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Woher weiß Elisabeth Bescheid?

Stell dir mal vor, der Sohn Gottes kommt auf die Erde…und keiner geht hin.

In drei Tagen feiern wir Weihnachten. Für den weiteren Verlauf der Weihnachtsgeschichte ist Elisabeths Freude über Maria und den Gottessohn relativ unerheblich, wir kennen den kaiserlichen Befehl, die Suche nach einer Herberge, die Krippe und wissen vom Besuch der Könige – aber stell dir vor, du gibst Gott eine Zusage dieser Tragweite, willst den Sohn Gottes in dir wohnen lassen…und keiner merkt’s. Oder, auch denkbar, dein Bruder, deine Kollegin vertraut sich Gott an…und du bist beschäftigt mit Tannenbaum schmücken oder Geschenkbandschleifen kräuseln.

Kaum vorstellbar, schließlich wird Elisabeth mit „heiliger Geistkraft“ (Lk 1, 41) erfüllt. Bei allem Trubel, rund um Weihnachten und im restlichen Jahr, haben wir doch unsere Nächsten noch im Blick, können die Freude, Begeisterung und Lebendigkeit Gottes in ihnen sehen, würden sicherlich mitkriegen, wenn der Sohn Gottes zu ihnen kommt. Oder?

Stell dir mal vor, der Sohn Gottes kommt auf die Erde…gehst du hin?

Kathrin Oel, Psychologin, Theologische Fakultät Paderborn // MaZ-Programm der Franziskanerinnen Salzkotten