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Wer in diesen Tagen aufmerksam die Schriftlesungen der Liturgie verfolgt, der wird entdecken, dass Gott die Geburt seines Sohnes sehr genau vorbereitet. So begegnen uns Menschen, die in das Heilsgeschehen Gottes hineingenommen werden, dabei so herrlich menschlich reagieren und mir das Verstehen erleichtern.

Einer dieser Menschen ist Zacharias, ein alter Priester am Tempel in Jerusalem, der zusammen mit seiner Frau Elisabeth gerne Kinder bekommen hätte, doch seine Frau ist unfruchtbar.

Eines Tages hat Zacharias eine Erscheinung (Lk 1, 5-25). Ein Engel begegnet ihm und er erfährt, dass er zusammen mit seiner Frau ein Kind bekommen wird, obwohl sie dafür nun eigentlich schon zu alt sind. Das kann Zacharias natürlich nicht einfach so hinnehmen. Er stellt das Ganze in Frage, zeigt seinen Zweifel und stellt Fragen.

Natürlich muss der Engel auf diesen Unglauben reagieren und er veranlasst, dass Zacharias stumm wird. Stumm, vielleicht weil er überwältigt ist von der Veränderung, die sein Leben durch die Macht Gottes nimmt. Stumm, vielleicht vor Freude und Glück, weil ein lang ersehnter Wunsch doch noch Realität wird.

Leise sein, stumm sein, still sein: Für mich liegt in dieser Stille verborgen das Geheimnis des bevorstehenden Weihnachtsfestes. Ist es nicht unglaublich und zweifeln wir nicht auch manchmal, dass in einem Menschen – in einem Kind – Gott zur Welt kommt und sie erlöst?

Markus Brinkmann, Gemeindereferent im Pastoralverbund Bergkamen