ist ein Großteil dieser Pläne schon wieder hinfällig- weil andere neue Pläne gemacht haben und weil ich selbst auch ins Schwanken komme und die Zukunftsfähigkeit einiger Pläne anfrage.
Manchmal frage ich mich, ob das nicht zum Verzweifeln ist. Warum plane ich denn überhaupt, wenn dann doch wieder alles anders kommt? Vielleicht, weil meine Pläne nicht zielführend waren. Vielleicht, weil es nicht das war, was Gott mit mir vorhat.

Ich denke an folgende Zeilen von Dom Hélder Câmara, einem brasilianischen Bischof:
“Sage ja zu den Überraschungen, die deine Pläne durchkreuzen, deinem Tag eine andere Richtung geben, ja, vielleicht deinem Leben. Sie sind nicht Zufall. Lass dem himmlischen Vater die Freiheit, selber den Verlauf deiner Tage zu bestimmen.“

Diese Worte kann ich als eine adventliche Einladung zum Nachdenken über meinen eigenen Lebensweg, meine Umwege und Kapriolen, aber auch meine Träume und Hoffnungen verstehen.
Und ich merke, wenn ich Gott die Freiheit lasse, in meinem Leben mitzumischen, dann ist das nicht zum Verzweifeln, dann gibt mir das die Möglichkeit Neues zu erleben, wundervolle Menschen kennenzulernen und trotz mancher Umwege zu einem Ziel zu kommen.
Dabei darf ich darauf vertrauen, dass Gott mich nicht ärgern will und dass er schon weiß, was er mit mir tut. Ich darf sicher sein, dass er auch auf meinen krummen Linien gerade schreibt.

Lisa Willeke, Dekanatsreferentin für Jugend und Familie im Dekanat Hochsauerland-West