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Mit wem soll ich diese Generation vergleichen?

Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen:

Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt;

wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen.

 

Waren Sie schon mal enttäuscht?

Vielleicht denken Sie: Sicher, wer ist das nicht immer wieder einmal?

Und auch die Sätze aus dem heutigen Tagesevangelium (Mt 11,16-19) machen uns bewusst, dass es in unserem Leben wohl nicht ohne Enttäuschungen gehen kann.

Ja, dass Enttäuschungen zu den Erfahrungen zählen, die wir in unseren Leben einfach machen müssen.

Mit Sicherheit sind wir manchmal zu Recht enttäuscht, weil andere unser Vertrauen missbraucht und uns dadurch getäuscht haben. Manchmal sind wir aber auch zu Unrecht enttäuscht von anderen, weil wir etwas von ihnen erwartet haben, was diese gar nicht erfüllen konnten.

Und mit Gott geht es uns da vielleicht ganz ähnlich. Unsere Erwartungen an ihn sind groß und sie gehen bei Weitem nicht immer so in Erfüllung, wie wir es gerne hätten.

Auch Jesus konnte die unterschiedlichen Erwartungen, welche die Menschen seiner Zeit an ihn herantrugen, nicht immer erfüllen und er entsprach auch nicht dem Bild des Messias, dass viele Menschen in sich trugen. Und doch wurde er zum Retter und Erlöser. Das heißt für mich: Vielleicht brauchen wir die Enttäuschungen in unserem Leben, vielleicht brauchen wir die Erfahrungen, dass nicht alles nach unserem Kopf gehen muss und kann, und vielleicht erkennen wir dann gerade darin, dass Gott Großes mit uns vorhat.

P. Cornelius Wanner OSB