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Eine junge Frau verlässt das Arztzimmer der Station im Krankenhaus. Sie kann es immer noch nicht glauben, was sie soeben erfahren hat. Während sie den Gang hinunter und die Etagen des Treppenhauses hinab läuft, versucht sie ihre Gedanken zu ordnen. Was durch die Bestätigung der Untersuchung für sie zur Gewissheit geworden ist, wird ihr Leben auf den Kopf stellen. Schwanger, in der 7. Woche. Geplant war das nicht. Ein Gefühlschaos ist in ihr. Freude und Sorge, Zuversicht und Ängstlichkeit.

Instinktiv steuert sie die verzierte Tür im Erdgeschoss an und öffnet die Tür der Krankenhauskapelle. Die Werktagsmesse hat schon begonnen, denn die ersten Worte, die sie vernimmt, als sie die hintere Kirchenbank ansteuert, sind die Worte des Evangeliums vom heutigen Tage: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.“ (Mt 1,23) Hat sie das gerade wirklich gehört? Ein tiefer Frieden breitet sich in ihrem Herzen aus. Mein Kind ist von Gott gewollt und einen Namen hat er nun auch.

Die junge Frau ist meine Mutter. Und dies ist die wahre Geschichte, wie ich heute vor 41 Jahren zu meinem Namen gekommen bin. Mich bewegt diese Schriftstelle immer wieder, wenn ich sie höre. Ich merke, dass ich mir im Alltag gerne öfter bewusst machen möchte, dass ich Gottes Zusage, an meiner Seite zu sein, in meinem Namen trage.

Ich lade Dich ein, heute nachzuspüren wo Du Gott als Unterstützung brauchen kannst und wahrzunehmen wo er Dich heute liebevoll begleitet.

Eine gesegnete Adventszeit wünscht,

Manuel Kenter, Gemeindereferent im Pastoralen Raum Schmallenberg-Eslohe