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Wenn Sie in der Adventszeit am frühen Morgen aus dem Fenster schauen, dann sehen Sie vor allem eines: Dunkelheit. Im Jahresverlauf erleben wir gegenwärtig die dunkelste Zeit und die Wintersonnenwende ist heute noch zwei Tage entfernt. Für viele Menschen ist es eine sehr trostlose Zeit.

Dunkelheit und Kälte, wie wir sie draußen erleben, herrschen auch in anderen Bereichen des Alltags: Zum Beispiel im Kühlschrank. Darin wird neben der Butter, der Milch und allerlei anderer Lebensmittel auch die Hefe für den Kuchen gelagert.
Klein, unscheinbar und in Würfelform wartet sie dort in der Kälte auf ihren Bestimmungszweck: Einem Brot oder Kuchen Leben einzuhauchen, groß zu werden.
Diesen Bestimmungszweck kann sie aber erst erfüllen, wenn sie von außen bewegt wird, Wärme erhält und mit den richtigen Zutaten zusammenkommt.
Das Bewegen ist dabei kein leichtes Tätscheln, sondern ein beherztes, aber auch gefühlvolles Durchkneten.
Auch die Zutaten können nicht wahllos zusammen geschüttet werden, sondern sollten von guter Qualität sein und die richtige Temperatur haben.
Das alles braucht viel Zeit und vor allem Gefühl; Gefühl für den richtigen Moment, wenn nach langer Zeit des Knetens mit den eigenen Händen der Teig die richtige Konsistenz hat.

So wie die Hefe im Kühlschrank warten muss, und auf Ihr eigentliches Leben wartet, so warten auch wir in der Adventszeit auf denjenigen, der bald kommt und ohne den in unserem Leben nichts wachsen und groß werden kann.
Auch wir brauchen die Zeit der Vorbereitung, das Anrühren unseres Herzens, um nicht in der Herzenskälte zu versauern.
Die Tage des Advents sind ideal für uns Christen, um uns von Gott berühren und von ihm formen zu lassen. Dazu bedarf es jedoch der eigenen Offenheit dies zuzulassen und Ihm die notwendige Zeit des Reifenlassens zuzugestehen.
Das können wir in der Form gestalten, wie es ein Hefeteig erfährt: In einer warmen Umgebung lange ruhen und sich kräftig durchkneten lassen. Einen guten Ort suchen, still werden, auf Gottes Wort und seine Stimme in unserem Leben hören und uns von Ihm anrühren, erwärmen und formen lassen.
Wenn wir das tun, dann können wir erleben, wie wir in unserer Beziehung zu Gott wachsen und Weihnachten zu einem Fest mit einem herrlichen Duft werden kann.
Nutzen wir die restliche Adventszeit und setzen den Teig an!

Rezept für einen italienischen Hefekuchen

Die Zutaten für einen Hefekuchen sind ganz einfach:
Mehl, Hefe, Milch oder Wasser, Zucker und eine Prise Salz.
Bitte in jedem Fall frische Hefe und keine Trockenhefe verwenden, denn ein Gebäck mit frischer Hefe duftet viel besser.
Alle Zutaten sollen Zimmertemperatur haben – am besten auch die Hefe.
Deshalb kommt hier ein wichtiger Faktor ins Spiel: Zeit!
Hefekuchen ist einfach und zugleich kein „Mal-eben-Gebäck“.
Nun 450 Gr. Mehl in eine große Schüssel geben und eine Mulde hineindrücken. 1/8 L. Milch lauwarm machen, hiervon nun etwa die Hälfte nehmen, die Hefe hineinbröckeln und verrühren bis die Hefe sich einigermaßen aufgelöst hat.
Dieses Hefe/Milchgemisch nun in die Mehlmulde gießen.
Von 120 Gr. Zucker einen Teelöffel darüber streuen und mit etwas Mehl bestäuben.
Ein Tuch über die Schüssel hängen und an einem warmen Ort 15 Minuten stehen lassen. Nun geht die Hefe etwas auf und wirft Blasen.

Anschließend die restliche warme Milch, 6 Eier und ½ Teelöffel Salz und 200 Gr. Butter in kleinen Stückchen auf dem Mehlrand hinzufügen, alles verrühren, die Hände mit Mehl einreiben und dann beginnen den Teig zu kneten.
Nun von außen nach innen einen Teig daraus kneten. Damit man dieses gut tun kann, sollte die Schüssel groß genug sein. Sollte der Teig kleben, die Hände immer wieder mit etwas Mehl einreiben.
Den Teig nun 10 Minuten langsam und gleichmäßig kneten und beobachten, wie der Teig langsam elastisch wird. Durch das Kneten verändert sich die Grundstruktur des Mehles.
Das Kneten von Hand ist besser als das Kneten mit einem Rührgerät, denn das Gefühl und die Körperwärme dienen dem Teig und lassen ihn später besser aufgehen.
Am Ende des Knetens kommen die Zutaten, die nun das weihnachtliche Gebäck entstehen lassen: jeweils 75 Gr. Zitronat, Orangeat und rote kandierte Kirschen. Diese Zutaten kleinhacken, 200 Gr. Rosinen werden mit den anderen Festtagszutaten und etwas Mehl vermischt, zum gekneteten Teig gegeben und so eingeknetet, dass alles gut verteilt ist.
Jetzt eine runde Kuchenform oder auch eine hohe Auflaufform mit Margarine einfetten, den Teig hinein geben und an einem warmen Ort mit einem Tuch bedeckt 20 Minuten aufgehen lassen. Der Teig sollte sich jetzt im Volumen deutlich vergrößern.
Nun den Teig wieder 20 Minuten an einem warmen Ort mit einem Tuch zugedeckt stehen lassen. Der Teig geht auf.

Nun im Backofen bei ca. 220 Grad (bei Umluft weniger) backen. Die Backzeit beträgt etwa 45 Minuten. Die Backofentür die ersten 30 Minuten geschlossen lassen, damit der Teig nicht einfällt.

Stefan Kendzorra