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Frieden heute, Frieden damals

Menschen suchen auf die ein oder andere Weise nach Frieden, damals wie heute. Obwohl die Weihnachtsgeschichte für uns heute so beschaulich und friedlich klingt, dürften die Umstände, in die Jesus hineingeboren wird, global und auch ganz persönlich für seine Eltern keine ideale Situation für Frieden. Maria, Jungfrau, unverheiratet, sieht sich mit der Mammutaufgabe konfrontiert, den Retter der Welt erst einmal auf die Welt zu bringen. Was sich so edel und stark anhört, dürfte in der Realität zunächst eine Entscheidung zu Ablehnung und Ausgrenzung gewesen sein. Auch Josef steht vor einer schwierigen Entscheidung, wird sich vermutlich nicht besonders friedlich gefühlt haben, mit einer Verlobten, die ein Kind erwartet, das nicht seins ist. Kann man es ihm wirklich verübeln, dass er sich zunächst gegen das Kind und Maria entscheidet?

Und doch, trotz aller Schwierigkeiten, innerlich wie äußerlich hadernd, kommt mit der Geburt ihres Sohnes der Friede in die Welt. Gott sendet seinen Sohn nicht in die heilste aller heilen Familien, er schickt ihn mitten hinein ins Chaos. Und er sorgt dafür, dass trotz aller Schwierigkeiten sein Friede auch ankommt. Er lässt Josef nicht alleine mit seinem Zweifeln, im Gegenteil. Er erklärt, was Sache ist und gibt ihm die Kraft, zu Maria zu stehen. Auch Maria spendet er damit den nötigen Beistand. Maria und Josef fühlten sich sicherlich nicht 24/7 friedlich, auch unser Leben scheint oft nicht übermäßig voll von Frieden. Und doch erfahren die zwei den größten Frieden aller Zeiten. Bei all unserem alltäglichen Stress, Krisen, Konflikten und Begrenzungen können wir doch sicher sein und darauf vertrauen: Auch unser Friede wird kommen, vielleicht sogar genau im großen Chaos. Wir alle suchen auf die ein oder andere Weise Frieden. Und, Gott sei Dank, wir werden ihn finden. Amen.

 

Kathrin Oel