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Menschen, die anders denken oder eine andere Meinung haben, sind oft nicht gerne gesehen. Das gilt heute und das galt wahrscheinlich schon immer.

Neben Jesus ist auch Johannes vom Kreuz, dessen Gedenktag wir heute feiern, ein gutes Beispiel dafür.

Neun Monate lebte Johannes vom Kreuz unter menschenunwürdigen Bedingungen in einem Kerker, in den ihn seine eigenen Mitbrüder aus dem Stammorden der Karmeliten gebracht haben. Dort verfasste Johannes sein berühmtes Gedicht: “Die dunkle Nacht der Seele”.

Johannes war sich sicher, dass derjenige, der geistlich leben wolle, bereit sein muss, sich zu ändern und verändern zu lassen, trotz aller Widerstände. Das setze für ihn auch die Bereitschaft zum Leiden voraus, die nur aus der Kraft der Liebe möglich ist.

Aus seiner tiefen Christusliebe schöpfte er für sich immer die nötige Kraft, Neues zu wagen. Und trotz aller Schwierigkeiten, trotz Leiden und auch so mancher Anfeindung blieb er sich selbst und vor allem Gott treu. Denn er wusste:

Das Kreuz, das du auf den Schultern trägst,

dieses verlierst du unterwegs.

Das Kreuz aber, das du ablehnst,

das liegt dir ein Leben lang auf deinen Wegen quer.

 

Pater Cornelius Wanner OSB